Hat ein Wolf erneut zugeschlagen?: Wieder ein totes Schaf im Kreis Freudenstadt

Hat ein Wolf nun auch in Wörnersberg ein Schaf getötet?
Christian Charisius/dpa- Am 16. Januar wurden in Wörnersberg ein totes und ein verletztes Schaf entdeckt.
- Ob ein Wolf verantwortlich ist, wird am Senckenberg-Zentrum für Wildtiergenetik geprüft.
- Es ist der dritte Vorfall in der Region innerhalb von 20 Tagen.
- In Forbach und Seewald-Hochdorf wurden zuvor tote Schafe und Ziegen gefunden.
- In Forbach zeigen Fotofallen seit Wochen Wölfe, Genetikproben sollen Klarheit bringen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wie das Umweltministerium mitteilt, wurden am Freitag (16. Januar) ein totes und ein verletztes Schaf in der Gemeinde Wörnersberg (Kreis Freudenstadt) gefunden. „Ein Wolf als Verursacher kann zum aktuellen Zeitpunkt weder bestätigt noch ausgeschlossen werden“, heißt es in der Mitteilung, die auf Erkenntnissen der für das Wolfsmonitoring in Baden-Württemberg zuständigen Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) in Freiburg basiert.
Dieser Satz fällt aber zumeist, wenn tote Tiere gefunden werden. Denn die genetischen Proben, die in Wörnersberg genommen wurden, werden nun am Senckenberg-Zentrum für Wildtiergenetik untersucht. Wie es in der Mitteilung des Ministeriums heißt, hat Peter Daiker, Wildtierbeauftragter im Kreis Freudenstadt, die Situation vor Ort dokumentiert.
Es ist der dritte Vorfall binnen kurzer Zeit: Zunächst wurden am zweiten Weihnachtsfeiertag zwei tote Ziegen in Forbach (Kreis Rastatt) gefunden. Zwei tote Schafe gab es dann am Morgen des 29. Dezember in Seewald-Hochdorf (Kreis Freudenstadt). Hochdorf und Wörnersberg liegen nur knapp fünf Kilometer Luftlinie voneinander entfernt.
Von Wörnersberg bis Forbach sind es rund 20 Kilometer – keine Distanz für einen Wolf. In Forbach tappt seit Wochen ein Wolf auch regelmäßig in Fotofallen, sogar zwei Tiere zusammen wurden bereits gesichtet. Fotos reichen jedoch nicht aus, um die Wölfe individuell zu bestimmen. Dafür werden Genetikproben benötigt – zum Beispiel von den toten Schafen und Ziegen.
Die Proben befinden sich alle nun beim Senckenberg-Zentrum in Frankfurt. Wann die Ergebnisse veröffentlicht werden und damit klar sein könnte, ob und welcher Wolf das war, ist nicht absehbar.
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