Landrat im Kreis Rottweil: „Gemeinsam mit Zuversicht nach vorne gehen“

Christoph Keckeisen (rechts) mit seiner Familie. Am Montag wurde der neue Rottweiler Landrat vereidigt.
Landkreis Rottweil- Christoph Keckeisen wurde in Villingendorf als Landrat des Kreises Rottweil vereidigt.
- Er folgt auf Dr. Wolf-Rüdiger Michel und ist seit Freitag offiziell im Amt.
- Keckeisen betonte „bestes Wissen und Gewissen“ und versprach Gerechtigkeit und Respekt.
- Er will Kompetenzen im Kreis bündeln – in Kreistag, Verwaltung, Gemeinden und Bürgerschaft.
- Glückwünsche und Geschenke: Gutscheinbuch der Bürgermeister, Buch „Landkreis Rottweil“ vom Kreistag.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Seinen Dienst hat der neue Landrat offiziell bereits am vergangenen Freitag angetreten. Am Montag nun wurde Christoph Keckeisen – Nachfolger von Dr. Wolf-Rüdiger Michel – in der Mehrzweckhalle in Villingendorf in einer Kreistagssitzung offiziell ins Amt vereidigt. Der Amtseid – der einzige Tagesordnungspunkt der Sitzung – wurde Christoph Keckeisen vom Regierungspräsidenten Carsten Gabbert abgenommen. Keckeisen wählte die christliche Variante „So wahr mir Gott helfe“.
Für die Bürgermeister im Landkreis sprach Markus Huber aus Dornhan, für den Kreistag der Villingendorfer Bürgermeister Marcus Türk und zudem der Personalratsvorsitzende im Landratsamt Christoph Eberle. Allesamt freuen sich auf die Zusammenarbeit und gratulierten Keckeisen zum neuen Amt. Von den Bürgermeistern gab’s ein Gutscheinbuch für seine angekündigten Besuche in den Kommunen, vom Kreistag den Band „Landkreis Rottweil“ als Abendlektüre zum neuen Wirkungskreis. Huber meinte bei der Übergabe der Gutscheine scherzhaft, es gebe bestimmt leckere Essen, aber es sei sicher auch mal eine „Bruddelsupp“ dabei.
Keckeisen ging in seiner Rede auf die Worte der Vereidungsformel ein. Denn es stecke viel darin, was die kommunale Verantwortung ausmache. Viel von dem, was das Zusammenleben ausmache. Und viel von dem, wie er dieses Amt verstehen wolle. Die Formulierung „nach bestem Wissen und Gewissen“ finde er bemerkenswert, „weil sie ehrlich ist“. Sie verlange in der Amtsführung nicht Vollkommenheit. „Denn kein Landrat kann alles wissen. Und kein Landrat kann alles alleine können.“ Die Formulierung verlange Haltung, so Keckeisen.

Regierungspräsident Carsten Gabert (links) vereidigte den neuen Rottweiler Landrat Christoph Keckeisen ins Amt.
Landkreis RottweilFür jede Herausforderung im Landkreis gebe es Menschen, die Wissen und Kompetenz hätten – im Kreistag, im Landratsamt, in den 21 Städten und Gemeinden, bei den Bürgerinnen und Bürgern, in den Unternehmen, in der Kirche und im Ehrenamt und mitten in der Bürgerschaft. „Diese Kompetenzen, diese Menschen werde ich zusammenbringen – immer dann, wenn mein eigenes Wissen nicht ausreicht“, versprach der neue Landrat.
Kommunale Demokratie lebe vom gemeinsamen Ringen um gute Lösungen, sagte Keckeisen. Demokratische Verantwortung brauche ein festes Fundament, ist er überzeugt. Der Eid verpflichte ihn, das Grundgesetz und die Landesverfassung zu achten und zu verteidigen. „Auch das ist in diesen Zeiten keine bloße Formel.“ „Gerechtigkeit gegen jedermann üben“ – das ist eine weitere Passage der Eidesformel. Gerechtigkeit bedeute nicht, dass immer jede und jeder zufrieden sein werde, betonte der Landrat. „Aber: Gerechtigkeit bedeutet, jedem Menschen mit Respekt, mit Offenheit und mit demselben Maßstab zu begegnen.“

Dornhans Bürgermeister Markus Huber (links) überreichte im Namen aller OBs und Bürgermeister im Landkreis Rottweil ein Gutscheinbuch an Christoph Keckeisen. Jede Kommune hatte etwas beigesteuert.
Landkreis RottweilFür die Zukunft wünsche er sich zudem, dass „wir gemeinsam mit Zuversicht nach vorne gehen“. Denn der Landkreis habe große Stärken – wirtschaftlich, menschlich, kulturell und gesellschaftlich. Er gelobte: „Ich möchte ein fleißiger, ein gerechter, ein zuhörender und ein interessierter Landrat sein, der Verantwortung ernst nimmt. Und der diesen Landkreis mit großer Freude und großem Respekt vertreten wird.“
Im Auge des Betrachters
Marcus Türk, als Bürgermeister von Villingendorf Hausherr bei der Kreistagssitzung und zugleich als erster stellvertretender Vorsitzender des Kreistags in Verantwortung, müssen bei der Feierstunde die Ohren geklingelt haben. Denn alle Redner bescheinigten ihm, welch tolle Halle er in seiner Gemeinde hat. Das Lob thematisierte er natürlich in seiner Begrüßungsrede. Regierungspräsident Carsten Gabbert griff dies auf und meinte schmunzelnd: Die Halle sei wirklich sehr schön. Aber das kenne er schon, er spreche ganz oft in der „allerschönsten Halle“.
