Personalie
: 37 Jahre lang war sie die Stimme der SÜDWEST PRESSE in Horb

Sabine Schuck hat 1988 in der Anzeigenabteilung und am Schalter angefangen. Jahrzehntelang kümmerte sie sich um die Belange der Leserinnen und Leser der SÜDWEST PRESSE. Jetzt geht die 63-Jährige in den Ruhestand.
Von
Dagmar Stepper,
Marike Schneck
Horb am Neckar
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An diesem Platz saß Sabine Schuck 37 Jahre lang. Zur Arbeit ist sie immer gerne in die Schillerstraße gekommen. Doch jetzt freut sie sich auf ihren Ruhestand.

An diesem Platz saß Sabine Schuck 37 Jahre lang. Zur Arbeit ist sie immer gerne in die Schillerstraße gekommen. Doch jetzt freut sie sich auch auf ihren Ruhestand.

Benjamin Breitmaier
  • Sabine Schuck verabschiedet sich nach 37 Jahren bei der SÜDWEST PRESSE in den Ruhestand.
  • Sie begann 1988 in der Anzeigenabteilung in Horb und war Stimme und Gesicht der Geschäftsstelle.
  • Ihre Aufgaben wandelten sich mit der Digitalisierung – von Archivarbeit bis hin zu Kundenservice.
  • Mit der Schließung der Geschäftsstelle am 22. September endet ein Kapitel der Zeitung in Horb.
  • Im Ruhestand plant sie Reisen, Gartenarbeit und vielleicht eine Rückkehr zur Goldschmiedekunst.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

„SÜDWEST PRESSE, Schuck, Grüß Gott?“ Unzählige Male in den vergangenen 37 Jahren hat sie diesen Satz gesagt. Sabine Schuck war das Gesicht hinter dem Schalter in der Horber Schillerstraße und die Stimme am Telefon. Am heutigen Freitag hat sie ihren letzten Arbeitstag bei der SÜDWEST PRESSE, die 63-Jährige geht in den Ruhestand, genauer in die passive Phase ihrer Alterszeit.

Ihr beruflicher Weg führte Sabine Schuck nicht direkt in die Anzeigenabteilung unserer Zeitung. Geboren in Stuttgart, wuchs Sabine Schuck die ersten Jahre bei Ludwigsburg auf, ehe die Familie nach Ihlingen zog und das obere Neckartal und Horb ihre Heimat wurden. Dennoch zog es Sabine Schuck nach dem Realschulabschluss wieder in die weite Welt. An der Goldschmiedeschule in Pforzheim und beim damaligen Juwelier Schlüter in Freudenstadt absolvierte sie ihre Ausbildung. Als Goldschmiedin arbeitet sie hernach in Wiesloch und lebte sechs glückliche Jahre im Kraichgau, ehe Familie und Freunde drauf drängten, dass sie wieder nach Horb kommen möge.

Die beste Freundin ( „Wir kennen uns, seit wir 11 Jahre alt sind!“) gab den Ausschlag. In den 1980er-Jahren kehrte Sabine Schuck wieder in die Heimat zurück. Durch Zufall kam sie zur 1988 zur SÜDWEST PRESSE nach Horb und arbeitet halbtags im Redaktionsarchiv. Damals war von Digitalisierung noch keine Rede, mussten Zeitungsartikel ausgeschnitten, thematisch sortiert und abgeheftet werden. Sabine Schuck lernte also das Zeitungsgeschäft von der Pike auf kennen und schätzen, und die Zeitungsleute sie.

„Es war wie ein Sechser im Lotto“

Weil so ein Halbtagsjob natürlich nicht fürs Leben reichte, arbeitet Schuck zudem im „Waldhorn“ in Gündrigen, auch am Wochenende. „Das war schon hart. Kein einziger Tag frei, nie ein Wochenende für mich“, erinnert sie sich. Als in der Anzeigenabteilung eine 100-Prozent-Stelle frei wurde, hatten die Redakteure gleich ihre Sabine im Sinn. Schuck wurde gefragt, ob sie Interesse habe. Sie hatte. „Seither sitze ich auf diesem Stuhl“, sagt sie und lacht. „Es war wie ein Sechser im Lotto.“

Ihre Arbeit hat sich in den nahezu vier Jahrzehnten ganz schön verändert. „Als ich hier angefangen habe, gab es noch keine PCs, das gesammelte Material wurde täglich mit dem Zug nach Tübingen geschickt“, erzählt sie. Im oberen Stock hackten die Redakteure auf ihre Schreibmaschinen ein. Im Erdgeschoss erfasste Sabine Schuck die Anzeigen. Werbung für die kleineren Firmen und Handwerksgeschäfte aus dem Raum Horb, vor allem aber Todesanzeigen. Das erfordert Takt – und Zeit. „Die Angehörigen kamen ja persönlich vorbei, und da habe ich schon auch immer mitgefühlt“, sagt sie.

In ihren Anfangszeiten wurde noch alles mit der Hand geschrieben, heute läuft alles über den Computer. Sabine Schuck hat zum Ende ihrer Dienstzeit drei Monitore vor sich stehen.

Zuerst alles nur auf Papier, später drei Monitore

Die Digitalisierung nahm Fahrt auf, nach der Jahrtausendwende ging's Schlag auf Schlag. Da muss man flexibel sein und darf keine Angst vor Neuem haben. Sabine Schuck brachte all das mit. Sie lernte die Programme und arbeitete sich ein. Wo aufgrund von Digitalisierung, Automatisierung oder Zentralisierung Aufgaben wegfielen, kamen neue hinzu.

Sie übernahm Arbeiten im Vertrieb und in der Redaktion, kümmerte sich zum Beispiel um die Gottesdienstseite (für die jüngeren Leser: Ja, das wurde in der Zeitung mal gedruckt!) und das „Was, Wann, Wo“ mit den Veranstaltungen, Notdiensten und Freizeitangeboten in der Region. Auch die Arbeit am Schalter, der Verkaufsstelle der SÜDWEST PRESSE, nahm Sabine Schuck gut in Beschlag: Es kamen Kunden, um Veranstaltungstickets zu kaufen, Bücher, Kalender und andere Dinge.

Und natürlich kamen auch Leserinnen und Leser, die ein Anliegen hatten. Der eine hatte keine Zeitung bekommen, die andere hatte eine Idee für die Redaktion. Manche wollten ein paar Prospekte mitnehmen und dabei einen kleinen Plausch halten. Und wieder andere kamen einfach so für ein Schwätzle vorbei. Corona änderte das schlagartig. Der Schalter war zu, Publikumsverkehr nicht erlaubt. Und als die Lockdowns vorbei waren, hatten auch jene, die bisher noch in die Schillerstraße gekommen waren, gelernt, ihre Tickets und Bücher im Internet zu bestellen.

Telefon: Freund und Feind in einem

Die Welt wanderte mit der Pandemie ins Netz und der Kunde ans Telefon, könnte man sagen. Ach ja, das Telefon: Für Sabine Schuck war es zuletzt Freund und Feind. Es gab Tage, da hing sie den ganzen Tag an der Strippe und kam kaum hinterher, zum Beispiel wenn irgendwo die Zeitung nicht rechtzeitig im Briefkasten war. Darunter waren aber auch immer viele nette Gespräche, erzählt Sabine Schuck. Und so manches Mal war sie auch Seelentrösterin und Zuhörerin.

Wenn sie auf ihre Zeit bei der SÜDWEST PRESSE zurückblickt, sagt Sabine Schuck: „Ich bin immer gerne zur Arbeit gegangen.“ Aber sie freut sich jetzt auch auf den Ruhestand. Die Eltern sind in einem Alter, in dem sie Unterstützung brauchen. Die Freundin freut sich, dass Sabine jetzt nicht nur immer noch hier wohnt, sondern auch mehr Zeit hat. Sabine Schuck will walken gehen, den elterlichen Garten in Schuss bringen, ab und an mal einen Kuchen backen – „Ich bringe auch einen in der Redaktion vorbei!“, verspricht sie. Sie will auf Reisen gehen, denn sie liebt das Meer. Und vielleicht wird sie auch wieder ihr altes Goldschmiede-Werkzeug auspacken und probieren, ob sie noch auf den Zehntelmillimeter genau sägen, feilen und hämmern kann.

Worauf sie sich aber am meisten freut: „Ich kann jetzt in den Tag leben, mir mehr Zeit lassen, die Dinge ruhiger angehen.“  Das wünscht ihr auch die Redaktion: „Liebe Sabine, genieße deinen Ruhestand!“

Geschäftsstelle ab dem 22. September geschlossen

Mit dem Ruhestand von Sabine Schuck endet ein Kapitel der SÜDWEST PRESSE in Horb. Die Geschäftsstelle in der Schillerstraße 22 ist ab dem 22. September geschlossen. Die Redaktion bleibt in dem Gebäude und ist auch weiterhin in Horb für ihre Leserinnen und Leser erreich- und ansprechbar.