Horb: Sechs Rathauschefs um Rosenberger wehren sich gegen Gäubahn-Kappung

Der Intercity der Gäubahn bei der Einfahrt in Horb.
Karl-Heinz Kuball (Archiv)- Sechs Oberbürgermeister, darunter Peter Rosenberger, fordern "Keine Kappung der Gäubahn ohne verlässliche Alternative".
- Sie kritisieren die geplante Kappung ab April 2026 und betonen, dass ein tragfähiges Konzept fehlt.
- Eine Finanzierung des Pfaffensteigtunnels sei noch nicht gesichert.
- Die Gäubahn solle so lange wie möglich zum Hauptbahnhof fahren.
- Unterbrechungszeiten sollen minimiert werden.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Horbs Oberbürgermeister Peter Rosenberger gehört zum Sextett, das in einer Pressemitteilung fordert: „Keine Kappung der Gäubahn ohne verlässliche Alternative“. Neben dem 52-Jährigen sind Stefan Belz (Böblingen), Bernd Häusler (Singen), Michael Beck (Tuttlingen), Christian Ruf (Rottweil) und Nico Reith (Herrenberg) „enttäuscht über die geplante Kappung der Gäubahn, die nach aktuellem Stand bereits im April 2026 umgesetzt werden soll“, heißt es in dem gemeinsamen Schreiben vom Freitag. Die oberirdische Anbindung an den Stuttgarter Hauptbahnhof solle so lange erhalten bleiben, bis eine verlässliche Alternative und ihre Finanzierung vorliege.
„Wir warnen ausdrücklich davor, die Gäubahn zu kappen, ohne dass ein tragfähiges Konzept auf dem Tisch liegt“, erklären die sechs Oberbürgermeister. „Die lange Kappung über viele Jahre in Stuttgart-Vaihingen führt zu großem Frust bei den Reisenden, die den Hauptbahnhof als Zielort haben oder auf das Umsteigen auf den Fernverkehr angewiesen sind.“
Die politisch Verantwortlichen sowie die Deutsche Bahn müssten sie „scharf kritisieren“, heißt es weiter. „Die Versprechen, die im Rahmen der Planungen von Stuttgart 21 gegeben wurden, werden nicht eingehalten“, betonen die Oberbürgermeister. „Eine Kappung der Gäubahn ist für die Reisenden in unseren Städten undenkbar und nicht akzeptabel.“
Keine Kappung ohne Alternative – konkret mahnt das Sextett um Rosenberger an:
- „Der Pfaffensteigtunnel kann nur dann als Lösung dienen, wenn die Finanzierung durch den Bund gesichert ist. Diese Zusage erfolgt üblicherweise erst nach einem abgeschlossenen Planfeststellungsverfahren, was derzeit nicht der Fall ist.“
- „Über eine Klage der Deutschen Umwelthilfe wird erst noch entschieden, ob ein Rückbau von Gleisen überhaupt rechtmäßig ist.“ Die Verhandlung ist auf Mitte Februar angesetzt.
- „Auch das Allgemeine Eisenbahngesetz (§23) stellt nach der derzeitigen Rechtslage für den Abbau der Gäubahn-Gleise auf dem Gleisfeld des Stuttgarter Hauptbahnhofs erhebliche Hürden dar.“
- „Die Fertigstellung des digitalen Knotens ETCS, Stufe 1 und 2, bis Ende 2026 ist nicht sicher. Dies ist jedoch Voraussetzung für die Inbetriebnahme des Tiefbahnhofs Stuttgart 21.“
- „Nötige Umplanungen am Abstellbahnhof Untertürkheim verstärken die Annahme, dass der Tiefbahnhof nicht im Dezember 2026 in Betrieb gehen kann.“
Die Gäubahn müsse so lange wie möglich zum Hauptbahnhof fahren, heißt es weiter. Und: „Eine Planfeststellung und Finanzierung der neuen Führung der Gäubahn muss so rasch wie möglich vorgelegt werden“, fordern die Oberbürgermeister. Dazu noch: „Der Unterbrechungszeitraum zwischen der Außerbetriebnahme der oberirdischen Anbindung der Gäubahn an den Hauptbahnhof und der Inbetriebnahme der Führung der Gäubahn zum Tiefbahnhof Stuttgart 21 muss so kurz wie nur möglich gehalten werden.“