Kreis Rottweil · Gesundheit
: Milde Temperaturen locken Zecken hervor

Das Rottweiler Gesundheitsamt rät zur Impfung und zu Vorsichtsmaßnahmen.
Von
NC
Kreis Rottweil

Zeckenbisse können Borreliose oder FSME verursachen. Privatbild

Nicht gesetzt

„Das Risiko, von einer Zecke gestochen zu werden, besteht immer - mit allen daraus möglicherweise resultierenden gesundheitlichen Folgen“, warnt das Gesundheitsamt Rottweil in einer Pressemitteilung. In diesem Jahr seien die Zecken deutlich früher unterwegs. Das Gesundheitsamt rät deshalb zu einer FSME-Schutzimpfung.

Der Grund für die hohe Aktivität der Zecken sind die milden Temperaturen von im Durchschnitt 6,6 Grad Celcius im Februar. Im Vergleich mit den Jahren 1961 bis 1990 bedeutet dies einen Anstieg um 6,2 Grad Celsius. Die ungewöhnlich hohen Temperaturen dieses Februars sind laut Deutschem Wetterdienst eher typisch für Mitte April.

„Die Zeckenzeit, die früher von März bis Oktober galt, gilt mittlerweile als überholt“, erklärt Martine Hielscher, Ärztin im Gesundheitsamt Rottweil. Grund seien die milden Winter. Mit dem neuen Temperaturrekord steige auch das Risiko eines Zeckenstiches und damit die Gefahr, sich mit einer von Zecken übertragenen Krankheit anzustecken. In Deutschland werden hauptsächlich Borreliose und die Früh-Sommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) durch Zeckenstiche übertragen.

Dabei wächst die Liste der FSME-Risikogebiete im Bundesgebiet seit Jahren kontinuierlich. Mit wenigen Ausnahmen gelten ganz Süddeutschland und Baden-Württemberg - auch im Kreis Rottweil - als Risikogebiet für FSME. Zudem werden auch in nicht als Risikogebiet deklarierten Landkreisen immer häufiger FSME-Infektionen gemeldet.

Meist verlaufen FSME-Infektionen eher leicht und werden oft mit einer Grippe verwechselt. Jedoch treten in schweren Verläufen Nervenlähmungen oder Entzündungen der Hirnhaut, des Gehirns oder des Rückenmarks auf. Bleibende neurologische Schäden wie Lähmungen oder sogar eine Atemlähmung können auftreten.

Trotz Schwankungen der jährlichen Infektionszahlen berichtet das Robert-Koch-Institut (RKI) insgesamt von einer Zunahme der gemeldeten FSME-Infektionen. Außerdem gehen die Experten von einer um das Vielfache höheren Dunkelziffer aus. Besonders alarmierend ist laut RKI, dass im Jahr 2023 ganze 99 Prozent der FSME-Infizierten nicht oder nur unzureichend geimpft waren. Eine FSME-Impfung bietet wirksamen Schutz, weshalb Hielscher zu einer solchen Schutzimpfung rät. Je nach Alter und Impfstoff sollte die Schutzimpfung gegen FSME alle drei bis fünf Jahre aufgefrischt werden. Für weitere Informationen zur Schutzimpfung stehen die Hausärzte zur Verfügung.

Im Gegensatz dazu gibt es keine Schutzimpfung gegen Borreliose. Wird diese Erkrankung früh erkannt, kann sie jedoch gut behandelt werden. Deshalb ist es auch wichtig, bei Spaziergängen und Aufenthalten im Freien einige Dinge zu beachten. Es empfiehlt sich, lange Kleidung zu tragen, am besten in hellen Farben, um Zecken besser entdecken zu können. Nach dem Spaziergang im Wald, dem Aufenthalt im Park oder im Garten ist es ratsam, sich regelmäßig auf Zecken abzusuchen.

Falls die Zecke schon zugestochen hat, muss das Tier zügig und vollständig entfernt werden, zum Beispiel mit einer Zeckenkarte. Anschließend sollte die Einstichstelle desinfiziert und über mehrere Tage beobachtet werden. Außerdem empfiehlt Hielscher, bei einem Hautausschlag oder unklaren Krankheitssymptomen nach einem Zeckenstich zur Klärung den Hausarzt aufzusuchen.