Prävention
: Den Ernstfall vorgeführt

Eine große Rettungsübung war der abschließende Höhepunkt der zweiwöchigen Verkehrssicherheitstage am Freudenstädter Berufsschulzentrum.
Von
Monika Schwarz
Freudenstadt

Mit einer Übung von Feuerwehr und DRK gingen die Verkehrssicherheitstage am Berufsschulzentrum zu Ende.

Monika Schwarz

Bei der gemeinsam vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) und der Feuerwehr durchgeführten Rettungsübung nach angenommenen Verkehrsunfall arbeiteten die Helfer gut zusammen, so dass der Ablauf reibungslos funktionierte. Nicht ganz freiwillig, bewiesen sie dabei Flexibilität. Kaum hatte Stadtkommandant Tom Anger von der Freiwilligen Feuerwehr Freudenstadt die Schülerinnen und Schüler auf dem Pausenhof begrüßt und das Szenario erklärt, da wurde er mit seiner achtköpfigen Truppe wegen eines realen Einsatzes alarmiert und musste die Schauübung vorzeitig verlassen.

Das von vielen mit Spannung erwartete Aufschneiden des Autodachs und das Herausschneiden der verletzten Personen fiel deshalb aus. Die Bergung der im PKW verunfallten Personen wurde aber dennoch, in etwas abgewandelter Form, fortgesetzt.

Neben der Feuerwehrtruppe war ein fünfköpfiges DRK-Team vor Ort, darüber hinaus erstmals auch das Gründler-Rettungsfahrzeug von Markus Gründler, der die Rettung mit seinen Equipment unterstützte und das Fahrzeug vorstellte. Es ist laut Gründler in dieser Form bundesweit einmalig und ist mit Spezialgeräten ausgerüstet – über den sonst üblichen Standard in Rettungsfahrzeugen hinaus. Daraus ergeben sich für die Verletzten medizinische Möglichkeiten und Chancen, die sie bei Versorgung mit einem normalen Rettungsfahrzeug so nicht hätten. Ziel bei alledem sei es, den Aufenthalt an der Unfallstelle selbst so kurz wie möglich zu halten.

Gezeigt wurde das typische Szenario nach einem Autounfall mit zwei Insassen und einer Augenzeugin. Schülerinnen der Luise-Büchner Schule spielten die drei Personen. Sie waren passend zu den Verletzungen geschminkt, um ein möglichst realistisches Bild zu vermitteln. Eine Platzwunde an der Stirn und Nasenbluten bei der Fahrerin gehörten ebenso zum Szenario wie eine Beifahrerin, die ihre Beine nicht mehr spürte. Die Augenzeugin stand unter Schock.

Nach der Alarmierung war zunächst ein „Ersthelfer vor Ort“ an der Unfallstelle und verschaffte sich einen ersten Eindruck. In wenigen Minuten Abstand traf zunächst ein Rettungswagen mit einem Rettungsassistenten und einem Rettungssanitäter, anschließend ein zweiter Rettungswagen mit Notarzt und weiterem Rettungsassistenten ein. Die Feuerwehr kam mit einer sechsköpfigen Staffelbesatzung. Die Männer hatten gerade das Spezialschneidgerät ausgepackt, als sie den Schulhof aufgrund der eingangs geschilderten Alarmierung auch schon wieder verlassen mussten.

Ungeachtet dessen entfernten die Helfer zunächst die Augenzeugin aus dem Gefahrenbereich und versorgten sie im Rettungswagen. Den PKW unterlegten sie mit Hölzern, damit er stabil stand. Eindrucksvoll demonstrierten die Rettungskräfte den Ernstfall. Ihr Aufgabenspektrum reichte von der in solchen Situationen nicht unwichtigen psychischen Betreuung über nötige Infusionen im Bedarfsfalle bis hin zu Verbänden und der stetigen Überprüfung der Vitalwerte.

Zahlreiche Schüler des Berufsschulzentrums verfolgten das rund 30-minütige Geschehen gebannt. Sie hatten in den vergangenen 14 Tagen täglich Gelegenheit, an unterschiedlichen Aktionen, Workshops, Vorträgen und Übungen der Aktion „Junge Fahrer“ teilzunehmen und sich damit im Hinblick auf die Gefahren des Straßenverkehrs zu sensibilisieren. Erst vor wenigen Tagen ist ein 18-jähriger Fahranfänger aus dem Kreis Tübingen in der Nähe von Horb bei einem Unfall tödlich verunglückt.