Neuer Landrat gewählt: Christoph Keckeisen ist neuer Landrat im Landkreis Rottweil

Christoph Keckeisen ist neuer Landrat im Landkreis Rottweil.
Markus Ulmer- Christoph Keckeisen (49) wurde mit 39 von 43 Stimmen zum Landrat gewählt.
- Er folgt auf Landrat Dr. Wolf-Rüdiger Michel (67/CDU), der im April in Ruhestand geht.
- Keckeisen ist Erster Landesbeamter im Bodenseekreis seit 2019; Jurist mit Stationen in BW.
- Schwerpunkte: „Politik der Vernunft“, gesunde Finanzen, Bildung, Infrastruktur, ÖPNV, MVZ.
- Wahl durch Kreistag Rottweil: 46 Sitze; Bonath (53) erhielt vier Stimmen; Wahl geheim.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Landrat Dr. Wolf-Rüdiger Michel (67/CDU) geht mit Ablauf seiner dritten Amtszeit im April in den Ruhestand. Und jetzt steht auch fest, wer der neue Landrat im Kreis Rottweil wird. Am Montagnachmittag wählte der Kreistag Christoph Keckeisen (49) aus Ravensburg mit 39 von 43 Stimmen zu Michels Nachfolger. Von 46 Kreisräten waren am Montag 43 in der Rottweiler Stadthalle anwesend. Keckeisens Konkurrent Frank Bonath (53) erhielt vier Stimmen.
Der neue Rottweiler Landrat hat schon Erfahrungen in einem Landratsamt. Seit 2019 ist Christoph Keckeisen Erster Landesbeamter im Bodenseekreis und Stellvertreter von Landrat Luca Wilhelm Prayon. Keckeisen hatte sich den Kreisräten als zweiter Kandidat vorgestellt. Eines seiner Schwerpunktthemen waren gesunde Finanzen. Er sprach von einer „Politik der Vernunft und des Maßes“. Er, so Keckeisen, stehe zudem für gute Bildung und wolle sich stark machen, dass der Landkreis Rottweil als Innovations- und Hochschulstandort an Bedeutung gewinne.

Christoph Keckeisen und seine Frau Marcia freuen sich über den Wahlausgang.
Pressefoto UlmerEinen weiteren Schwerpunkt sieht Keckeisen in einer leistungsfähigen Infrastruktur und Verlässlichkeit beim ÖPNV und auch bei einer „krisenfesten Daseinsvorsorge“. Die Situation bei den Kinder- und Jugendärzten im Landkreis Rottweil sei besorgniserregend, sagte Keckeisen in seiner Rede und legte sich fest: „Ich unterstütze ein Medizinisches Versorgungszentrum.“
Keckeisen will mit der Familie auch im Landkreis Rottweil leben
Der 49-Jährige lebt bisher mit der Familie Ravensburg. Als Landrat will er mit seiner Frau Marcia und den Söhnen im Kreis Rottweil heimisch werden.
Keckeisen ist Jurist. Ehe er Erster Landesbeamter im Bodenseekreis wurde, leitete er das Umwelt- und Baurechtsamt im Hohenlohekreis, später war er im Dienst des Landes Baden-Württemberg in den Innenministerien in Stuttgart und Berlin tätig. 2017 wurde er parlamentarischer Berater der CDU im Landtag, bevor er zwei Jahre später ins Landratsamt nach Friedrichshafen ging.
Nur vier Stimmen für Frank Bonath
Der bisherige FDP-Landtagsabgeordnete Frank Bonath (53) aus Villingen-Schwenningen hatte keine Chance gegen den Herausforderer Keckeisen. Bei seiner Vorstellung im Kreistag hatte er vor allem die Rolle des Landrats betont: Der vertrete den Staat vor Ort und sei Bindeglied zwischen Land und Kommunen.
Bonath sprach sich zudem für eine starke Wirtschaft im Kreis Rottweil aus. Hier, in den Städten und Gemeinden, sagte er, finde das Leben statt. „Der Landkreis darf sich nicht als Selbstzweck verstehen, sondern als verlässlicher Möglichmacher.“
Damit konnte Bonath die Kreisräte in Rottweil nicht überzeugen. Er erhielt nur vier der insgesamt 43 Stimmen.

Stehende Ovationen der Kreistagsmitglieder nach der Wahl von Christoph Keckeisen, der sich am Rednerpult für das große Vertrauen bedankt.
Pressefoto UlmerDas eindeutige Wahlergebnis machte Keckeisen sprachlos. Einige Worte sagte er dann aber doch – sichtlich bewegt. „Ich bedanke mich für dieses, für mich überwältigende, Votum. Für das Vertrauen, das Sie in mich setzen.“ Er werde alles dafür tun, dieses in ihn gesetzte Vertrauen zu rechtfertigen. Der künftige Landrat ist Mitglied der CDU, war jedoch nicht für seine Partei angetreten. Das Wahlergebnis überraschte die Kreisrätinnen und Kreisräte nicht, wie in der Stadthalle zu hören war. In seiner Höhe und Eindeutigkeit allerdings schon. Keckeisen sagte, er freue sich, viele Menschen im Landkreis kennenzulernen. „Ich bin extrem neugierig auf Sie. Und hoffe, Sie sind es auch auf mich.“

Der Sulzer Bürgermeister Jens Keucher gibt seine Stimme ab.
Pressefoto UlmerFür Dr. Michel endet Ende April ein langer beruflicher Lebensabschnitt. Mit 67 Jahren wird er dann in den Ruhestand gehen. „Demokratie lebt von einer Auswahl“, sagte er am Montag in der Stadthalle, froh darüber, dass der Kreistag zwischen zwei Kandidaten wählen konnte.
Wie ein Landrat gewählt wird
Die Wahl eines Landrats ist in Baden-Württemberg keine Volksabstimmung. Dort entscheiden allein die gewählten Mitglieder des Kreistags. Die 46 Sitze setzen sich in Rottweil zusammen aus CDU (14), FWV (12), AfD (6), Grüne/ÖDP, SPD (je 5) und FDP (4). Zur Wahl eines neuen Landrats ist in den ersten beiden Wahlgängen die absolute Mehrheit notwendig – also mindestens 24 Stimmen. Erst in einem möglichen dritten Wahlgang genügt die einfache Mehrheit. Gewählt wird geheim.
Den Norden des Landkreises repräsentieren im Kreistag aus Sulz Bürgermeister Jens Keucher (FWV), André Amon (SPD) und Emil Sänzle (AfD), dazu kommen Vöhringens Bürgermeister Stefan Hammer (CDU) sowie Bürgermeister Markus Huber (FWV) und Felix Lehmann (CDU) aus Dornhan.
