Kreis Rottweil · Gesundheit
: Zecken haben im Kreis jetzt Hochsaison

Die Gefahr von Infektionskrankheiten wie Lyme-Borreliose oder FSME steigt dadurch. Einige Tipps zum Aufenthalt im Freien.
Von
NC
Kreis Rottweil

Schwäbisches Tagblatt

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Aufgrund der klimatischen Erwärmung sind Zecken mittlerweile mitunter auch in den Wintermonaten anzutreffen. Jetzt im Sommer sind die Tiere besonders aktiv. Bei einem Aufenthalt im Freien ist daher Vorsicht geboten: Die wechselwarmen Spinnentiere können ein ernstes Gesundheitsrisiko darstellen und Lyme-Borreliose und FSME übertragen.

Laut einer aktuellen Auswertung der AOK waren sich im Jahr 2022 im Landkreis Rottweil 328 AOK-Versicherte wegen einer Lyme-Borreliose in ärztlicher Behandlung. Lyme-Borreliose wird von Bakterien ausgelöst. Unbehandelt kann die Erkrankung verschiedene Organsysteme betreffen, insbesondere die Haut, das Nervensystem und die Gelenke. „Meist tritt an der Einstichstelle eine juckende Rötung der Haut auf. Dabei handelt es sich um eine normale Reaktion auf den Zeckenstich, nicht um das Anzeichen einer Borreliose. Die Wanderröte ist hingegen auf eine Borreliose-Infektion zurückzuführen und tritt einige Tage, manchmal auch erst einige Wochen nach einem Zeckenstich auf“, erklärt Ralph Bier, Mediziner bei der AOK Baden-Württemberg. Diese deutliche ringförmige Hautrötung ist oft im Zentrum blasser als am Rand. Der rote Ring wandert nach außen.

Schutzimpfung empfohlen

Borreliose wird mit Antibiotika behandelt und heilt meist komplett aus. Ohne Antibiotikabehandlung ist das Risiko für einen schweren Verlauf erhöht. Dann kann es zu einer Neuroborreliose mit Lähmungserscheinungen, Nervenentzündungen oder einer Gehirnhautentzündung kommen. Beide Erkrankungenkönnen mit Antibiotika behandelt werden.

Kommt es zu einer Infektion mit dem FSME-Virus, können rund ein bis zwei Wochen nach dem Zeckenstich grippeähnliche Beschwerden wie Fieber oder Kopfschmerzen auftreten. Bei einer Mehrzahl der Betroffenen heilt die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ohne Folgen aus. Ist aber das zentrale Nervensystem oder das Rückenmark betroffen, kann dies zu bleibenden Schäden führen. Es können nur die Symptome behandelt werden. Anders als gegen Borreliose-Bakterien gibt es gegen die FSME-Viren jedoch eine Impfung.

Um Zeckenstiche möglichst zu vermeiden, sollten bei Aufenthalten auf Wiesen, im Wald sowie in Grünanlagen geschlossene Schuhe, lange Hosen und Kleidung mit langen Ärmeln getragen werden. Nach einem Aufenthalt im Freien sollte der Körper sorgfältig nach Zecken abgesucht werden. Hat eine Zecke gestochen,sollte sie so schnell wie möglich mit einer Zeckenpinzette oder Zeckenkarte entfernt und die Wunde sorgfältig desinfiziert werden.