Mysteriöse Verbrauchsspitzen: Eutingen sucht die Ursache für enormen Wasserverlust

Die Gemeindewerke registrierten über die Messsysteme mehrfach täglich massive, kurzzeitige Ausschläge im Wassernetz.
Ralf Hirschberger (dpa)- Rohrdorf und Weitingen melden massive, kurzzeitige Verbrauchsspitzen im Wassernetz.
- Auftreten seit dem Vormittag des 13. August – teils zwischen 19 und 20.45 Uhr besonders stark.
- Gemeinde und Gäuwasserversorgung schließen Rohrbruch aus, da nur Zeitfenster betroffen sind.
- Übliche Entnahme über Hahn oder Schlauch scheidet aus, Standrohre könnten rechtmäßig sein.
- Rathaus bittet um Hinweise zu Ort, Datum, Uhrzeit und sichtbaren Entnahmen wie Tankwagen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Seit dem Vormittag des 13. August herrscht Rätselraten im Eutinger Rathaus. Gemeinsam mit der Gäuwasserversorgung (GWV) registriert die Gemeinde laut einer Mitteilung mehrfach täglich einen extremen, aber jeweils nur kurzzeitigen Anstieg des Wasserverbrauchs. Die betroffenen Gebiete lassen sich klar eingrenzen: Es betrifft die Ortsteile Rohrdorf und Weitingen.
Die Techniker konnten den plötzlichen Durst des Leitungsnetzes bereits auf konkrete Zeiträume eingrenzen. Am Donnerstag, 13. August, flossen die Wassermengen ab dem Vormittag und später noch einmal massiv zwischen 19 und 20.45 Uhr. Am darauffolgenden Freitagvormittag setzte das Phänomen ab etwa 9.30 Uhr erneut ein.
Einen klassischen Leitungsschaden schlagen sich die Verantwortlichen jedoch aus dem Kopf. „Einen Wasserrohrbruch schließen wir gemeinsam mit der Gäuwasserversorgung aus“, erklärt Bürgermeister Markus Tideman. Die Begründung der Experten ist logisch: Der erhöhte Verbrauch tritt nicht dauerhaft auf, sondern zeigt sich in klar abgegrenzten Zeitfenstern mit deutlichen Unterbrechungen. „Ein Leitungsschaden würde ein ganz anderes Bild zeigen“, so Tideman weiter.
Auch die Theorie, dass ein Bürger versehentlich den heimischen Rasensprenger hat laufen lassen, scheidet aus. Für die registrierten Mengen kommt eine Entnahme über einen üblichen Wasserhahn oder einen normalen Gartenschlauch schlicht nicht in Betracht. Da auch Rücksprachen mit lokalen Landwirten sowie Kontrollfahrten des Bauhofs und der GWV ergebnislos blieben, steht die Gemeinde vor einem Rätsel.
Keine Jagd auf Sünder
Der Rathauschef stellt jedoch unmissverständlich klar, dass es sich bei dem Aufruf nicht um eine Suche nach Sündern handelt. „Es geht uns ausdrücklich nicht darum, jemandem ein Fehlverhalten zu unterstellen“, betont Tideman. Eine Wasserentnahme in dieser Größenordnung könne durchaus vollkommen rechtmäßig erfolgen – beispielsweise über ein Standrohr an einem Hydranten, wie es bei größeren Bauarbeiten, Reinigungsmaßnahmen, der Bewässerung oder dem Befüllen von großen Behältern üblich ist.
Der Grund für den Aufruf ist rein technischer Natur. Für einen sicheren und stabilen Netzbetrieb muss die Verwaltung zu jedem Zeitpunkt wissen, wo und wann erhebliche Mengen entnommen werden, um Druckabfälle oder Engpässe zu vermeiden. „Uns geht es allein darum, die Ursache zu verstehen und den Vorgang nachvollziehen zu können“, appelliert der Bürgermeister an die Bevölkerung.
Bauhof und Verwaltung bitten um Mithilfe
Die Gemeinde bittet nun die Bürgerinnen und Bürger um Wachsamkeit. Wer in den betroffenen Ortsteilen verdächtige Beobachtungen macht, soll diese mit Angaben zu Ort, Datum und Uhrzeit dem Rathaus melden. Wichtige Indikatoren sind das Befüllen von großen Tankwagen oder Containern, sichtbare Standrohre an Hydranten oder ungewöhnliche Wasserläufe. Auch Druckschwankungen oder trübes Wasser im eigenen Haus können wertvolle Hinweise sein. Gleichzeitig richtet Tideman ein direktes Wort an den Verursacher: „Wenn Sie selbst das Wasser entnommen haben: Melden Sie sich bitte kurz bei uns. Das ist unkompliziert und wir können den Fall damit sofort abschließen.“
Hinweise nimmt die Gemeinde per Mail unter m.tideman@eutingen-im-gaeu.de entgegen.
