Kultur
: Vater und Sohn in einem Konzert

Eddie Gauntt & Friends sangen in der Freudenstädter Stadtkirche in einem Crossover-Konzert vom Leben und von ihrem Glauben an Gott.
Von
Dunja Bernhard
Freudenstadt

Florian Sitzmann (am Klavier), Lukas Gauntt, Eddie Gauntt, Adina Mitchell und Pamela Natterer (von links) gaben in der Freudenstädter Stadtkirche ein berührendes Konzert mit Liedern von der Oper bis zum Pop. Bilder: Dunja Bernhard

Nicht gesetzt

Was für ein Konzert! Eddie Gauntt, Bariton und ausgebildeter Opernsänger, jagte den Zuschauern einen wohligen Schauer über den Rücken, wenn sich seine warmen Stimme in die Kirchenschiffe ausbreitete. Gemeinsam mit Sohn Lukas sang er dieses Konzert. „Lukas ist auch ein Freund“, sagte der Vater über den Gruppennamen „Eddie Gauntt & Friends“. Der Sohn hat die Stimme eines jungen Mannes, verkörpert so die nächste Generation, die Musik und Glaube weiter trägt. Ebenso jung und ungeschliffen und dadurch so persönlich der Gesang von Adina Mitchell, die Jura studiert und einige Lieder auf der Geige begleitete. Pamela Natterer, Hebammenschülerin und Mutter von drei Kindern, stellte dieser Jugend ihre feste Altstimme und Gitarrenbegleitung zur Seite. Florian Sitzmann, Keyboarder der Söhne Mannheims, legte Pianostimmen hinter den Gesang, schrieb etliche Arrangements

des Abends und trat in einer Improvisation als Solist in den Vordergrund.

Mit dabei war auch irgendwie Cae Gauntt, Frau von Eddie und unvergessene Sängerin christlicher Lieder. Seit einer Operation kann sie nicht mehr singen, berichtete Eddie Gauntt. „Es reicht nur noch für unseren Enkel.“

Diese Nachricht dürfte vieler ihrer Fans in Freudenstadt betrübt haben.

Junge Musiker ersetzen Cae

Als Cae aus gesundheitlichen Gründen Konzerte absagen musste, war die Idee geboren, junge Künstler auf die Bühne zu holen. Die fünf Musiker sind bekennende Christen. Ihre überwiegend englischen Lieder handeln vom Leben mit und Glauben an Gott. Die Künstler ließen die Texte für sich sprechen, mehr war nicht nötig. Die Musik und die Worte genügten, um keinen der über 500Besucher der Stadtkirche

am Samstagabend unberührt zu lassen.

Eddie Gauntt präsentierte etliche Lieder, die Cae geschrieben hat, wie „The Man I Am“ über seine Erfahrungen Sänger. Mitchell sang mit zarter, aber selbstbewusster Stimme von ihren Kämpfen im Glauben und fand stets eine Antwort. Für Natterer ist Musik wie Medizin. Wunderschön war ihre Interpretation von „Walking Fields of Gold“.

Einen großen Teil des Konzerts machten Weihnachtslieder aus. Sitzmann und Mitchell ersetzen bei einem Stück aus dem Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach das Orchester. Eddie Gauntt machte daraus eine rhythmische Arie. Die Zuhörer erlebten eine ganz neue Interpretation des bekannten Stücks.

Ein anerkennendes „Wow“ ernteten die Musiker mit einem neuen Arrangement von „Vom Himmel hoch da komm ich her“. Alte Fassung, gemischt mit Popelementen, Lukas Gauntt spielte dazu auf dem Cajon, der Text gesungen auf Englisch und Deutsch. Das war Crossover pur, wie das ganze zutiefst beeindruckende Konzert.