Schiene statt Straße
: Horber BFT fährt Großauftrag aus Nürnberg ein

Das Entsorgungsunternehmen Durmin will einen Großteil seiner Transporte vom Main-Donau-Kanal ins Salzbergwerk Stetten bei Haigerloch über die Schiene abwickeln.
Von
NC
Horb/Stetten
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Die beiden Reachstacker des Black Forst Terminal hieven die Container aus Nürnberg nach ihrer Ankunft im Horber Industriegebiet von den Waggons für die Weiterfahrt ins Salzbergwerk nach Haigerloch-Stetten.

Die beiden Reachstacker des Black Forst Terminal hieven die Container aus Nürnberg nach ihrer Ankunft im Horber Industriegebiet von den Waggons für die Weiterfahrt ins Salzbergwerk nach Haigerloch-Stetten.

BFT
  • Das Entsorgungsunternehmen Durmin verlagert Transporte ins Salzbergwerk Stetten auf die Schiene.
  • 1500 Tonnen CO2 werden jährlich eingespart, statt 4000 LKW-Fahrten fahren nun 2 Züge pro Woche.
  • Der Großauftrag wurde von BFT-Geschäftsführer Richard Lagger und Durmin-Geschäftsführern unterzeichnet.
  • Horber Terminal profitiert wirtschaftlich, erste Fahrten haben begonnen.
  • Nachhaltigkeit und Klimaschutz stehen im Fokus.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Das Horber Black Forest Terminal (BFT) im Industriegebiet Heiligenfeld fährt einen Großauftrag aus Nürnberg ein. Und das, "um damit nicht nur symbolisch den Anfangsknopf für den Klimaschutz zu drücken", wie es in einer Pressemitteilung des BFT heißt. Das Entsorgungsunternehmen Durmin Entsorgung und Logistik GmbH, das dem Unternehmensverbund "Die Grünen Engel" gehört, wickele künftig einen Großteil seiner Transporte vom Bayernhafen am Main-Donau-Kanal ins Salzbergwerk Stetten bei Haigerloch über die Schiene ab.

Durch die Verlagerung der Transporte auf die Schiene werden laut der Mitteilung jährlich rund 1500 Tonnen Kohlenstoffdioxid (CO2) eingespart, denn bislang seien die rund 108.000 Tonnen Versatzmaterial ausschließlich über die Straße nach Stetten transportiert worden, was täglich 30 Lastwagenfahrten über jeweils knapp 270 Kilometer hin und auch zurück bedeutet habe. Davon blieben jetzt nur noch 24 Entfernungskilometer pro Spezialcontainer zwischen dem Horber Terminal und dem Haigerlocher Stadtteil übrig. Genutzt werden laut der Mitteilung eigens für diese Zwecke entwickelte Container mit Planensystem. Statt knapp 4000 Lastwagen-Fahrten pro Jahr sollen jetzt zwei Züge pro Woche mit 44 Containern von Nürnberg nach Horb und zurück fahren. "Dadurch fallen fast zwei Millionen Straßenkilometer weg", rechnet das BFT vor.

Durch den Großauftrag aus Bayern, den BFT-Geschäftsführer Richard Lagger gemeinsam mit den Durmin-Geschäftsführern Florian Lankes und Dr. Alexander Döring in Nürnberg unterzeichnet hat, mache das Horber Terminal einen gewaltigen Schritt nach vorne. „Es verdient höchsten Respekt, dass unsere Neukunden, den Klimaschutz mit hohen Investitionen begleiten“, kommentiert Richard Lagger in der Mitteilung diesen „grünen und nachhaltigen Schienentransport“, der teurer sei als der Transport auf der Straße. Dennoch sei ihm klar, „dass der Druck zur Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene noch größer werden wird“. Für das Horber Terminal komme der Großauftrag vor dem Hintergrund der schwächelnden Wirtschaft auch in der Region genau zum richtigen Zeitpunkt.

Schlüsselübergabe (von links): die Durmin-Geschäftsführer Dr. Alexander Döring und Florian Lankes erhalten von BFT-Geschäftsführer Richard Lagger in Nürnberg einen goldenen Planenschlüssel zur Vertragsunterzeichnung.

Schlüsselübergabe (von links): die Durmin-Geschäftsführer Dr. Alexander Döring und Florian Lankes erhalten von BFT-Geschäftsführer Richard Lagger in Nürnberg einen goldenen Planenschlüssel zur Vertragsunterzeichnung.

BFT

„Wir müssen beim Klimaschutz endlich den Anfangsknopf drücken“, unterstreicht Durmin-Geschäftsführer Lankes die Bedeutung des Projekts, dessen Realisierung „Die Grünen Engel“ als Spezialisten für nachhaltiges und effizientes Recycling bereits seit Jahren verfolgen. „Es ist jeder in der Pflicht, sich in den Klimaschutz einzubringen“, betont auch Döring. Doch das Recycling-Unternehmen erhalte keine Fördergelder für das Bekenntnis zum nachhaltigen Transport, wie Lankes in der Mitteilung ausdrücklich betont. „Obwohl mir aktuell niemand einfällt, der momentan solche Mengen auf die Schiene verlagert.“ Es sei ein „Meilenstein in unserer Transportlogistik“.

Realisieren ließ sich das Projekt laut BFT vor allem durch die hauseigene Spedition MDU Main-Donau-Umschlags- und Transport GmbH und weil das Horber Terminal in der Nähe zu Stetten liegt. Ein weiterer wichtiger Aspekt für den kombinierten Güterverkehr seien die Fahrerkapazitäten. Ein Hafenkran übernehme die Verladung in Nürnberg. In Horb seien es die Reachstacker, die die gefüllten Container vom Zug auf die Lastwagen hieven, die dann regelmäßig ins Bergwerk pendeln sollen.

Die ersten leeren Container hätten sich bereits auf die Reise nach Nürnberg gemacht und seien beladen am Montag in Horb eingetroffen. Künftig sollen sie zweimal wöchentlich immer dienstags und donnerstags im BFT-Terminal ankommen. Der 440 Meter lange Zug, der aus 22 Waggons mit je zwei Containern bestehe, werde ein Gesamtgewicht von 1750 Tonnen auf die Schiene bringen.

Das Terminal in Horb

Mit dem Black Forest Terminal (BFT) im Horber Industriegebiet Heiligenfeld "ist Anfang 2023 eine der wichtigsten Drehscheiben für die Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene in Betrieb gegangen", heißt es in einer Selbstbeschreibung des Unternehmens. Die Frachtcontainer aus und für Süddeutschland werden demnach nicht mehr über die Straße, sondern über die klimafreundlichere Schiene an ihre Bestimmungsorte transportiert. Das dezentrale Hinterland-Terminal werde künftig durch zusätzliche Serviceangebote im Intermodalen Servicezentrum Horb (ISH) ergänzt. Dort sollen Container zwischengelagert sowie Reparaturarbeiten und Serviceleistungen angeboten werden. In der ISH-Gesamtfläche von 43.000 Quadratmetern sei eine Abstellfläche für bis zu 3.500 TEU (Twenty Foot Equivalent Unit) enthalten. Die Kapazität zum Zwischenlagern von leeren und beladenen Containern im BFT selbst umfasse rund 1000 TEU.