Kreis Rottweil/Sulz/Vöhringen · Silvester
: Feuerwerk ist sehr gefährlich

Das Gesundheitsamt appelliert wegen der angespannten Lage in den Kliniken, auf das Böllern möglichst ganz zu verzichten.
Von
NC
Kreis Rottweil/Sulz/Vöhringen

Schwäbisches Tagblatt

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Nach zweijähriger, coronabedingter „Zwangspause“ beim Böllern darf der Jahreswechsel 2023 in vielen Städten auch im Kreis Rottweil (außer unter anderem in der Sulzer Talstadt) wieder von Feuerwerk begleitet werden.

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) erwartet dadurch einen Wiederanstieg der Schwerverletztenzahlen - bei der aktuell angespannten Lage in den Kliniken ist dies ein Grund zur ernsten Besorgnis.

Das Gesundheitsamt Rottweil appelliert deshalb zum kompletten Verzicht auf die Knaller. In der Silvesternacht 2020/2021 hat sich das Böllerverbot deutlich in der Statistik der DKG niedergeschlagen: In den Krankenhäusern wurden damals zwei Drittel weniger Feuerwerks-Schwerstverletzte auf den Stationen gezählt. Die wissenschaftliche Fachgesellschaft für Augenheilkunde, die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG), bezeichnet das Verkaufsverbot für Feuerwerkskörper in den beiden Pandemiejahren insgesamt „als effektive Maßnahme, die Gesamtzahl der Augenverletzungen zur Silvesterzeit zu reduzieren“. Die Zahlen sprechen für sich: An Silvester 2020/2021 ging die Zahl der Augenverletzungen im Vergleich zum Vorjahr um 86 Prozent zurück.

2050 Tonnen Feinstaub

Vor diesem Hintergrund appelliert das Gesundheitsamt Rottweil dringend, auf das Feuerwerk in der Silvesternacht komplett zu verzichten. Amtsleiter Heinz-Joachim Adam mahnt: „Die gesundheitlichen Risiken sind hoch, und wir müssen gemeinsam alles unterlassen, das den Druck auf die überlasteten Kliniken unnötig erhöht“. Das farbenfrohe Lichterspiel am Himmel hat, neben der Verletzungsgefahr, noch weitere „Nebenwirkungen“: So belastet die Böllerei auch die Umwelt ganz massiv: Rund 2050 Tonnen Feinstaub werden jährlich durch das Abbrennen von Feuerwerkskörpern freigesetzt - 75 Prozent davon in der Silvesternacht, berichtet das Umweltbundesamt. Die unsichtbaren Partikel können besonders für Menschen mit Vorerkrankungen ernste Folgen haben, weil die Partikel tief in die Atemwege eindringen können. Vor allem Patienten mit Asthma und anderen chronischen Atemwegserkrankungen, aber auch gesunde Menschen, können unter solchen massiven Luftbelastungen gesundheitliche Schäden erleiden

– auch wenn die Belastung nur kurzzeitig ist.