Horb · Coronavirus: Hamsterkäufe in Horb

Mehl ist derzeit ein sehr begehrtes Gut, davon künden leere Regale in den Supermärkten der Region.
NCLeer gefegte Seifenregale in der dm-Drogerie: Die Leute scheinen sich aufs Händewaschen zu versteifen, als hätten sie den lieben langen Tag nichts anderes zu tun. Daneben thront unschuldig die Osterdeko, als wäre die Welt noch völlig in Ordnung. Im Kaufland ein ähnliches Bild: Mehl, Dosentomaten und Nudeln - zumindest im günstigeren Segment - sind kaum mehr zu finden. Dafür klaffen Lücken in den ansonsten wohlsortierten Ladenregalen. Die Leute kaufen, als müssten sie sich wochenlang zuhause verbarrikadieren.
Im Landkreis Freudenstadt ist noch kein Mensch an dem Coronavirus erkrankt, doch sie verhalten sich, als sei die Epidemie hier schon lange ausgebrochen. Vor allem gibt es in den Apotheken hier in Horb keinen Mundschutz mehr zu kaufen, Sagrotan ebenfalls nicht, was vor allem den Arztpraxen zu schaffen macht. In manchen Krankenhäusern schließen sie das Desinfektionsmittel schon weg, damit die Mitarbeiter es nicht stehlen.
Doch drohen bei Lebensmitteln und Hygieneartikel Engpässe, wie die leeren Regale suggerieren könnten? Die SÜDWEST PRESSE hat sich umgehört:
Real: „Im Zusammenhang mit der Ausbreitung des Coronavirus hat sich auch bei uns (stationär, in den Märkten) die Nachfrage nach haltbaren Lebensmitteln und Getränken stark erhöht“, teilt die Pressestelle mit. Für bestimmte Produkte, insbesondere Konserven und Hygieneprodukte, wurde daher bereits seit Mitte vergangener Woche die Lagerbestände aufgestockt. „Selbstverständlich beobachten wir weiter aufmerksam die aktuelle Entwicklung, so dass wir gegebenenfalls auf eine weitere Veränderung der Nachfrage schnellstmöglich reagieren können“, heißt es weiter.
Rewe: „Wir haben bundesweit eine verstärkte Nachfrage nach lang haltbaren Lebensmitteln, Nährmitteln, Konserven und Drogerie. Es gibt keine Engpässe in der Warenversorgung. Die Frequenz der Belieferung der Rewe und Penny- Märkte haben wir erhöht und angepasst. Wir sind gut auf die Situation eingestellt“, heißt es bei der Rewe-Pressestelle.
Kaufland: „In den vergangenen Tagen wurden in unseren Filialen Grundnahrungsmittel wie Nudeln, Mehl und Konserven sowie Hygieneprodukte teilweise sehr stark nachgefragt. Daher kann es derzeit bei einzelnen Produkten kurzfristig zu Engpässen kommen“, heißt es bei Kaufland. Aufgrund des großen Sortiments sei die Warenversorgung jedoch grundsätzlich gewährleistet. „Unsere Filialen werden laufend mit neuer Ware beliefert, so dass die Warenversorgung auch weiterhin sichergestellt ist“, verspricht der Vollsortimenter.
Aldi: „Obwohl wir in einzelnen Filialen aktuell eine höhere Nachfrage nach länger haltbaren Produkten wie beispielsweise Konserven sehen, ist die Versorgungslage in unserem Verkaufsgebiet gut“, heißt es aus der Pressestelle des Discounters. Alle Bestände würden im Rahmen der üblichen Anlieferungen wieder aufgefüllt. Auch an den Standorten, an denen in den vergangenen Tagen die Nachfrage besonders stark angezogen hatte und zu Ladenschluss ein Ausverkauf bestimmter Produkte zu beobachten war, sei die Warenversorgung gesichert.
Aldi Süd beobachtet die derzeitige Ausbreitung des Corona-Virus genau. Die Einschätzungen und Empfehlungen des Krisenstabes der Bundesregierung würden ebenso in die Lagebeurteilung einbezogen, wie die Rückmeldungen aus den einzelnen Filialen und Regionalgesellschaften. „Um die Versorgungssicherheit auch weiterhin zu gewährleisten beziehungsweise kurzfristig auf eine mögliche Veränderung der Nachfrage eingehen zu können, stehen wir im engen Austausch mit unseren Lieferanten und Logistikpartnern. Dabei prüfen wir auch die aktuelle Sachlage zu jedem einzelnen Artikel. Unser Ziel ist es, eine Anlieferung aller Artikel
zu gewährleisten und an den jeweiligen Verkaufsstarts unserer Produkte insbesondere auch der Aktionsartikel festzuhalten“, schreibt die Pressestelle. Sollte es dennoch zu vorübergehenden Engpässen kommen, bittet Aldi bei den Kundinnen und Kunden hierfür um Verständnis.
In puncto Gesundheitsmanagement schreibt Aldi: Um die größtmögliche Sicherheit für Kunden und Mitarbeiter zu gewährleisten, wurde im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements Hygienekonzepte, auf deren Maßnahmen fortlaufend und momentan besonders intensiv hingewiesen werde. Über die internen Kommunikationskanäle werden regelmäßig Informationen zur Verfügung gestellt, beispielsweise zur Nutzung von Desinfektionsmitteln, Handhygiene oder zur Husten- und Nießetikette. „Des Weiteren prüfen wir in Einzelfällen die Teilnahme unserer Mitarbeiter an Messen, internationalen Großveranstaltungen oder Auslandsreisen genauer als üblich“, heißt es weiter.
dm-Drogerie: „Wir beobachten, dass die Nachfrage nach Hygiene-Produkten stark steigt. So sind derzeit die Artikel nahezu nicht mehr verfügbar. Wir arbeiten daran, die Verfügbarkeit der Produkte in unseren dm-Märkten sicherzustellen“, schreibt dm-Geschäftsführerin Kerstin Erbe auf unsere Anfrage hin. In den dm-Filialen wird eine erhöhte Nachfrage nach haltbaren Produkten im Bereich Lebensmittel festgestellt, gerade was Mehl, Dosentomaten und Nudeln betrifft.
Doch wie reagiert die Kette darauf? Sebastian Bayer: „Wir bei dm möchten, dass alle unsere Kunden die jeweils gewünschten Produkte erhalten. Daher haben wir die Kolleginnen und Kollegen in den dm-Märkten darüber informiert, bei derzeit sehr nachgefragten Artikeln darauf zu achten, diese nur in haushaltsüblichen Mengen herauszugeben“, nimmt dm-Geschäftsführer Sebastian Bayer Stellung.