Sieben Firmen aus der Region
: Diese Weltmarktführer sitzen im Kreis Freudenstadt

In Zusammenarbeit mit der Universität St. Gallen und der „Akademie Deutscher Weltmarktführer“ hat das Magazin „Wirtschaftswoche“ die Liste der „500 heimlichen Weltmarktführer“ veröffentlicht.
Von
NC
Kreis Freudenstadt
Jetzt in der App anhören
Auch Schmalz in Glatten gehört zu den 500 Weltmarktführern.

Auch Schmalz in Glatten gehört zu den 500 Weltmarktführern.

J. Schmalz GmbH
  • Sieben Firmen aus der Region Freudenstadt zählen zu den „500 heimlichen Weltmarktführern“.
  • Voraussetzungen: Jahresumsatz ab 50 Mio. Euro, Export auf min. drei Kontinenten, Marktführerstatus.
  • Arburg, Fischer, Häfele, Homag, Schmalz, Bürkle und Theben gehören zu den gelisteten Unternehmen.
  • Die „Wirtschaftswoche“ erstellt die Liste mit der Uni St. Gallen und der „Akademie Deutscher Weltmarktführer“.
  • Nächste Liste wird beim Gipfel der Weltmarktführer in Schwäbisch Hall erwartet.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Das ist ein starkes Signal für den Wirtschaftsstandort Nordschwarzwald: Einige Unternehmen aus dem Kreis Freudenstadt und zwei angrenzende Firmen haben es in die Liste der „500 heimlichen Weltmarktführer“ in Deutschland, Österreich und der Schweiz geschafft. Diese Auswahl trifft das Magazin „Wirtschaftswoche“ (siehe Infobox) unter der Regie von Prof. Christoph Müller von der Universität St. Gallen in Kooperation mit der „Akademie Deutscher Weltmarktführer“, die in Schwäbisch Hall vom ehemaligen Wirtschaftsminister Dr. Walter Döring (FDP) geleitet wird.

Voraussetzung für die Aufnahme in die Top 500 ist ein Jahresumsatz von 50 Millionen Euro oder mehr, der mindestens zur Hälfe im Ausland und auf mindestens drei Kontinenten erzielt werden muss. Ein Teil der Eigentümer sollte laut „Wirtschaftswoche“ in Deutschland sitzen. Zudem müssen die Unternehmen in Sachen Umsatz in mindestens einem relevanten Marktsegment die Nummer 1 sein. Müller zieht dabei offizielle Zahlen heran – zum Beispiel aus dem Bundesanzeiger – und fragt die Firmen auch nach Daten ab. Das sei nicht immer einfach: „Viele wollen Wettbewerbern nicht verraten, wie und wo es bei ihnen gut oder schlecht läuft“, wird er von dem Magazin zitiert.

Folgende Firmen aus der Region haben es in das Ranking geschafft

Arburg GmbH & Co. KG: Der Spritzgussmaschinen-Hersteller für die Kunststoffverarbeitung aus Loßburg beschäftigt 3700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei einem Jahresumsatz von 600 Millionen Euro (im Jahr 2023 waren es noch 784 Millionen Euro). Arburg ist aktiv auf sechs Kontinenten und kommt auf einen Exportanteil von 73 Prozent.

Fischer GmbH & Co. KG: Die Tumlinger Experten für Dübel und Befestigungssysteme dürfen in der Liste nicht fehlen. Das Imperium von Prof. Klaus Fischer kommt auf einen Jahresumsatz von 1,1 Milliarden Euro und hat 4700 Angestellte. Im Jahr 2023 hatte Fischer noch einen Rekordumsatz von 1,16 Milliarden Euro erzielt. Der Exportanteil von Fischer wird mit über 70 Prozent angegeben, das Unternehmen ist dabei auf vier Kontinenten tätig. Die Tumlinger verweisen darauf, dass die Mitarbeiter von Fischer in Deutschland 20 Mal mehr Patente anmelden als im Durchschnitt der deutschen Wirtschaft.

Häfele SE & Co. KG: Insgesamt 8077 Mitarbeiter sind bei der Firma mit Hauptsitz in Nagold (Kreis Calw) tätig. Der Hersteller von Möbel- und Baubeschlägen erzielte einen Umsatz von 1,71 Milliarden Euro. Der 2022-er Umsatz hatte noch bei 1,87 Milliarden Euro gelegen. Häfele kommt auf einen Exportanteil von über 50 Prozent bei einer Aktivität auf sechs Kontinenten.

Homag AG: Der Schopflocher Hersteller für Holzverarbeitungsmaschinen wird zwar in der Liste nicht einzeln geführt, allerdings die Dürr AG aus Bietigheim-Bissingen, zu der Homag gehört. Dürr kommt auf einen Umsatz von rund 4,7 Milliarden Euro und beschäftigt 18.604 Mitarbeiter. Der Konzern hat einen Exportanteil von 86 Prozent und ist auf fünf Kontinenten aktiv. Homag alleine kommt auf einen Umsatz von 1,41 Millionen Euro (2023: 1,66 Millionen Euro) und 6802 Angestellte (2023: 7348).

J. Schmalz GmbH: Auch in Glatten sitzt ein Weltmarktführer: Mit 213 Millionen Euro Umsatz und 1228 Angestellten wird die Firma Schmalz in der Liste geführt. Im Jahr 2023 hatte Schmalz noch einen Umsatz von rund 284 Millionen Euro vermeldet. Bei einem Exportanteil von 56,3 Prozent ist Schmalz auf fünf Kontinenten tätig. Beim Spezialisten für die Vakuumtechnologie ist auch die sogenannte „F&E-Quote“ vermerkt. Sie gibt einen Hinweis auf den Anteil der Forschungs- und Entwicklungsausgaben am Umsatz oder am Bruttoinlandsprodukt. Sie liegt bei 9,0 Prozent.

Robert Bürkle GmbH: Mit 64 Millionen Euro Umsatz ist der Pressenhersteller aus Freudenstadt ein vergleichsweise kleiner Player unter den Weltmarktführern, der auch schon Umsätze über 100 Millionen Euro erzielt hatte. Bürkle hat 253 Angestellte, kommt auf einen Exportanteil von 73,2 Prozent und ist auf vier Kontinenten tätig. Die „F&E-Quote“ liegt bei 2,0 Prozent.

Theben AG: Haigerloch (Zollernalbkreis) hat ebenfalls einen Weltmarktführer. Der Zeitschalttechnik-Spezialist kommt auf einen Umsatz von 155 Millionen Euro bei 846 Angestellten. Thebens Exportanteil liegt bei über 50 Prozent, das Unternehmen ist auf fünf Kontinenten tätig. Die Firma konnte sich nach dem Einstieg in die Lichtsteuerung und Bewegungsmelder im Jahr 2006 deutlich entwickeln.

Unternehmen, die jetzt fehlen, dürfen sich Hoffnung machen: In der Akademie Deutscher Weltmarktführer werden insgesamt rund 1300 Firmen gelistet, die immer auf die neuesten Kennzahlen hin untersucht werden. Schon Anfang Februar wird die nächste Liste der „Wirtschaftswoche“ erwartet. Dann werden nach Angaben des Magazins beim Gipfel der Weltmarktführer in Schwäbisch Hall potenzielle Aufsteiger als „Future Champions“ gelistet.

Über das Magazin

Die „Wirtschaftswoche“ gilt als führendes Wirtschaftsmagazin in Deutschland. Sie erscheint einmal wöchentlich. Wichtigster Mitbewerber ist das „Handelsblatt“, das täglich erscheint - und zwar unter demselben Dach der „Handelsblatt Media Group“. Nach jüngsten Zahlen brachte es die „Wirtschaftswoche“ im dritten Quartal 2025 auf eine verbreitete Auflage von 98.391 Exemplaren und erreichte über eine halbe Million Leserinnen und Leser. Das Magazin betreibt auch Büros in China, Japan und den USA. Chefredakteur ist Horst von Buttlar.