Konjunkturbericht IHK Nordschwarzwald
: Die Lage bleibt angespannt, aber die Unternehmen sind zuversichtlich

Der Konjunkturbericht der IHK Nordschwarzwald zeigt: Es kann bei den Unternehmen in der Region noch nicht von Entspannung gesprochen werden, aber die Geschäftserwartungen sind vielerorts positiv. IHK-Präsidentin Claudia Gläser: „Viele Unternehmen zeigen bemerkenswerte Zuversicht.“
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NC
Kreis Freudenstadt
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Claudia Gläser ist seit 2017 Präsidentin der IHK Nordschwarzwald.

Claudia Gläser ist seit 2017 Präsidentin der IHK Nordschwarzwald.

Karl-Heinz Kuball (Archiv)
  • IHK Nordschwarzwald meldet weiterhin angespannte Wirtschaftslage, aber positive Geschäftserwartungen.
  • 24 % der Unternehmen bewerten ihre aktuelle Geschäftslage als gut (Vorjahr: 18 %).
  • Auftragseingänge und Investitionen bleiben verhalten – Besserung frühestens nach Jahreswechsel erwartet.
  • Größte Risiken: schwache Inlandsnachfrage (75,5 %) und gestiegene Arbeitskosten (63 %).
  • Tourismusbranche leidet unter Einbußen, Handel und Dienstleistungen mit gemischter Lage.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Im Frühsommer hieß es noch: „Weiter warten auf den Aufschwung – am Tunnelende schimmert Licht.“ Vier Monate später bleibt die Lage angespannt – doch das Licht am Ende des Tunnels wird heller. Während die aktuelle Geschäftslage im Nordschwarzwald leicht negativ bewertet wird, sind zumindest die Geschäftserwartungen für die kommenden zwölf Monate wieder positiv – das zeigt die aktuelle Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nordschwarzwald. „Die Herausforderungen bleiben groß und von Entspannung kann noch keine Rede sein“, sagt IHK-Präsidentin Claudia Gläser. Doch viele Unternehmen zeigten bemerkenswerte Zuversicht.

Die IHK hat im Herbst rund 300 regionale Unternehmen zu deren wirtschaftlicher Situation befragt. Fast 24 Prozent berichten von einer guten Geschäftslage (18 Prozent waren es im Vorjahreszeitraum). Der Anteil der Unternehmen, die von einer befriedigenden Geschäftslage sprechen, ist mit 52 Prozent weiterhin hoch (Herbst 2024: 53 Prozent). Etwas über 24 Prozent nehmen eine schlechte Geschäftslage wahr.

„Wir befinden uns seit nunmehr drei Jahren in einer strukturell angespannten Lage ohne Wachstum. Insofern sind die Werte relativ zu sehen“, erklärt IHK-Hauptgeschäftsführerin Tanja Traub. „Einige Unternehmen gaben bereits bei den letzten Erhebungen an, dass die Geschäftslage schlecht oder nur befriedigend sei.“  Neben der Geschäftslage blicke die IHK für die Frage nach dem Aufschwung auf die Auftragseingänge und die Investitionsbereitschaft der Unternehmen. „Und da müssen wir feststellen: Es heißt weiter warten und frühestens nach dem Jahreswechsel werden sich spürbare Verbesserungen einstellen“, so Traub.

Geschäftserwartungen stimmen positiv

Nur 17 Prozent der Unternehmen sehen derzeit steigende Auftragseingänge, wobei der Wert im Vorjahreszeitraum mit 9 Prozent noch deutlich schlechter war. 50 Prozent erwarten eine gleichbleibende Auftragslage (Herbst 2024: 52 Prozent). 33 Prozent erwarten fallende Auftragseingänge. Hinsichtlich der Investitionen in den kommenden zwölf Monaten erwarten nur 12 Prozent zunehmende Investitionen, 47 Prozent gehen von einem gleichbleibenden Investitionsvolumen aus und 16 von einem abnehmenden.

Positiv stimmen jedoch die Geschäftserwartungen: Gut 24 Prozent gehen von sich verbessernden Geschäften aus, 18 von sich verschlechternden – ein Saldo von Plus sechs Prozent, der einem Wert von Minus 11,5 Prozent aus dem Vorjahreszeitraum gegenübersteht. Und das gilt für die Branche der Industrie erst recht: Hier liegt der Saldo im Herbst 2025 bei plus 10,5 Prozent, vor einem Jahr lag der Wert bei minus 26 Prozent. „Die Region Nordschwarzwald ist eine produktionsstarke Wirtschaftsregion. Deshalb stimmen diese Zahlen zuversichtlicher“, sagt Gläser.

Die weltpolitische Lage bleibt aber instabil, das sehe die IHK auch an den Exportzahlen, sagt Traub. „Umso wichtiger waren die entschlossenen und die gut sichtbaren Schritte der Bundesregierung zurück aufs europäische beziehungsweise internationale Parkett.“ 17 Prozent der hiesigen Unternehmen erwarten steigende Exporte. Das waren im Vorjahreszeitraum 26 Prozent, wobei im Herbst 2024 rund 36 Prozent gleichbleibende und 37 Prozent fallende Exporte angaben. Im Herbst 2025 geben 69 Prozent gleichbleibende und 13 Prozent fallende Exporterwartungen an.

Verhaltene Inlandsnachfrage und gestiegene Arbeitskosten

„Diese Zahlen sind weiterhin keine guten – da sie auf niedrigem Niveau sind“, so Gläser. „Wir sind eine Exportnation und die Geschäftsmodelle und Lieferketten vieler unserer Unternehmen im Nordschwarzwald sind auf internationale Absatzmärkte ausgerichtet.“ Hemmnis neben der weltpolitisch unberechenbaren Lage sei auch der Reformstau, der die Arbeitskosten hochtreibe. „Dieser muss nun angegangen und aufgelöst werden.“ Dementsprechend führen die verhaltene Inlandsnachfrage (75,5 Prozent) und die gestiegenen Arbeitskosten (63 Prozent) deutlich die Liste der größten Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung der Unternehmen an. Auf Platz drei der zehn Risikokategorien liegt die Angabe „geopolitische Spannungen“ mit 50 Prozent.

Verarbeitendes Gewerbe: 18 Prozent der Industrieunternehmen sprechen von einer guten Geschäftslage (Vorjahreszeitraum: 9 Prozent), 51 von einer befriedigenden, 31 Prozent von einer schlechten. 21 Prozent berichten von gestiegenen Umsätzen, 21 Prozent von gleichbleibenden, 57 Prozent von gefallenen. Die Ertragslage bewerten 16 Prozent als gut, 45 als befriedigend und 39 Prozent als schlecht.

Im Tourismus trübt sich die Lage

Gastgewerbe: Im Tourismusgewerbe der Region trübte sich die Lage – nach guten Werten bei den vorherigen Erhebungen – in den vergangenen Monaten etwas ein: 23 Prozent bewerten die Geschäftslage als positiv (Vorjahreszeitraum: 50 Prozent), 54 Prozent sehen sie als befriedigend, nunmehr knapp 23 Prozent sprechen von einer schlechten Geschäftslage. 25 Prozent stellen wachsende Umsatzzahlen fest, 33 Prozent geben gefallene Umsätze an. 23 Prozent bewerten die Ertragslage als gut, 39 als befriedigend, 38 als schlecht.

Handel und Dienstleistungen: 30 Prozent sehen im Bereich Handel und Dienstleistungen eine gute Geschäftslage, 53 Prozent bewerten sie als befriedigend, 17 als schlecht. Gestiegene Umsätze verbuchen 39 Prozent, bei 31 Prozent bleiben sie gleich, bei 30 Prozent fallen sie. Die Ertragslage lässt weiter zu wünschen übrig: nur 14 Prozent sehen eine gute, 63 Prozent eine befriedigende und 23 Prozent eine schlechte Ertragslage.