Schienenverkehr
: Gäubahn-Trasse bleibt bis 24. November gesperrt

Die Deutsche Bahn kann den Betrieb nicht wie geplant Ende Oktober aufnehmen. Ersatzverkehr zwischen Horb und Singen bleibt.
Von
NC
Horb

Eigentlich hätten bereits ab November die Züge zwischen Horb und Neckarhausen zwei Gleise benutzen sollen. Nach mehreren Verzögerungen wird ein normaler Zugverkehr wohl erst ab dem kommenden März dauerhaft möglich sein.

Karl-Heinz Kuball

Hiob sbotschaft für alle Pendlerinnen und Pendler: Die Deutsche Bahn kann die Bauarbeiten an der Gäubahn-Trasse zwischen Horb und Neckarhausen nicht im geplanten Zeitrahmen bis 26. Oktober abschließen.

Entsprechende Informationen, die die Interessensgemeinschaft „Pro Gäubahn“ am späten Montagabend aus „gut unterrichteten Kreisen“ in sozialen Medien gestreut hatte, bestätigte die Deutsche Bahn am Dienstagmittag in einer Pressemitteilung. Darin heißt es, dass sich die Sperrung bis zum 24. November ziehe. Als Gründe gibt der Mobilitätskonzern „Material- und Personalengpässe“ an. Die Bahn werde entsprechend einen Ersatzverkehr mit Bussen einrichten. Dieser läuft aktuell schon - jedoch nicht immer zuverlässig. Die Gesamtinbetriebnahme sei weiterhin für Februar 2024 geplant.

Thorsten Krenz, Konzernbevollmächtigter der DB für das Land Baden-Württemberg, wird zitiert: „Alle Beteiligten haben intensiv dafür gekämpft, die fehlenden Ressourcen auszugleichen. Leider ist dies trotz aller Anstrengungen nicht gelungen. Das ist bitter, da wir den Reisenden in den letzten Wochen und Monaten bereits viel zugemutet haben. Wir bitten alle Fahrgäste für die Verzögerung und die daraus entstehenden Unannehmlichkeiten um Entschuldigung.“

Die Gäubahn-Verantwortlichen geizen damit weiter nicht an schlechten Nachrichten für die Fahrgäste: Erst Ende Juli hatte die DB verkündet, dass die Strecke Horb-Neckarhausen nicht komplett am 1. November in Betrieb gehen könne und daher eine weitere Bauphase mit Sperrung zwischen 8. Januar und 29. Februar des kommenden Jahres nötig sei. Als Grund wurde damals „der Personalengpass bei Plan- und Abnahmeprüfern“ genannt.

Das Unternehmen müsse in dem Zeitraum neben der Prüf- und Abnahmephase für den zweigleisigen Ausbau zwischen Horb und Neckarhausen weitere Projekte bewältigen, die Auswirkungen auf den Fahrplan nach sich ziehen: So arbeite man in der Zeit am digitalen Knoten Stuttgart im Bereich Vaihingen, Flughafen, Böblingen und der Einschub des Wurmviadukts stehe an. Daran werden sich im Zusammenhang mit dem digitalen Knoten Stuttgart restliche Arbeiten im Bereich Stuttgart-Vaihingen mit geringeren Auswirkungen auf den Zugverkehr anschließen.

Der Grünen-Bundestagsabgeordnete und Bahn-Experte Matthias Gastel nimmt die aktuellen Verzögerungen zum Anlass, seine Forderungen zu untermauern: „Die Deutsche Bahn muss mit ihrem Baustellenmanagement deutlich besser werden“, teilte er am Dienstag mit. Dies gelte auch für die Bündelung verschiedener Baumaßnahmen, „um die Gesamtdauer von Streckensperrungen zu reduzieren“. Denn auch in die andere Richtung der Gäubahn hatten sich Arbeiten am Wurmviadukt in Ehningen verzögert.

So sehen die Verbindung bis zum 24. November aus

Laut Information der Deutschen Bahn fallen weiterhin die Züge der Linie RE14 zwischen Horb und Rottweil aus. Der Schienenersatzverkehr zwischen Horb und Rottweil mit Halt in Sulz (Neckar) und Oberndorf (Neckar) bleibe dementsprechend bestehen. Die Fernverkehrszüge der IC-Linie Stuttgart–Horb–Singen–Zürich fahren zwischen Stuttgart und Horb im Zweistundentakt, zwischen Horb und Singen (Hohentwiel) ersetzt die Bahn weiterhin die Züge durch Busse. Ab Singen verkehren die Züge in Richtung Zürich „wie gewohnt“ im Stundentakt. Informationen gebe es in Echtzeit sowohl in der Reiseauskunft auf m.bahn.de, in der Bahn-App DB Navigator.