Horb· Hochbrücke
: Porr kann Termin nicht halten: Wird die Hochbrücke erst 2030 fertig?

Das Bauunternehmen Porr kann das vertraglich vereinbarte Bauende der Horber Hochbrücke 2026 nicht einhalten. Erst jetzt, nach 15 Monaten Bauzeit, seien dem Unternehmen die komplexen Prozesse des Baus bewusst geworden, heißt es. Das Regierungspräsidium holt sich jetzt juristischen Beistand.
Von
NC
Horb

Gedrückte Stimmung auf der Baustelle: Straßenbaureferatsleiter Michael Lumpp, Regierungspräsidentin Sylvia M. Felder und Horbs Oberbürgermeister Peter Rosenberger.

Karl-Heinz Kuball

„Anspruchsvolle Bauvorhaben, wie die Horber Hochbrücke, können immer Verzögerungen mit sich bringen. Dass die Zeitplanung des Bauunternehmens jedoch derartig von den vertraglichen Vereinbarungen abweicht, hat uns außerordentlich überrascht, sagt die Karlsruher Regierungspräsidentin Sylvia M. Felder. Wir bedauern diese Entwicklung sehr und hoffen, dass wir gemeinsam mit dem Bauunternehmen eine Lösung finden werden, um die von der Baufirma prognostizierten Verzögerungen auf ein Minimum zu reduzieren“.

Nach rund 15 Monaten Bauzeit hatte das Bauunternehmen schriftlich mitgeteilt, dass es das vertraglich vereinbarte Bauende der Brücke in 2026 nicht einhalten könne. Dem Bauunternehmen seien erst jetzt die komplexen Prozesse, insbesondere bei der Herstellung des Überbaus, bewusst geworden. Während der seit diesem Frühjahr laufenden Arbeiten zur Errichtung der Beton-Längsträger im zweiten Abschnitt des Brückenüberbaus sei es für das Bauunternehmen dann konkret sichtbar geworden, dass es die vertraglich vereinbarte Bauzeit nicht einhalten kann. Die Baufirma teilte mit, dass bei einer Fortsetzung der Arbeiten auf der Grundlage ihres bisherigen Bauablaufs die Brücke erst in 2030 fertiggestellt werden könne. Unabhängig davon würde sich in Folge der Schäden am Traggerüst des Querriegels im Februar die Fertigstellung der Brücke ohnehin um vier bis fünf Monate verzögern.

Nach Aussage der Baufirma könnte durch Optimierungen im Bauablauf der Brückenbau jedoch möglicherweise schon in 2027/2028 abgeschlossen werden. Insbesondere müssten Arbeiten dann parallel ausgeführt und auch von Nord nach Süd gearbeitet werden. Erforderlich wären außerdem zusätzliche Kräne und Gerüste und gegebenenfalls das Arbeiten im Zwei- Schichtbetrieb. Das Regierungspräsidium Karlsruhe ist diesbezüglich sowohl mit der Baufirma als auch den Verkehrsministerien auf Bundes- und Landesebene im Austausch.

Am Montag, 9. September, hat das Regierungspräsidium Karlsruhe das Baufeld Rauschbart planmäßig an das Bauunternehmen übergeben. Durch das Einbringen von rund 100.000 Kubikmeter Erdmaterial in das Haugenloch wurden eine Baustraße und sechs Plattformen und die Arbeitsebene für das nördliche Widerlager hergestellt. Somit kann nun auch auf der Seite Rauschbart mit dem Brückenbau begonnen werden. Wie bereits auf der Seite Nordstetten, werden zunächst Gründungsarbeiten durchgeführt und anschließend Traggerüststützen, Brückenpfeiler und schließlich der Brückenüberbau mit Fahrbahn errichtet.

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