Nachruf: Eugen Hehl ist tot: Seniorchef der Firma Arburg wurde 94

Eugen Hehl.
ArburgZusammen mit seinem bereits 2010 verstorbenen Bruder Karl hatte Eugen Hehl die dynamische Entwicklung der Firma Arburg geprägt. Auch Eugen Hehl hat zunächst eine technische Ausbildung durchlaufen, bewies aber schon früh sein Gespür für die Bedeutung des Vertriebs. Bereits Anfang der 50er-Jahre begann Eugen Hehl, regionale Vertriebsstrukturen aufzubauen.
Im Jahr 1957 ein Meilenstein: Die erste internationale Messeteilnahme in Amsterdam. Aus heutiger Sicht geradezu visionär war der globale Markteintritt in die „neue“ Welt, Anfang der 60er-Jahre zog es Eugen Hehl in die USA und nach Japan. So zielstrebig wie Eugen Hehl den internationalen Vertrieb forcierte, verfolgte er auch seien Ideen in baulicher Hinsicht. Mitte der 60er-Jahre ließ er nur wenige Jahre alte Firmengebäude wieder abreißen, um eine Rasterbauweise auf den Weg zu bringen, die die weitere bauliche Entwicklung des Unternehmens wesentlich vereinfachte.
Viele internationale Niederlassungen tragen inzwischen das unverwechselbare „Arburg-Gesicht“ und sind damit eindeutig wiedererkennbar. Der Ehrenbürger der Gemeinde Loßburg wurde dafür mit vielen Auszeichungen geadelt. Dazu gehören das Bundesverdienstkreuz, die baden-württembergische Verdienstmedaille, der Kompetenzpreis für Innovation und Qualität des Landes Baden-Württemberg und der Business-Management-Award der amerikanischen Society of Plastic Engineers. Schließlich gab es 2020 noch die höchste Auszeichnung des Verbands der deutschen Ingenieure, die Richard-Vieweg-Ehrenmedaille für den Seniorchef.
Eugen Hehl war aber nicht nur ehrgeizig und erfolgreich, sondern auch bodenständig und seiner Heimat Loßburg eng verbunden. Das große soziale Engagement der beiden Brüder ist in Loßburg überall sichtbar. Im Jahr 1999 ließen die beiden das Gebrüder-Hehl-Stift errichten, eine Altersresidenz, die älteren Menschen betreutes Wohnen, Kurzzeitpflege und Altenpflege bietet. Die Einrichtung wird von der Diakonie betrieben, liegt mitten im Ort und bezieht damit die Bewohner in das Ortsgeschehen mit ein.
Er engagierte sich zudem in der evangelischen Kirchengemeinde und war Mitglied des Kirchenchors. Der ambitionierte Jäger, aktive Frühsportler und passionierte Teetrinker wurde in der ganzen Region fachlich und menschlich hoch geschätzt. Seine beiden Kinder, die geschäftsführenden Gesellschafter, Juliane und Michael Hehl, führen gemeinsam mit der Tochter von Karl Hehl, Renate Keinath, das Unternehmen in der dritten Generation.