Horb · Personalie
: Verabschiedung nach 46 Jahren

Wolfgang Held, der Leiter des Rastatter Schulamts, welches unter anderem für den Landkreis Freudenstadt zuständig ist, hat den Ruhestand angetreten.
Von
NC
Horb

Von links: Landrat Dr. Klaus Michael Rückert, der scheidende Schulamtsdirektor Wolfgang Held und seine Nachfolgerin Ulrike Schira, Anja Bauer, Abteilungspräsidentin des Regierungspräsidiums Karlsruhe und Daniel Hager-Mann, Ministerialdirektor Ministerium für Kultus, Jugend und Sport. Privatbild

Nicht gesetzt

Nach mehr als 46 Jahren im Schuldienst wurde im Rahmen einer Feier an der Rastatter Karlschule der Leitende Schulamtsdirektor Wolfgang Held vom Staatlichen Schulamt Rastatt in den Ruhestand verabschiedet. Zahlreiche Gäste aus Politik und Verwaltung waren der Einladung gefolgt und würdigten Helds Engagement im Dienste der Pädagogik.

Nach einem stimmungsvollen musikalischen Auftakt begrüßte der stellvertretende Amtsleiter und Schulamtsdirektor Karl Henne die zahlreichen Gäste. Er brachte in seiner Ansprache einen wichtigen Denkimpuls zur Sprache, der jahrelang als Wanddekoration auf dem Sideboard in Helds Arbeitszimmer stand: „Before you speak - think!“

„Durch das Betreten deines Zimmers wurde das ganze Amt davon peripher stimuliert“, so Henne, der das zwischenmenschliche Geschick, die Offenheit und die hundertprozentige Verlässlichkeit des Amtsleiters hervorhob.

Die Verabschiedung des Amtsleiters wurde von Daniel Hager-Mann, Ministerialdirektor des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport, vorgenommen, der extra aus Stuttgart angereist war und sich bei Wolfgang Held für die langjährige exzellente Arbeit bedankte und Helds überdurchschnittliches Fachwissen und Engagement, sowie seinen kollegialen Führungsstil hervorhob. Hager-Mann würdigte die Leistungen Helds, für den der Beruf immer auch Berufung war und der als Lehrer, Fachberater, Konrektor, Rektor, Schulrat, Schulamtsdirektor und schließlich als Leitender Schulamtsdirektor immer vorbildlich, gewissenhaft und mit Fleiß und Engagement wirkte.

In der Funktion als Leiter des Staatlichen Schulamtes Rastatt übernahm Held ab 2018 die Zuständigkeit für 132 Schulen in den Landkreisen Freudenstadt und Rastatt sowie dem Stadtkreis Baden-Baden. Das bedeutete: Planungsinstanz für den Unterricht von etwa 27000 Schülerinnen sowie Personal- und Führungsverantwortung für etwa 2900 Lehrkräfte.

Diese Verantwortung geht zum 1. März an Ulrike Schira über, die von Ministerialdirektor Hager-Mann in ihr neues Amt eingesetzt und vom stellvertretenden Amtsleiter Henne aufs Herzlichste mit den Worten begrüßt wurde: „Ich kenne dich als Schulleiterin, als Schulratskollegin und als Regierungsschulrätin aus Karlsruhe. Du selbst hast durch die Führungsakademie und dein Interesse an der Welt auch über den Horizont des Pädagogischen geschaut. Dadurch bringst du die besten Voraussetzungen und Kompetenzen mit.“

Der Freudenstädter Landrat Dr. Klaus Michael Rückert dankte Wolfgang Held für die hervorragende Zusammenarbeit, der „den Landkreis Freudenstadt und seine Schulen geprägt hat und der mit Ruhe, Sachverstand, Herz und Menschlichkeit“ immer das Beste für die Schülerinnen und Schüler im Auge behielt.

Auch die weiteren Grußwortredner von Abteilungspräsidentin des Regierungspräsidiums Karlsruhe Anja Bauer über Schuldekan Hans-Jörg Dieter, den geschäftsführenden Schulleiter von Baiersbronn Oliver Balle sowie die Vertreter des örtlichen Personalrates außerschulischer und schulischer Bereich Olga Bolender und Bernhard Baumstark brachten in Ihrer Ansprache zum Ausdruck, wie bereichernd die persönlichen Begegnungen und das Arbeiten an gemeinsamen Aufgaben waren.

Helds Team, bestehend aus sieben Schulrätinnen und -räten sowie acht Verwaltungsmitarbeiterinnen und -mitarbeitern hatte sich eine besondere Überraschung für seinen Chef überlegt: In einem fast 30-minütigen Filmbeitrag mit kreativen, kurzweiligen, Videos von seinen zahlreichen Wegbegleitern aus den Schulen, Schulämtern, Regierungspräsidien und dem Kultusministerium wurde deutlich, welch große Wertschätzung dem scheidenden Schulamtsdirektor über die Jahre entgegenbracht wurde.

Sichtlich bewegt von den zahlreichen Beiträgen stellte Wolfgang Held fest, dass er im Laufe der Jahre zwar viele Schulleiter in den Ruhestand verabschiedet hat, es aber doch etwas ganz Anderes ist, wenn man selbst an der Reihe ist: „Ein Abschied schmerzt immer, auch wenn man sich schon lange darauf freut.“ Mit diesem Zitat des österreichischen Literaten Arthur Schnitzler beschrieb der scheidende Schulamtsdirektor, wie er sich gerade fühlt. Nach 46 Dienstjahren, davon 23 Jahren in Führungsposition wird er nun die Weiterentwicklungen der Bildungslandschaft im Hinblick auf die datengestützte Qualitätsentwicklung an den Schulen „von außen“ mit Interesse verfolgen.

Held dankte unter anderem Abteilungspräsidentin Anja Bauer vom Regierungspräsidium Karlsruhe für die Unterstützung und das entgegengebrachte Vertrauen, Landrat Dr. Klaus Michael Rückert stellvertretend für alle Oberbürgermeister und Bürgermeister in seinem Amtsbezirk für die sehr gute und konstruktive Zusammenarbeit mit allen Schulträgern.

Die Hauptaufgabe des Staatlichen Schulamts sah Held immer darin, die Lehrerinnen und Lehrer bei ihrer nicht immer leichten Arbeit zu unterstützen, so galt sein besonderer Dank allen Lehrkräften, sowie seinem Team aus Verwaltung und Schulaufsicht, welches er mit einem Oskar für das beste Team auszeichnete.

Seine abschließenden Dankesworte galten seiner Ehefrau Michaela und seinen Kindern Fabian und Lea, die ihn stets unterstützten und ihm immer den Rücken freihielten, bevor er sich bei den anwesenden Gästen mit den Worten „Mit ihnen zu arbeiten war mir eine große Ehre und fast immer ein Vergnügen“ zu einem Umtrunk und Stehimbiss einlud.

Musikalisch gestaltet wurde die Verabschiedungsfeier sehr stimmungsvoll von Lehrerin Ann-Sophie Zeitz (Gesang und Klavier) und Schulamtsdirektor Karl Henne (Posaune).