Horb
: Plötzliche Geburt in Arztpraxis: „Werden uns ein Leben lang daran erinnern“

E in Glücksmoment in der Arztpraxis: Der kleine Luca Creuzberger kam in Horb zur Welt, als seine Mama nur eine Bescheinigung abholen wollte.
Von
Moritz Hagemann
Horb

Das Praxisteam mit Nathalie Creuzberger und ihrem Sohn Luca. Privatbild

Nicht gesetzt

In der P raxis der Horber Frauenärztin Dr. Susanne Straub-Duffner kam es im Februar zu Szenen, an die sich die Ärztin, aber ihre Mitarbeiterinnen und die Patientinnen noch lange erinnern werden. Letztere, erzählt sie, sprechen sie immer wieder darauf an, was am Nachmittag des 9. Februar in den Praxisräumen in der Schillerstraße passiert ist - und zwar zum ersten Mal, wie die Ärztin versichert.

Doch von vorne: Patientin Nathalie Creuzberger war an jenem Donnerstag von ihrem Wohnort Eutingen ins nahe Horb gefahren, um in der Praxis eine Bescheinigung für das Mutterschaftsgeld abzuholen. Im Schlepptau hatte die 27-Jährige ihre vierjährige Tochter Lina. Die Bescheinigung nahm Creuzberger auch entgegen - soweit gar kein Problem.

Zu schnell für den Vater

Da war sie in Schwangerschaftswoche 37+5 - es waren also noch etwas mehr als zwei Wochen bis zum geplanten Geburtstermin. Gedanken, in welches Krankenhaus man zur Entbindung gehen möchte, hat man sich da längst gemacht. Doch kurz nach dem Verlassen der Praxis in Horb platzte die Fruchtblase. „Dann sind wir wieder rein“, erzählt sie im Gespräch mit der NECKAR-CHRONIK. Und da hieß es, „dass sich das Baby schon auf den Weg macht“, berichtet Creuzberger. Es war ja nicht ihre erste Geburt, aber nun blieb keine Zeit mehr zum Nachdenken, nun ging alles ganz schnell.

Um 15.47 Uhr hatte sie noch ihren Mann Marc angerufen. Um 16.13 Uhr kam der kleine Luca mit 3200 Gramm und 50 Zentimetern zur Welt. „Er hatte es eilig und wollte wohl nicht ins Krankenhaus“, schildert Straub-Duffner. „Selbst für eine hinzugerufene Hebamme war die Zeit zu kurz.“ Und auch der Vater schaffte es nicht mehr rechtzeitig.

Dem Kleinen geht es gut

Dass ihr Baby in dieser Umgebung auf die Welt gekommen ist, „ist in diesem Moment völlig egal gewesen“, sagt Creuzberger. Ein Krankenwagen brachte die Mutter mit ihrem Neugeborenen anschließend ins Krankenhaus nach Herrenberg, wo die beiden noch zwei Tage geblieben sind. Rein zur Vorsicht, denn dem kleinen Luca ging es gut. Das hat sich bis heute nicht verändert, er wächst und gedeiht, „alles ist soweit gut“, sagt seine Mutter.

Für Straub-Duffner waren die Ereignisse an jenem Februar-Tag „ein Glücksmoment in unserer Praxis“. Gemeinsam mit Esma Nurali hatte sie das Ärztepaar Margarete und Rudolf Rebholz Anfang 2022 in der Praxis abgelöst. Straub-Duffner, zuvor als Oberärztin an der Tübinger Frauenklinik tätigt, betont mit Blick auf ihr Praxisteam: „Wir werden uns ein Leben lang daran erinnern.“