Let’s talk about Rock
: Frage-Antwort-Musik-Abend mit Rock-Legende Paul Vincent im „Seeblick“

Im Empfinger „Seeblick“ steht im Mai der Gitarrist des Queen-Sängers Freddie Mercury und anderer Rock-Größen auf der Bühne – Paul Vincent. In seinem neuen, auf kleine Clubs ausgelegten Programm, kann das Publikum (beinahe) alles erfragen, was das Herz eines Rockfans begehrt. Damit der Abend nicht zu wortlastig wird, bringt Paul Vincent in kleiner, feiner Besetzung (Bass, Schlagzeug, Tonkünstler) ausgewählte Stücke seines reichhaltigen Repertoires zu Gehör.
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Paul Vincent hat ein Stück weit Musikgeschichte geschrieben. Er spielte, komponierte und produzierte für viele Stars wie Sting, Meatloaf, Gianna Nannini und Peter Maffay – um nur einige zu nennen. Von 1976 bis 1980 war er Gitarrist, Co-Producer, Komponist und Arrangeur für Udo Lindenberg & das Panikorchester. Und von 1975 bis zum Tode von Schwabenrocker Wolle Kriwanek in 2003 war er dessen musikalischer Weggefährte, Produzent und Komponist.

Doch von vorne: Paul Vincent (so sein Künstlername) gehört mit seinem Geburtsjahr 1950 zur Generation, die unter dem musikalischen Einfluss der Beatles und Jimi Hendrix groß wurde. Mitglieder der Gruppe Amon Düül II, einer damals sehr bekannten deutschen Underground-Rockband (Archangel Thunderbird) waren es, die Paul Vincent 1970 nach München holten. Durch den Produzenten und Manager Olaf Kübler lernte er wenig später den Jazz-Musiker und Komponisten Klaus Doldinger kennen und schnupperte bei dessen Projekten erstmals Studioluft.

In Doldingers Band lernte er Udo Lindenberg kennen, der zu dieser Zeit nur Trommler und völlig unbekannt war. Nach den Anfangserfolgen von Udo Lindenberg als Solist kam es 1976 zur Zusammenarbeit und Paul Vincent schloss sich dem Panikorchester an. Es folgten viele große Tourneen im In- und Ausland.

Viele Jahre liefen für ihn die Touren mit Lindenberg und Kriwanek abwechselnd ab. 1980 entschloss sich Paul Vincent, das Panikorchester zu verlassen und fortan ausschließlich mit der Wolle Kriwanek Band auf Tournee zu gehen.

Mit ihr verzeichnete er viele Hits und Klassiker, darunter „Ufo“ oder „Strossaboh“. Bis Mitte der Achtzigerjahre war er immer noch als Studiomusiker tätig.

„Highlight meines Lebens als Studiogitarrist,“ so Paul Vincent, „war zweifelsohne die Zusammenarbeit mit Freddie Mercury, dem Sänger der Gruppe Queen.“ Auf Mercurys einzigem Soloalbum „Mr. Bad Guy“ konnte er sein musikalisches Talent unter Beweis stellen. „Ich konnte seine Ideen sehr schnell umsetzen – und das hat ihm gefallen. Mercury war ein echtes Genie, er hatte Vorstellungskraft und war ein begnadeter Musiker.“

Paul Vincent, der auch „Das Rock Guitar Buch“ verfasst hat, schrieb aber bereits schon seit 1978 auch klassische Kompositionen für Orchester und Streichquartette. Von 1980 bis heute komponiert er auch Filmmusik für TV- und Kinofilme, darunter Deutschlands erfolgreichste wöchentliche Serie „In aller Freundschaft“. Ferner schrieb er die Musik für viele Tatort-Folgen, die RTL-Serie „Doppelter Einsatz“, die ZDF-Serien „Alle meine Töchter“ und „Die Rosenheim-Cops“. Ebenfalls stammt die Titelmusik der ARD-Serie „Auf Achse“ mit Manfred Krug aus seiner Feder.

Hinzu kam die Musik für Kinofilme wie „Die Sturzflieger“ (mit Götz George), „African Timber“ (mit Heiner Lauterbach) und „Der Schneemann“ (mit Marius Müller-Westernhagen). Darüber hinaus komponierte er für den NDR das Fernsehmusical „Liane“ mit Udo Lindenberg in der Rolle des Hans Albers oder Lucielectric als Liane.

Nachdem er mehrmals zuvor nominiert worden war, erhielt Paul Vincent im Jahre 2001 schließlich den Deutschen Fernsehpreis in der Sparte beste Filmmusik für den Film „Der Schrei des Schmetterlings“.

Seit 1999 lebt er mit seiner Ehefrau Mono (Sängerin, Autorin und Produzentin) im bayerischen Ort Graben und betreibt dort zusammen mit seinen beiden Söhnen Oliver (Komponist) und Daniel (Geschäftsführer) den Luxus Musik Verlag und ein Tonstudio.

Info Der Talk- und Musikabend ist am Samstag, 28. Mai, im Empfinger „Seeblick“. Beginn ist um 20.30 Uhr. Karten – die Stückzahl ist begrenzt – gibt es direkt im Restaurant „Seeblick“ und bei der Neckar-Chronik in Horb, Telefon 07451/90090. Die Karten kosten im Vorverkauf 16 Euro, mit der NC- Card 15 Euro. An der Abendkasse sind 18 Euro fällig.