Kooperation beschlossen
: Stadtwerke aus Freudenstadt und Altensteig machen gemeinsame Sache

Die Städte Freudenstadt und Altensteig wollen mit ihren Stadtwerken eine gemeinsame Kooperationsgesellschaft gründen. Das sei ein „Meilenstein in der interkommunalen Zusammenarbeit“.
Von
red/itz
Freudenstadt/Altensteig
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Vorne schlagen Freudenstadts OB Adrian Sonder (links) und Altensteigs Bürgermeister Oliver Valha auf die Kooperation ein. Hinten Günther Garbe (links), Technischer Werkleiter der Stadtwerke Altensteig, und Freudenstadts Stadtwerke-Geschäftsführer Günther Garbe.

Stadt Freudenstadt/Rath
  • Freudenstadt und Altensteig gründen mit ihren Stadtwerken eine Kooperationsgesellschaft.
  • Ziel ist gebündelte Leistungen für eine langfristig sichere Daseinsvorsorge im Nordschwarzwald.
  • Die neue Gesellschaft übernimmt zentrale Aufgaben wie Netz, IT, Beschaffung, Vertrieb und Services.
  • Kundinnen und Kunden behalten die gewohnten Ansprechpartner – die Eigenständigkeit bleibt erhalten.
  • Erwartet werden Effizienz, höhere Spezialisierung, besseres Risikomanagement und Einsparpotenziale.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Stadt Freudenstadt und die Stadt Altensteig stellen gemeinsam mit ihren Stadtwerken die Weichen für die Zukunft: „Mit der angestrebten Gründung der Kooperationsgesellschaft bündeln die beiden kommunalen Energieversorger künftig ausgewählte Aufgaben und schaffen damit die Grundlage für eine langfristig leistungsfähige, wirtschaftliche und sichere Daseinsvorsorge im Nordschwarzwald“, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung.

Gemeinsam beschäftigen beide Unternehmen demnach 157 Mitarbeitende und bieten ein breites Portfolio an Versorgungs- und Dienstleistungen. Dazu gehört die Versorgung mit Strom, Erdgas, Trinkwasser, Wärme und Telekommunikation. Darüber hinaus betreiben die Stadtwerke Altensteig die örtlichen Bäder, ein Parkhaus, bieten verschiedene Dienstleistungen an und betreiben einen Installationsbetrieb für PV-Anlagen, Batteriespeicher und Ladesysteme für die Elektromobilität. Das Versorgungsgebiet der Stadtwerke Freudenstadt umfasst auch Loßburg, Seewald und Dornstetten.

Die Rahmenbedingungen für kommunale Energieversorger hätten sich in den vergangenen Jahren grundlegend verändert. Seit der Liberalisierung des Energiemarktes seien die Geschäftsprozesse deutlich komplexer geworden, heißt es in der Mitteilung. „Umfangreiche regulatorische Vorgaben der Bundesnetzagentur und der Landeskartellbehörden, steigende Anforderungen an moderne IT-Systeme sowie die fortschreitende Digitalisierung prägen heute den Arbeitsalltag der Stadtwerke.“

Gleichzeitig erfordere die Energiewende erhebliche Investitionen in Strom- und Wärmenetze, erneuerbare Erzeugungskapazitäten sowie digitale Infrastrukturen. Die beiden Stadtwerke verweisen zudem auf die Auswirkungen der Energiekrise und geopolitische Entwicklungen. Parallel dazu werde die Gewinnung und langfristige Bindung qualifizierter Fachkräfte zu einem immer wichtigeren Erfolgsfaktor.

Zentrale Dienstleistungen übernehmen

Vor diesem Hintergrund hätten die Stadtwerke Altensteig und Freudenstadt in den vergangenen Monaten verschiedene Möglichkeiten einer vertieften Zusammenarbeit intensiv untersucht. Ziel sei es gewesen, Synergien zu erschließen, Kompetenzen zu bündeln, gleichzeitig die Eigenständigkeit beider Unternehmen langfristig zu sichern und die Weichen für die Zukunft zu stellen. Die Beteiligten versprechen: Für die Kundinnen und Kunden bleibe alles wie gewohnt.

Die neue Kooperationsgesellschaft soll zentrale Dienstleistungen für beide Stadtwerke übernehmen. „Dazu zählen insbesondere Aufgaben in den Bereichen Netz und Technik, Beschaffung und Vertrieb, Informationstechnologie und Shared Services sowie Dienstleistungen“, heißt es. Durch die Bündelung erhoffen sich die Häuser „effizientere Prozesse, eine höhere Spezialisierung der Mitarbeitenden sowie stabile Vertretungsregelungen bei Urlaub oder Krankheit“. Gleichzeitig sollen Digitalisierung und Standardisierung weiter vorangetrieben und die Organisation insgesamt widerstandsfähiger gemacht werden.

Als wesentliche Vorteile der Zusammenarbeit werden „eine effizientere Nutzung vorhandener Ressourcen, die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit, die Bündelung von Fachwissen, eine höhere Innovationskraft sowie eine weitere Optimierung der Geschäftsprozesse“ genannt. Darüber hinaus verbessere die Kooperation das Risikomanagement, erhöhe die Ausfallsicherheit und eröffne attraktive Entwicklungsmöglichkeiten für die Mitarbeitenden. Zudem erwarte man „nachhaltige wirtschaftliche Einsparpotenziale, die wiederum den Unternehmen und ihren Kundinnen und Kunden zugutekommen“.

Sonder: „Wirtschaftlich, sicher und zukunftsfähig“

„Die kommunale Daseinsvorsorge steht vor großen Herausforderungen. Umso wichtiger ist es, dass wir als kommunale Unternehmen Verantwortung übernehmen und gleichzeitig neue Wege gehen. Mit der Kooperationsgesellschaft schaffen wir eine starke Grundlage, um die Energieversorgung unserer Region langfristig wirtschaftlich, sicher und zukunftsfähig aufzustellen“, wird Freudenstadts Oberbürgermeister Adrian Sonder zitiert.

Altensteigs Bürgermeister Oliver Valha ergänzt: „Unsere beiden Stadtwerke verbindet seit vielen Jahren ein gemeinsames Verständnis von kommunaler Verantwortung und Kundennähe. Die Kooperation ermöglicht es uns, Kräfte zu bündeln, Synergien zu nutzen und gleichzeitig die regionale Identität sowie die Eigenständigkeit beider Unternehmen dauerhaft zu erhalten. Davon profitieren unsere Bürgerinnen und Bürger ebenso wie unsere Mitarbeitenden.“

Ein weiterer Vorteil der neuen Gesellschaft liege im Zugang zum umfangreichen Beratungs- und Dienstleistungsportfolio der Firmen Thüga und Badenova. Dazu heißt es: „Beide Unternehmen streben eine Beteiligung an der Gesellschaft an und wollen gemeinsam mit den kommunalen Partnern die Energieversorgung der Region zukunftssicher, wirtschaftlich und nachhaltig weiterentwickeln.“