Nachruf auf Musikschullehrerin
: Tamara Deobald hat mit viel Herzblut Klavier und Geige unterrichtet

Seit 1997 war Tamara Deobald an der Musikschule Empfingen, viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene lernten von ihr. Nach schwerer Krankheit ist sie mit 66 Jahren gestorben.
Von
Mira Bültel
Empfingen
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Nachruf Tamara Deobold Empfingen

Tamara Deobald hat viel gelächelt, war stark und lebenslustig.

Privat
  • Tamara Deobold, Musiklehrerin in Empfingen, starb am 13. Oktober mit 66 Jahren nach schwerer Krankheit.
  • Sie unterrichtete seit 1997 Geige und Klavier an der Musikschule Empfingen mit großem Engagement.
  • Geboren 1959 in der Ukraine, lebte sie in Kasachstan, bevor sie 1991 mit ihrer Familie nach Deutschland zog.
  • Deobold engagierte sich im Gemeindeleben, half Geflüchteten und war als warmherzige Lehrerin bekannt.
  • Ihre Beisetzung findet am 24. Oktober um 13:30 Uhr auf dem Friedhof in Empfingen statt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Tamara Deobald war ein Mensch, der viele Spuren hinterlässt. Sie hatte eine besondere Ausstrahlung, hat viel gelächelt, das Positive in den Menschen gesehen, war eine starke Frau, lebenslustig, warmherzig, eine wunderbare Mutter und die große Liebe von Valerij Deobald. „Ihr beide habt euch als Paar so gut ergänzt.“ Valerij Deobald scrollt durch die Fotos, Erinnerungen und Nachrichten, die Familienmitglieder, Freunde, Nachbarn, Bekannte, Kollegen aus der Musikschule Empfingen und Schüler ihm geschickt haben, nachdem seine Frau am 13. Oktober nach schwerer Krankheit gestorben ist. Sie wurde 66 Jahre alt.

Tamara Deobald wurde am 2. August 1959 in der Ukraine geboren. Ihr Vater ist bereits früh gestorben. Die alleinerziehende Mutter ist mit ihrer damals zweijährigen Tochter nach Kasachstan gezogen. Schon als Kind war Tamara Deobald sehr begabt in Mathematik, Musik und Sprachen und hat in Astana, der Hauptstadt von Kasachstan, als Kind die Musikschule besucht. In der Schule hat sie viele Preise erhalten, hat schon immer viel gelesen. „Sie war eine Leseratte“, sagt Valerij Deobald.

Im Studium kennengelernt

Er und seine spätere Frau haben 1976 zusammen in Kasachstan Musik studiert und sich dort kennengelernt. Er hat Trompete und Klavier studiert, sie Geige und Klavier. Beide haben damals in einem fünfstöckigen Studentenwohnheim gewohnt. Wegen Reparaturarbeiten mussten die Mädchen in das Stockwerk der Jungen ziehen und Tamara bezog die Wohnung gegenüber von Valerij Deobald. Dadurch haben sie sich näher kennengelernt und 1979 geheiratet.

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Tamara Deobald unterrichtete in der Musikschule Geige und Klavier.

Privat

1980 kam ihr erster Sohn Raimund auf die Welt. Die Mutter musste deshalb ihr Staatsexamen verschieben. Ein Jahr lang auszusetzen sei schwierig im Bereich Musik, trotzdem hat sie das Examen mit Bravour bestanden, berichtet Valerij Deobald. 1986 wurde dann ihr zweiter Sohn Arthur geboren. Das Ehepaar hat in einer Musikschule gearbeitet, bis sie schließlich 1991 nach Deutschland ausgewandert sind. Die Vorfahren von Valerij Deobald sind 1765 von Deutschland nach Russland ausgewandert, und im Zweiten Weltkrieg wurden seine Eltern nach Kasachstan deportiert, wo Valerij geboren wurde. Mit seiner Familie wollte er zurück zu seinen Wurzeln, wollte seine Kinder in Deutschland aufwachsen sehen.

Überall sehr beliebt und gern gesehen

Die Deobalds sind im Juli 1991 in Düsseldorf gelandet, wo sie ein Jahr lang lebten. Durch einen Freund, ebenfalls Musiker, kamen sie nach Hopfau bei Sulz. Dieser hat in der Musikschule in Empfingen gearbeitet, in der zu der Zeit Stellen frei waren. Seit 1997 war das Ehepaar an der Musikschule Empfingen angestellt. Tamara Deobald unterrichtete Klavier und Geige, „mit viel Herzblut“, teilt das Team der Musikschule in seinem Nachruf mit. „Viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene durften von ihr lernen.“ Für manche Schüler war sie nicht nur eine Lehrerin, sondern auch Mutter. Sie hat viele Gespräche geführt, hat versucht den Kindern zu helfen, wenn diese Probleme hatten, berichtet ihr Mann.

Das Ehepaar fand in Empfingen eine Wohnung und zog kurz darauf um. „Wir wollten uns schnell integrieren und die Sprache lernen. Meine Frau war darin schneller als ich. Vor allem Schwäbisch und die Schwaben hat sie sehr gemocht“, berichtet Valerij Deobald. Seine Frau war auch aktiv im Gemeindeleben, hat im Streichorchester Betra mitgespielt, war Mitglied der Trachtengruppe Betra, hat in den vergangenen Jahren Flüchtlingen aus der Ukraine geholfen, hat für sie übersetzt und Dinge organisiert. „Tamara war überall sehr beliebt und gern gesehen“, sagt ihr Mann. Er war Dirigent von Musikverein und Männerchor und sie ging zu fast jedem seiner Auftritte.

Kampf gegen die Krankheit

Drei Enkelinnen haben Tamara und Valerij Deobald, die beiden Söhne wohnen mit ihren Familien inzwischen in Stuttgart. Am 1. November wäre Tamara Deobald in Rente gegangen. Sie und ihr Mann wollten reduziert in der Musikschule weiterarbeiten, und viel reisen. Doch dann wurde ein Gehirntumor bei Tamara Deobald diagnostiziert. Sie wurde operiert, doch der Tumor war sehr aggressiv. Therapie, Chemo und Bestrahlung folgten nach der Operation. „Sie hat immer tapfer gekämpft und die Ärzte haben alles gemacht, was sie konnten.“ Die Nachbarn haben den Deobalds in dieser schweren Zeit viel geholfen, haben zum Beispiel Essen vorbeigebracht.

Ende September kam die Diagnose, dass die Ärzte nichts mehr für sie machen können. Valerij hat seine Frau zu Hause gepflegt und am 13. Oktober ist sie im Kreis ihrer Familie gestorben. „Sie hat gegen ihre Krankheit gekämpft, aber leider verloren. In Erinnerungen wird sie weiterleben“, sagt Valerij Deobald.

Beisetzung in Empfingen

Die Trauerfeier mit anschließender Urnenbeisetzung findet am Freitag, 24. Oktober, um 13.30 Uhr auf dem Friedhof in Empfingen in der Aussegnungshalle statt.