Kursieren Fake News in Horb?: Weißer Van soll Mädchen verfolgt haben – Polizei weiß von nichts

Die Polizei hat keine Kenntnis von den Vorfällen, in denen in der Nachricht die Rede ist.
Boris Roessler/dpa- In Horb kursiert seit Mittwoch eine Warnung vor einem weißen Van mit angeblichen Ansprachen.
- Die Polizei in Pforzheim hat keine Anzeige und dem Horber Revier ist nichts bekannt.
- Genannt werden konkrete Orte und Klassenangaben – die Nachricht verbreitet sich über Elternchats.
- Polizei rät zu Ruhe: Meldungen prüfen, Vorfälle anzeigen, wenn es Zeugen oder Betroffene gibt.
- Ähnliche Fälle existierten, doch oft handelt es sich um Missverständnisse oder Fake News.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Seit Mittwoch wird in Elterchats in Horb vor einem weißen Van gewarnt, aus dem Männer angeblich Mädchen angesprochen haben sollen. Es soll sich um Fünftklässlerinnen handeln. Die Männer, heißt es in der Nachricht, hätten versucht, die beiden in das Auto zu locken. Ein Mädchen soll an der Bushaltestelle nahe der Araltankstelle auf dem Hohenberg angesprochen worden sein, das andere in der Neckarstraße vor dem Fruchtkasten, in dem bis vor Kurzem noch die Polizei residierte. Letzteres Mädchen, impliziert der Text, sei sogar von den Männern im Van bis nach Hause verfolgt worden.
Eine Nachfrage beim zuständigen Polizeipräsidium in Pforzheim ergibt: nichts. Wie das in der Regel ist, wenn solche Nachrichten ohne erkenntlichen Absender durch Social-Media-Kanäle und Elternchats gejagt werden. Der Polizist beim Präsidium erkundigte sich am Donnerstag extra noch einmal direkt bei den Beamten vom Horber Revier. Aber: „Denen ist von solch einem Vorfall nichts bekannt.“
Dass Männer in weißen Vans Kinder entführen wollen, sei eine Legende, die immer wieder durch das Netz geht. Das Perfide an der Nachricht, die nun in Horb herumgeistert, ist: Es wird nicht nur die Schule genannt, die die beiden Mädchen angeblich besuchen, nicht nur die Klassenstufe, sondern sie benennt sogar explizit, in welche Klasse die beiden gehen sollen.
Zunächst gilt: Keine Panik
Nun lassen solche Nachrichten Eltern oft nicht nur ratlos, sondern auch panisch zurück. Doch Panik, das teilt die Polizei in solchen Fällen gerne mit, sollte unbedingt vermieden werden. Werden die Vorfälle den Beamten gemeldet, gehen diese dem Verdacht grundsätzlich nach.
Tatsächlich hatte 2023 ein Mann versucht, einen Zehnjährigen in Böblingen in seinen VW-Bus zu ziehen. Bauarbeiter hörten die Schreie des Jungen und retteten ihn. Der Mann wurde gefasst und verurteilt. Auch wegen dieses Vorfalls haben Eltern zurecht Angst, wenn sie solche Nachrichten erreichen. In den meisten Fällen aber handelt es sich um Missverständnisse – oder eben falsche Nachrichten, sogenannte Fake News, die einfach nur Angst machen und Unsicherheit verbreiten sollen.
Sollten in Horb tatsächlich Mädchen angesprochen worden sein, gilt: Die Eltern der Mädchen und mögliche Zeugen sollten sich unbedingt bei der Polizei melden und den Vorfall anzeigen. Die besagte Schule, auf die die Mädchen gehen sollen, war wegen des Feiertags am Donnerstag (Christi Himmelfahrt) nicht zu erreichen.

