Strecke Freudenstadt-Offenburg
: Direktverkehr kehrt zurück – der Zug hält aber nicht immer in Loßburg

Das Verkehrsministerium informiert über den Zugverkehr zwischen Freudenstadt und Offenburg ab Mitte Dezember. Loßburg muss Einschränkungen hinnehmen.
Von
NC
Freudenstadt/Loßburg
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SWEG–Bahnbetriebswerkstatt für batterie–elektrische Züge: ARCHIV - 19.06.2023, Baden-Württemberg, Offenburg: Ein batterieelektrisch betriebener Zug steht in einem neuen Depot der SWEG (Südwestdeutsche Landesverkehrs-GmbH) in Offenburg. Die Werkstatt ist für batterie-elektrische Züge bestimmt, die künftig auch in der Ortenau eingesetzt werden. Nach mehreren Testläufen werden die Züge des Typs Mireo Plus B von Siemens erstmals in Baden-Württemberg zum Einsatz kommen, wie das Verkehrsministerium mitteilte. (zu dpa: «Deutschland-Premiere: Siemens-Batteriezüge in Baden unterwegs») Foto: Philipp von Ditfurth/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Solche Züge des Typs Mireo Plus B, hier im neuen Depot der SWEG in Offenburg, sollen zwischen Freudenstadt und Offenburg zum Einsatz kommen.

Philipp von Ditfurth/dpa
  • Direktverbindung Freudenstadt-Offenburg kehrt am 15. Dezember mit neuen batteriebetriebenen Zügen zurück.
  • Halte in Loßburg-Rodt und Schenkenzell entfallen vorübergehend; Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet.
  • Projekt verzögert sich durch fehlende Weiche in Freudenstadt; Einbau erst bis Fahrplanwechsel 2026/27.
  • Schülerverkehr und letzte Abfahrten nicht betroffen; Lösung für geringe Fahrgastnachfrage.
  • Politiker bedauern Einschränkungen, loben aber finanzierte Bus-Verbindung.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Direktverbindung zwischen Freudenstadt und Offenburg über Hausach kann zum Fahrplanwechsel am 15. Dezember durch die Südwestdeutsche Landesverkehrsgesellschaft (SWEG) wiederaufgenommen werden – und das mit neuen batterie-elektrischen Zügen. Der bisherige in Hausach entfällt. Darüber berichtet das Verkehrsministerium in einer Pressemitteilung.

„Die emissionsfreien Züge sind ein echter Gewinn für die Region: Sie bieten mehr Komfort, senken den Lärm und tragen aktiv zum Klimaschutz bei. Mit der neuen Fahrzeugflotte für die Ortenau und jetzt auch auf der Strecke nach Freudenstadt zeigen wir, dass klimafreundliche Mobilität nicht nur ein Ziel ist, sondern mit Innovation schnell Realität werden kann“, wird Verkehrsminister Winfried Hermann zitiert.

Zum Einsatz kommen demnach neue Batterietriebwagen des Typs Mireo Plus B von Siemens Mobility. Nach den ersten Einsatzmonaten der neuen Akku-Fahrzeuge in der Ortenau und den gewonnenen Praxiserfahrungen habe sich im Sommer 2024 gezeigt, dass diese die topografisch anspruchsvolle Kinzigtalbahn von Hausach nach Freudenstadt und zurück ohne Zwischenaufladung fahren könnten. Damit habe sich die Möglichkeit ergeben, die Kinzigtalbahn kurzfristig komplett auf elektrischen Betrieb umstellen zu können.

Längere Zeit für Halt

Der SWEG gelang es nach eigenen Angaben, innerhalb weniger Wochen das bereits fertig geplante Kinzigtal-Betriebskonzept und die Personaleinsätze für den Fahrplan 2025 von den bisherigen Dieseltriebwagen auf die Mireo-Züge umzustellen. „Mit dem Einsatz der neuen Batterietriebwagen auf der Kinzigtalbahn zeigt Baden-Württemberg einmal mehr, wie moderner Zugverkehr geht", sagte Hermann.

Aber: "Die neuen Fahrzeuge benötigen mehr Zeit am Halt als die bisher eingesetzten Dieseltriebwagen, da sie mit ausfahrbaren Trittstufen und einem längeren Türschließvorgang die Vorgaben an die Barrierefreiheit erfüllen", heißt es in der Mitteilung. Zur vollständigen Umsetzung des Betriebskonzepts sei zudem eine zusätzliche Weiche am Hauptbahnhof in Freudenstadt nötig. Die "DB InfraGO", das zuständige Eisenbahninfrastrukturunternehmen, beabsichtigte laut der Mitteilung, diese Weiche noch dieses Jahr einzubauen. Der Einbau der Weiche werde allerdings voraussichtlich erst zum Fahrplanwechsel 2026/27 erfolgt sein. Die Verzögerung des Einbaus der Weiche führt dazu, dass der eigentlich geplante Fahrplan nicht stabil zu fahren wäre.

Ersatzverkehr wird eingerichtet

Um die durchgehende Verbindung zuverlässig wiederherzustellen, mussten laut Ministerium deshalb vorübergehend Fahrtzeiten durch Haltausfälle reduziert werden. Bis zum Einbau der Weiche sei es daher nicht möglich, die Halte Loßburg-Rodt und Schenkenzell ab 8.30 Uhr zu bedienen. Züge vor 8.30 Uhr, wochentags der Schülerzug um 12:20 Uhr ab Freudenstadt in Richtung Offenburg und täglich die letzten Abfahrten je Richtung seien hiervon nicht betroffen. Die beiden Stationen seien gewählt worden, da an ihnen die geringste Fahrgastnachfrage zu verzeichnen sei. Ein Ersatzverkehr mit Bussen werde während der gesamten Dauer bereitgestellt und vom Land Baden-Württemberg finanziert.

„Die Verzögerung beim Einbau der Weiche in Freudenstadt bedauere ich sehr, doch wir arbeiten gemeinsam mit allen Beteiligten daran, die Auswirkungen für die Fahrgäste so gering wie möglich zu halten. Die temporären Einschränkungen mit dem Wegfall der Halte in Loßburg-Rodt und Schenkenzell sind leider unvermeidbar, aber wir sorgen mit einem Ersatzverkehr dafür, dass auch diese Stationen weiterhin angebunden bleiben“, sagt Hermann. Die detaillierten Fahrpläne befänden sich aktuell in der letzten Abstimmung.

Landrat und Bürgermeister äußern sich

In einer gemeinsamen Mitteilung äußern sich Landrat Dr. Klaus Michael Rückert und Loßburgs Bürgermeister Christoph Enderle. Sie bedauern die Haltausfälle, "zeigen sich aber erleichtert, dass immerhin der Schülerverkehr am Morgen und zur Mittagszeit nicht betroffen ist". Beide begrüßen demnach die unkomplizierte Herangehensweise und die damit verbundene Finanzierung des Landes beim Ersatzverkehr durch die Busse und versprechen einen stabilen Takt zwischen Loßburg und Freudenstadt Hauptbahnhof, unter Einbindung wichtiger Haltestellen, um den Betroffenen zumindest an dieser Stelle einen Ausgleich bieten zu können. Bürgermeister Enderle wollte mit den Bahnhof eigentlich aufwerten. Aufgrund der Haltausfälle für das nächste Jahr wurde das Projekt vorerst auf Eis gelegt. Abschließend hofft Landrat  Rückert, dass die DB ihn auch mal überrascht "und der Einbau der Weiche in Freudenstadt schneller erfolgt als bisher angekündigt“.