Kreis Freudenstadt · Arbeitsmarktreport: Arbeitslosigkeit geht nach Sommerferien leicht zurück

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Nicht gesetztNach dem Ende der Ferien- und Urlaubszeit ist die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim von August auf September erwartungsgemäß zurückgegangen, teilt die Arbeitsagentur in ihrem monatlichen Bericht mit.
Von der positiven Entwicklung profitiert auch der Landkreis Freudenstadt. So ging die Arbeitslosenquote von August auf September um 0,1 Prozentpunkte auf 3,5 Prozent zurück. Vor einem Jahr lag sie im Landkreis bei 3,4 Prozent. Im gesamten Bezirksbereich der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim lag die Arbeitslosenquote im September bei 3,9 Prozent und damit 0,2 Prozentpunkte niedriger als im August.
Im Landkreis Freudenstadt waren 2482 Menschen arbeitslos gemeldet, davon 44,6 Prozent in der Arbeitslosenversicherung und 1376 in der Grundsicherung. Im September wurden 162 Stellenangebote gemeldet. Das waren 48weniger als im Vormonat und gar 91 weniger als im September 2022. Derzeit sind bei der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim für den Landkreis 1132 offene Stellen im Bestand, knapp ein Viertel weniger als vor einem Jahr.
„Der Arbeitsmarkt im Nordschwarzwald ist weiterhin vergleichsweise robust“, kommentiert Martina Lehmann, Chefin der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim, die Zahlen. Durch die Zurückhaltung der Arbeitgeber, Mitarbeitende neu einzustellen, hätten sich die Chancen, Arbeitslosigkeit zu beenden, allerdings etwas verringert. Dies gelte besonders für Arbeitslose ohne abgeschlossene Berufsausbildung sowie für ältere Arbeitslose, für Arbeitslose mit gesundheitlichen Einschränkungen und auch für örtlich gebundene Arbeitslose.
Wie erwartet ging nach den Sommerferien mit dem Beginn von Schule, Ausbildung und Studium die Zahl der jüngeren Arbeitslosen zurück. So sank im Landkreis Freudenstadt der Anteil der 15- bis 25-Jährigen an der Gesamtzahl der Arbeitslosen von 11,9Prozent im August auf 10,4Prozent im September. Aber im September waren immer noch 258 junge Menschen arbeitslos gemeldet. In der Gruppe „50 Jahre und älter“ waren es 938, ein leichter Anstieg. Dieser war auch bei den Langzeitarbeitslosen zu verzeichnen. 37 Prozent der Arbeitslosgemeldeten im Landkreis Freudenstadt sind Ausländer; 920 suchen einen Job, 26 weniger als im August.
„Viele der jungen, gut ausgebildeten Fachkräfte, die beispielsweise nach ihrer Ausbildung nicht übernommen werden konnten oder wollten, haben wir schnell wieder vermittelt“, betont Lehmann. Das zeige sehr deutlich, dass eine gute Ausbildung nach wie vor die beste Grundlage für einen erfolgreichen Einstieg junger Menschen ins Berufsleben sei. Sie diene zugleich der Fachkräftesicherung der Unternehmen.
Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist in den vergangenen vier Wochen zurückgegangen. Dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim wurden im September insgesamt 754 zu besetzende Arbeitsstellen gemeldet. Das waren 22,9Prozent weniger als im August. Für den Landkreis Freudenstadt wurden 162 freie Arbeitsstellen gemeldet, im August waren es noch 210 gewesen.
Kurzarbeit ist nach wie vor ein Thema. Allerdings liegen der Arbeitsagentur stets nur Zahlen vor, welche die Situation vor einigen Monaten zeigen: Nach einer ersten Hochrechnung zur realisierten Kurzarbeit für den Monat Mai haben im Bezirk der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim 2497 Beschäftigte in 82 Betrieben kurzgearbeitet.
Unter den sieben Geschäftsstellen der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim hat Mühlacker bei der Arbeitslosenquote mit 2,9Prozent den besten Wert. Es folgen Calw mit 3,3 Prozent, Freudenstadt mit 3,4 Prozent, Nagold mit 3,5 Prozent, Horb mit 3,8Prozent, Pforzheim mit 4,5 Prozent und Bad Wildbad mit 5,1 Prozent.
Nach Landkreisen betrachtet liegt der Enzkreis bei 2,9 Prozent, Freudenstadt bei 3,5 Prozent, Calw bei 3,7Prozent, die Stadt Pforzheim bei 6,2 Prozent. Im gesamten Bezirk waren Mitte September 13505 Menschen ohne Job, der Anteil der Männer lag bei 51,6Prozent.
Neue Zahlen für den Ausbildungsmarkt 2022/2023 liegen erst Anfang November vor.