Gastbeitrag von Empfingens Bürgermeister
: Ein Wahlabend voller Überraschungen, Ironien und politischer Wendungen

Empfingens Bürgermeister Ferdinand Truffner ist ein großer Unterstützer von Katrin Schindele. Was er über die Wahl denkt, schreibt er in einem Gastbeitrag.
Von
NC
Empfingen
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Wahlparty der CDU im Wahlkreis 45 Freudenstadt, Katrin Schindele : Freudenstadt  08.03.2026 
Landtagswahl Baden - Wuerttemberg; 
Wahlparty der CDU in der Gaststaette Marktwirtschaft,   Direktkandidat im Wahlkreis 45 Freudenstadt Katrin Schindele mit Buergermeister von Empfingen Ferdinand Truffner und Zweitkandidatin Juliane Vess (v.li.) 
FOTO: Pressefoto ULMER / Markus Ulmer
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Empfingens Bürgermeister Ferdinand Truffner am Wahlabend mit Katrin Schindele (links) und Zweitkandidatin Juliane Vess.

Markus Ulmer
  • Landtagswahl 2026 entschieden: Glückwunsch an Cem Özdemir, knapper Ausgang.
  • Özdemir setzte stark auf Personenkampagne; Frage nach Umsetzung mit eigener Partei.
  • Wunsch nach CDU-geführter Lösung mit Manuel Hagel; christlicher Wertekompass betont.
  • Vor Ort stark: CDU holt fast überall Direktmandate; Katrin Schindele gewinnt in Freudenstadt.
  • Sorge: Schwäche von SPD/FDP stärkt AfD-Opposition; Wahlergebnisse werden akzeptiert.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Landtagswahl 2026 ist entschieden. Glückwunsch an Cem Özdemir. Eine Aufholjagd, die selbst erfahrene politische Wetterfrösche überrascht hat: Vor Monaten noch klar hinter der CDU – am Ende reicht es doch noch für den Weg Richtung Villa Reitzenstein. Politisch betrachtet war das ungefähr so wahrscheinlich wie ein Schneesturm im August. Aber: Respekt, das muss man erst einmal schaffen… knappe Kiste ist es auf alle Fälle.

Der Wahlkampf hatte dabei eine interessante Dramaturgie. Während andere Parteien Programme erklärten, setzte Özdemir vor allem auf eines: Özdemir. Die Partei durfte gelegentlich mit aufs Foto, aber bitte nicht zu laut sprechen. Eine Strategie, die offenbar funktioniert hat.

Wunsch nach anderer Lösung

Nun bleibt die spannende Frage: Kann er seine Versprechen auch mit der eigenen Partei umsetzen? Schließlich wurde im Wahlkampf aus Teilen der grünen Reihen gegenüber der CDU politisch so viel Porzellan zerschlagen, dass man damit vermutlich einen mittelgroßen Porzellanladen hätte eröffnen können. Aber vielleicht entdeckt man ja in den Koalitionsverhandlungen plötzlich die große Liebe zur Zusammenarbeit wieder.

Ich persönlich hätte mir für Baden-Württemberg eine andere Lösung gewünscht. Mit Manuel Hagel stand eine junge, dynamische Kraft bereit – jemand, der unserem Land frischen Schwung und zugleich einen klaren christlichen Wertekompass gegeben hätte. Das hätte Baden-Württemberg gutgetan und mir richtig gut gefallen.

Interessant ist übrigens der Blick auf die Wahlkreise. Während landesweit über Prozentpunkte diskutiert wird, zeigt sich vor Ort ein ziemlich klares Bild: Die CDU hat fast überall die Direktmandate geholt. Das passiert nicht zufällig. Das ist das Ergebnis von Präsenz, Engagement und dem manchmal altmodisch klingenden Prinzip: hingehen, zuhören, kümmern.

Ein Beispiel dafür ist unser Wahlkreis Freudenstadt. Katrin Schindele hat ihr Direktmandat erneut gewonnen – und das mit genau der Art von Politik, die viele Menschen sich wünschen: erreichbar, ansprechbar und engagiert für Kommunen und Bürger. Und zwar nicht nur vier Wochen vor der Wahl.

Der Wahlabend hatte allerdings auch weniger erfreuliche Kapitel. Die SPD schrumpft weiter Richtung politische Fußnote. Die FDP ist gleich ganz aus dem Landtag geflogen – ausgerechnet in ihrem einstigen Stammland. Im Fußball würde man sagen: Die Trainerfrage stellt sich. Und zwar dringend.  Und dann wäre da noch ein Punkt, der mir wirklich Sorgen macht: Wenn SPD und FDP immer schwächer werden, bleibt am Ende eine Opposition übrig, die vor allem aus der AfD besteht. Eine Demokratie lebt aber von einer breiten, pluralen politischen Landschaft – nicht von einem politischen Monopol auf der Oppositionsbank.

Die Wahlergebnisse akzeptieren

Kurz gesagt: ein Wahlabend voller Überraschungen, Ironien und politischer Wendungen. Und vermutlich der Beginn von Koalitionsverhandlungen, bei denen sich zwei Partner wiederfinden, die sich im Wahlkampf gerade noch erklärt haben, warum der jeweils andere eigentlich unmöglich ist. Das wird spannend.

Trotz allem gilt: Demokratie bedeutet auch, Wahlergebnisse zu akzeptieren – selbst wenn sie nicht dem eigenen Wunschzettel entsprechen.

Aber unterm Strich werde ich die Ergebnisse von Cem und seiner Arbeit streng beobachten – zumindest ist ja seine Zusage zur Teilnahme am Rußigen 2027 in Empfingen digital festgehalten.

Für Manuel Hagel wünsche ich politisch alles Gute, seiner Familie mal wieder Zeit zusammen und da er ja noch so jung ist wie ich… noch ist nicht aller Tage Abend.