Rundgang durch die Stadt
: Wie barrierefrei ist Dornstetten im Umbau? Der Realitätscheck

Die Stadtverwaltung und das Team Barrierefreiheit haben die Umleitungswege im Dornstetter Zentrum unter die Lupe genommen.
Von
NC
Dornstetten
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Elf Köpfe entdecken mehr als einer: Gemeinsam mit der Stadtverwaltung machten sich Mitglieder des Bürgerteams Barrierefreiheit auf, um die Baustellen-Umleitungen auf Barrieren zu testen.

Elf Köpfe entdecken mehr als einer: Gemeinsam mit der Stadtverwaltung machten sich Mitglieder des Bürgerteams Barrierefreiheit auf, um die Baustellen-Umleitungen auf Barrieren zu testen.

Stadtverwaltung
  • Realitätscheck: Elf Bürger prüfen Barrierefreiheit der Baustellenumleitung in Dornstetten.
  • Enge Wege, fehlende Beleuchtung und Bordsteinkanten erschweren den Zugang für Rollstühle und Rollatoren.
  • Stadtverwaltung und Bürgerteam arbeiten gemeinsam an Lösungen; tägliche Veränderungen der Baustellen.
  • Positive Stimmung trotz Herausforderungen, Team zeigt Engagement und Willen zur Verbesserung.
  • Ziel: Teilhabe für alle durch Sensibilität und guten Willen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die gesetzlichen Vorgaben zur Barrierefreiheit in öffentlichen Gebäuden sind inzwischen zahlreich. Doch was ist mit der Barrierefreiheit auf dem Weg dorthin – während der Bauphase? Das Bürgerteam „Barrierefreiheit in Dornstetten“ und das Bauamt haben bei einer Ortsbegehung den Realitätscheck gemacht. Darüber berichtet die Stadtverwaltung in einer Mitteilung.

Eine elfköpfige Gruppe aus Bürgerinnen und Bürgern, teils mit Handicap, teils in der Rolle als Begleitpersonen, schiebt sich im Gänsemarsch über die Fußgängerpfade, die sich derzeit durch die Baustelle in der oberen Hauptstraße winden. Die Stadtverwaltung hatte Vertreter des Bürgerteams und der Grundschule eingeladen, die Baustellenumleitung bei einer gemeinsamen Ortsbegehung auf Hindernisse und Verbesserungsbedarf in Sachen Barrierefreiheit zu untersuchen. Dazu läuft die Gruppe die üblichen Wege ab, die bei Alltagsbesorgungen und auf dem Schulweg in Dornstettens Zentrum zurückgelegt werden: von der Apotheke zur Bank, über die Straße zur Grundschule, an der Halle entlang und schließlich in die Gartenstraße, wo derzeit die Autos umgeleitet werden.

Fast täglich Änderungen

„Sagen Sie uns, wo Sie eine schwierige Stelle sehen“, bittet Hanna Schneider, die das Projektteam Barrierefreiheit seitens der Stadtverwaltung betreut. Das dauert nicht lange. An einer Gebäudeecke ist der Platz zwischen mobiler Absperrung und Hauswand so schmal, dass es der Rollstuhl nur mit eleganter Fahrkunst um die Ecke schafft, während der Rollator gleich hängen bleibt. In der Heselwiesenstraße fahren Autos teils rückwärts in den abgesperrten Bereich, weil sie dort irrtümlich eine Parklücke vermuten – obwohl die Buskinder der Grundschule gerade diesen Bereich für ihren Schulweg kreuzen müssen.

Der provisorische Durchgang von der Kreissparkasse zur Grundschule endet derzeit noch unglücklich an einer Bordsteinkante im Schotterbett. Wer mit dem Rollstuhl athletisch ist, schafft es gut hinüber – andere aber brauchen Hilfe. Bei Nacht kommt hinzu, dass die Straßenlampen vor der Stadthalle derzeit abgebaut sind, was die Orientierung erschwert.

Es gibt viele Anregungen. Nicht für alles lässt sich über Nacht eine Lösung finden. „Manches müssen wir mitnehmen und überlegen, wie wir damit umgehen können“, wird Bauamtsleiter Alexander Mönch zitiert. Zumal die Baustelle höchst dynamisch ist und täglich ihr Gesicht verändert. Die wichtigste Aufgabe sieht die Stadtverwaltung darin, dass alle Bereiche jederzeit für alle Personen zu erreichen sind.

Viele Bereiche in der Baustelle verändern sich täglich. Manchmal ist man auf eine helfende Hand angewiesen.

Viele Bereiche in der Baustelle verändern sich täglich. Manchmal ist man auf eine helfende Hand angewiesen.

Stadtverwaltung

Heute wird asphaltiert, morgen sieht es hier schon wieder anders aus. Die Baustelle wirkt wie ein Dschungel aus rot-weiß-gestreiften Zäunen, gelben Warnleuchten und Schildern – eingebettet in eine imposante Kulisse aus Baugeräuschen. Alle Teilnehmenden der Ortsbegehung nehmen es jedoch gelassen. Dass alle ihr Bestes geben, um die Baustelle für alle so gut wie möglich zu gestalten, ist offensichtlich. Gleichzeitig ist der gemeinsame Gang durch das Baustellen-Areal laut der Mitteilung sehr aufschlussreich.

Denn oft sind es Kleinigkeiten, die den Unterschied machen zwischen barrierefrei und eben nicht. Viele Hindernisse fallen einfach nicht auf, wenn man sich als Baustellenprofi routiniert durch das Labyrinth aus Durchlässen und Gruben schlängelt. Für das Team der Stadtverwaltung ist die Unterstützung des Bürgerteams Barrierefreiheit daher sehr wertvoll, denn die Mitglieder des Teams helfen mit ihrem Feedback, den Blick für Barrieren zu schärfen.

Beim Rückweg die Straße hinauf fallen so auf einmal links und rechts noch zahlreiche weitere Details auf, die für eine barrierearme Innenstadt verbessert werden können. Vieles davon ist mit etwas Aufmerksamkeit und gutem Willen zu machen. Die Engstelle am Bauzaun beispielsweise wird von der Baumannschaft mit einem beherzten Griff innerhalb von Sekunden behoben. Sie zeigen, dass der Leitsatz stimmt, den das Team „Barrierefreiheit in Dornstetten“ schon im vergangenen Jahr formuliert hat: „Völlige Barrierefreiheit gibt es nicht, aber Teilhabe kann trotzdem für alle möglich sein. Es braucht nur ein wenig Verständnis, Sensibilität und guten Willen.“