Jubilierende Stimmen erfüllen die Kirche
: Bauder-Kantorei glänzt beim Aufführung des „Weihnachts-Oratoriums“ / Zweiter Teil am 3. Januar 2016

Die Bauder-Kantorei mit Sängern und Musikern aus der Region interpretierte am Sonntagabend Bachs „Weihnachts-Oratorium“ in der vollbesetzten evangelischen Stadtkirche. Das Publikum dankte den über 100 Akteuren mit viel Beifall.
Von
petra haubold
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Nicht gesetzt

Der Mut wurde belohnt: Die festlich geschmückte evangelische Stadtkirche war proppenvoll, und es mussten noch zusätzliche Stühle geholt werden.

Fünf markante Paukenschläge, daneben fanfarenhaft triumphale Trompetenklänge leiteten die gut eineinhalbstündige Aufführung ein. Bereits mit Bachs in diesen Tagen vielgehörtem Jubelchor „Jauchzet, Frohlocket“, der die erste Kantate markiert, füllte klangvoller, dichter Chorgesang die Kirche. Sänger und Trompeten strahlten. Dass Chor und Orchester zwischenzeitlich ein erprobtes und gut eingespieltes Team sind, merkte man hier deutlich.

Das Publikum wurde von Beginn an von der musikalisch-dramatisch verarbeiteten biblischen Geschichte der Geburt Jesu in den Bann gezogen.

Schon das erste Rezitativ faszinierte. Als Evangelist berichtete Ilja Werger textverständlich über das Gebot von Kaiser Augustus, die Streicher begleiteten sanft.

„Bereite dich, Zion“ erklang dann die berühmten Al-Aarie, gesungen von Annerose Schranz mit warmer Stimme. Die Solistin sang ihre Partien tiefsinnig und klar.

Erfreulich biegsam, harmonisch und doch fordernd trug Stephan Storck die berühmte Arie „Großer Herr und starker König“ mit klarer Stimme vor. Expressiv meisterte der Tenor seine vielseitigen, stimmigen Rezitative und Bass-Arien.

Stimmlichen Glanz verliehen die Chorsänger und die jugendlichen Gastsänger des Projektchors des Albeck-Gymnasiums der barocken Freude in den Chorälen.

Erika Rieder dirigierte energisch, mit besonderem Augenmerk auf rhythmischer Präzision.

Den eher postulierenden Bass- und Tenor-Arien standen die gefühlvollen Altarien gegenüber.

Der Gesang erreichte einen Höhepunkt im gefälligen Duett „Herr dein Mitleid, dein Erbarmen“ von Sopran und Bass. Als Sopranistin trug Carola Schärer den festlichen Glanz wundervoll mit.

Schwungvoll, kurzweilig und fröhlich schlossen die Sänger mit dem Choral „Ach mein herzliebes Jesulein“ den ersten Teil.

Die zweite Kantate drückte mit der einleitenden Sinfonia die Freude der Hirten über die Ankunft des Erlösers aus.

Die Arie „Schlafe, mein Liebster, genieße der Ruh“ forderte Solistin Annerose Schranz Einiges an gesanglicher Ausdauer ab. Man mochte fast glauben, dass es wohl kein Musikstück gibt, das so vollkommen beschwichtigen kann, wie diese Arie.

Geprägt von den Oboen und Flöten war der im zweiten Teil vorherrschende Wechselgesang der Hirten mit den über dem Geschehen schwebenden Engeln gut zu vernehmen, besonders beim eindringlichen Choral „Wir singen dir in deinem Heer“.

Die Augen der Chorsänger strahlten dann, als sie mit dem Eingangs-Satz der dritten Kantate „Herrscher des Himmels, erhöre das Lallen“ den Vorgaben von Chorleiterin Rieder folgten. In diesem Satz, der auch als Abschluss erklang, waren wieder die Trompeten zugegen.

Gebannt lauschten die Zuhörer schließlich dem finalen, mehrstimmig gesungenen Eingangschor, um letztlich ihre Begeisterung in tosendem Beifall zu bekunden.

Info Die Teile IV bis VI des „Weihnachts-Oratoriums“ führt die Bauder-Kantorei mit Gastsängern und dem Stuttgarter Kantatenorchester am Sonntag, 3. Januar 2016, um 17 Uhr in der evangelischen Stadtkirche auf.

Einlass ist um 16 Uhr.

Karten gibt es im Vorverkauf bei der Buchhandlung „Buchlese“, bei der Kreissparkasse, bei der Volksbank und an der Abendkasse.