Mit neuer Chefärztin: Im Freudenstädter Klinikum werden jetzt Schulterverletzungen aller Art behandelt

Hat ihren Dienst in Freudenstadt zum 1. Mai angetreten: Susanne Atug.
Klinikum- Susanne Atug leitet seit 1. Mai die Unfall- und Orthopädische Chirurgie in Freudenstadt.
- Neues Angebot: zementfreie, schaftlose Schulterprothesen und umfassende Schulterbehandlungen.
- Atug schätzt ländliche Klinikstruktur und enge Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärzten.
- Freudenstadts Klinik hat strategische Bedeutung – nächste Krankenhäuser sind weit entfernt.
- Bundesweite Krankenhausreform beeinflusst zukünftige Leistungsgruppen und Planungen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Für Susanne Atug, neue Leiterin der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädische Chirurgie, sei der Wechsel ans Klinikum Landkreis Freudenstadt in vielerlei Hinsicht die ideale Entscheidung gewesen. Mit der neuen Chefärztin habe sich direkt auch das Leistungsspektrum erweitert, wie das Klinikum in einer Pressemitteilung berichtet.
Freudenstadt habe sich im Lauf der Jahre einen Namen bei Gelenkersatz in Knie und Hüfte gemacht. Die neue Chefärztin nahm nun auch den Bereich Schulter in den Behandlungskatalog auf: „Wir bieten neue Wege in der Endoprothetik der Schulter an“, erklärt Atug in der Mitteilung. Sprich: künstliche Schultergelenke, bei denen zementfreie und schaftlose Schulterprothesen zum Einsatz kommen. Bislang seien in Freudenstadt nur Unfallverletzungen an der Schulter behandelt worden. Unter der Leitung von Atug werden jetzt alle Erkrankungen und Verletzungen rund um die Schulter – inklusive Schulterverschleiß – abgedeckt. Die ersten zufriedenen Patienten hätten das Klinikum bereits wieder verlassen, heißt es in der Mitteilung.
„Die beste Wahl“, lautet darin das Fazit von Atug nach den ersten Monaten am Klinikum. „Ich bin sehr gut aufgenommen worden, der Wechsel lief nahtlos und die Patienten haben schnell Vertrauen gefasst.“ Im Karriereverlauf der 54-jährigen Chirurgin aus Nordrhein-Westfalen finden sich Stationen in Ballungsräumen und an privat getragenen Kliniken. Für das ländliche Freudenstadt mit seinem kommunal getragenen Klinikum, das deshalb aufgrund des großen Finanzdefizits aber auch kritisch beäugt wird, habe sie sich ganz bewusst entschieden.
Drei ausschlaggebende Dinge
Drei Dinge hatten laut Mitteilung für Freudenstadt den Ausschlag gegeben: Zum einen die Landschaft, die für die Naturfreundin Atug bis heute das i-Tüpfelchen sei. Ausschlaggebend seien aber auch die kommunale Trägerschaft sowie die gute Infrastruktur des Klinikums gewesen. Die Leiterin der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädische Chirurgie habe in ihrer Karriere erlebt, was es bedeutet, wenn Krankenhäuser den Fokus auf Gewinnorientierung legen oder Patienten und Ärzte in einem anonymen Massenbetrieb zur Nummer werden. „Aber im ländlichen Raum hat die medizinische Versorgung nochmal eine ganz andere Bedeutung für die Menschen“, weiß Atug.
Sie schätze in Freudenstadt die persönliche Verbindung zu den Menschen und die engen Kooperationen mit den niedergelassenen Kollegen – am Ende sei man gewillt, im Team das Beste für die Patienten herauszuholen. Zumal es am Freudenstädter Krankenhaus viele Dinge gebe, die Atug in der Mitteilung lobt: Helikopter-Landeplatz, modernste technische Ausstattung und ein großes Angebot an Leistungen und Fachabteilungen. „Damit kann man eine Klinik adäquat führen“, findet die Chefärztin.
„Besondere strategische Lage“
Angesichts der mit Sorge beobachteten Krankenhausreform (siehe Infobox), höre man solche Worte in Freudenstadt gern, heißt es in der Mitteilung des Klinikums. Atug könne es verstehen, denn sie habe die Auswirkungen der Krankenhausreform bereits in Teilen in Nordrhein-Westfalen erlebt. „Aber Freudenstadt hat eine besondere strategische Lage. Die nächsten Kliniken sind weit weg. Das macht das Klinikum Freudenstadt vor allem bei vitalbedrohlichen Erkrankungen wichtig“, sagt die Ärztin. Zudem ist sie nach ihren ersten Monaten der Meinung: „Das Haus hat eine gesunde Größe, eine schöne Atmosphäre und sehr gute Mitarbeiter.“
Atug habe umfangreiche Weiterbildungsbefugnisse in den Bereichen Orthopädie, Unfallchirurgie und spezielle Unfallchirurgie und bilde Ärzte in der Versorgung Schwerstverletzter aus. Als Chefärztin in Bitburg erlebte die 54-Jährige laut der Mitteilung zudem die Nachwirkungen der Flutkatastrophe im Ahrtal und ließ sich demnach daraufhin zur „TDSC“-Instruktorin ausbilden. TDSC steht für „Terror and Desaster surgical care“ und fokussiert sich auf die Versorgung von traumatisierten und schwerstverletzten Menschen im Rahmen von Katastropheneinsätzen. Außerdem sei Atug als Instruktorin im Bereich „Advanced Trauma Life Support“ (ATLS) tätig, bei dem der Schwerpunkt auf der Versorgung Schwerstverletzter im Schockraum liegt.
Und während ihre jüngste Tochter noch die Schule in Nordrhein-Westfalen abschließen möchte, bevor Atugs Familie in den Schwarzwald nachfolgt, freue sich die passionierte Reiterin schon auf ein Familienmitglied, das in Kürze nach Freudenstadt nachziehen werde: ihr Pferd. Ausflüge in die Natur machen dann bestimmt noch mehr Spaß.
Warten auf Zuweisung von Leistungsgruppen
Die Bundesländer sollen entscheiden, welche Behandlungen künftig in welchen Krankenhäusern angeboten werden. Hintergrund der Konzentration auf verschiedene Fachgebiete ist, dass Deutschland mit rund 1700 Krankenhäusern mit Österreich gemeinsam die höchste Kliniken- und Bettendichte pro Kopf aufweist. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums sind jedoch etwa ein Drittel der Betten hierzulande nicht belegt. Bevor jedoch nicht klar ist, auf welche Behandlungen sich künftig in Freudenstadt fokussiert werden soll, ist auch eine detaillierte Planung nicht möglich. Die braucht es aber vor allem aufgrund des massiven Defizits, die das Klinikum dem Kreis einbringt, und aufgrund dessen beispielsweise eine Schließung der Geriatrie in Horb diskutiert wird, um an anderer Stelle Kosten zu sparen. Ab 1. September können Krankenhäuser aktiv gewünschte Leistungsgruppen beantragen. Vor der Landtagswahl im März 2026 gilt die Zuweisung der Leistungsgruppen in Baden-Württemberg als unwahrscheinlich. Der Bund will, dass sie spätestens bis 31. Dezember 2026 erfolgt.

