Partnerschaft auf der Zunge spüren
: Kinder aus Horb und Salins-les-Bains berieten sich über die Zukunft der Städtepartnerschaft

Grenzen und Kriege sind Geschichte und heutigen Jugendlichen schwer zu vermitteln, dennoch bot die Reise nach Salins-les-Bains Ansätze, ganz neue Konzepte zu entwickeln.
Von
HANS-MICHAEL GREISS
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Nicht gesetzt

Wochen oder gar längere Zeiten gemeinsam verbringen wollten die Jugendlichen, um zu erleben, welchen Reichtum sie mit der Anwendung zweier Sprachen entdecken können, sei es in Ferienlagern oder im Schulaustausch. Manche der Gesprächspartner besuchen das Lycée Victor Considérant und wollen auch in den Austausch einbezogen werden. Diese dem Gymnasium vergleichbare Schule hat einen Sportzug und reizt damit zum sportlichen Wettkampf, bevorzugt im Basketball.

Nachwuchs-Journalist Louis Colmagne schlug vor, Nachrichten auszutauschen, um über die lokalen Zeitungen das Geschehen der Partnerstadt darzustellen. Oberbürgermeister Peter Rosenberger lud ihn spontan zum „Holi Day-Festival“ des Jugendgemeinderates ein, damit er sowohl in Horb als auch in Salins darüber berichten kann. Er bedauerte, dass die Horber Schulen sich auf Partnerschulen an anderen Orten festgelegt hätten, und sah den in diesem Schuljahr beginnenden Französischunterricht an der Gemeinschaftsschule als Chance, auch dort gleich den Kontakt zu Salins zu begründen.

Firmen und Behörden sollten Praktikumsplätze für Auszubildende oder junge Berufstätige bereit stellen. Angeregt von so viel Brainstorm wollten auch die Erwachsenen nicht zurückstehen und brachten Vorschläge in die Diskussion, die Jura-Käsesorten Compté, Morbier und Tomme auch in Horb in den verschiedenen Reifegraden bis zum uralt-würzigen Spitzenprodukt zu vertreiben oder mit den erlesenen Weinen die Partnerschaft auf der Zunge zu spüren. Die Töpfereien in Salins fertigen nicht nur langweiliges Geschirr, sondern, wie das Gastgeschenk zeigt, Keramiken mit moderner Kunst, die auch deutsche Wohnungen zieren kann.

Bis auf den Pétanque-Club sind die gemeinsamen Aktivitäten der Vereine im Lauf der 25 Jahre eingeschlafen. Die Partnerschaftsorganisatoren träumen von einer Wiederbelebung der gemeinsamen Freizeitgestaltung mit regen Begegnungen. Alle an den beiden Orten tätigen Vereine werden aufgefordert, über Verbindungen zu Freunden gleicher Interessenlage nachzudenken und in ihr Programm aufzunehmen. Während des alljährlichen Büchermarktes in Salins-les-Bains fuhren Literaturfreunde in das 17 Kilometer entfernte Arc-et-Senans und wandern zurück über Stationen mit Autorenlesungen und Weinproben.

Touristikmanager beider Städte sollten gezielt auf die reizvollen Ferienmöglichkeiten hinweisen und partnerschaftlich Vorschläge und Angebote erarbeiten. Neben den beiden Bürgermeistern stellten sich Nelly Asprion aus Horb und Partnerschaftssekretärin Anne-Sophie Foret mit den jungen Hoffnungsträgern zum Gruppenbild, da sie erklärten, sich persönlich für eine zukunftsträchtige Jumelage, die bei diesem Treffen zur Familie gewachsen war, mit engagierter Begleitung einsetzen zu wollen.