Herbstfest-Wochenende
: Polka, Schlager und Hardrock unter einem Zeltdach vereint

Was macht ein großartiges Fest aus, und woran erkennt man, dass man auf einem war? Fragen Sie mal den MV Grünmettstetten und seinen Förderverein – die kennen sich aus.
Von
Manuel Fuchs
Grünmettstetten

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Nicht gesetzt

Nackte Zahlen werden einem gelungenen und abwechslungsreichen Festwochenende niemals gerecht, aber sie können immerhin eine Größenordnung abstecken: 400 Oldtimerfahrzeuge hatten sich am Sonntag zum Treffen im Rahmen des Grünmettstetter Herbstfestes zusammengefunden. Dass eine Party so viele begeisterte Besucher auch von weiter weg mobilisieren kann, spricht für ihren hervorragenden Ruf. Und der wiederum speist sich aus den erfahrenen, nahezu professionellen Festveranstaltern des Musikvereins „Harmonie“ Grünmettstetten sowie dessen Förderverein.

Das stattliche Festzelt am Grünmettstetter Sportgelände war Dreh- und Angelpunkt des Wochenend-Geschehens und nahezu durchgehend gut gefüllt. Am Freitagabend spielten die „Albkracher“ unter den Schlagworten „Dirndlrock und Partywahnsinn“ zum Powerschunkeln und heftigem Mittanzen auf. Auf der Setlist gaben sich einerseits Stimmungskracher wie „Hulapalu“ und „I sing a Liad für Di“ (im Original von Andreas Gabalier) sowie Almklausis „Mama Lauda“ die musikalische Klinke in die Hand. Andererseits scheuchten mit instrumentalem Nachdruck und angemessner Lautstärke dargebotene Rock-Klassiker von „Don’t stop believing“ (Original: Journey) bis „Highway to hell“ (Original: AC/DC, logisch ...) die Luftgitarristen und die Headbanger mit und ohne Langhaarmatte im Publikum aus ihrer „Ich trink einfach mein Bier und wipp ein bisschen mit dem Fuß“-Haltung, sodass über kurz oder lang das ganze Zelt am Pogen,Tanzen und Toben war.

Kluger Kunstgriff der Partymacher: Tische und Bänke waren größtenteils mit Saalverbot belegt worden, sodass reichlich Platz zum Tanzen blieb und der Funke von der Band zum Publikum und wieder zurück springen konnte.

Den Samstag eröffnete um 11 Uhr ein erweitertes Schlachplattenangebot, am Nachmittag nahm der eigentliche Festbetrieb mit Auftritten der Musikvereine Rexingen, Bierlingen und Dettingen seinen Lauf.

„Schwer zu sagen, wie viele Leute nun genau da waren“, erklärt Simone Schäfer, Schriftführerin des Musikvereins „Harmonie“ Grünmettstetten. Sie denkt kurz nach und wagt dann eine

grobe, wenngleich sehr vorsichtige Schätzung: „Die Tausender-Marke haben wir ganz bestimmt geknackt!“

Großes Oldtimertreffen

Trotz aller Unwetterwarnungen der Stadt Horb und des Deutschen Wetterdienstes kamen auch am Sonntagnachmittag erneut viele Grünmettstetter und Gäste von außerhalb aufs Festgelände (Stimme zur Wetterlage: „Des gôht erscht nôchher los!“). Ab 10 Uhr wartete zum Oldtimertreffen eine hellblaue Sonderschau der Eicher-Freunde mit einer Reihe wunderschöner Traktoren aus dem zurückliegenden Jahrhundert. Auch die Fraktion der Sternträger ließ sich mit einer Kohorte Unimogs und deren Vetter-Modell MB-Trac nicht lumpen; ein ausführlicher Bericht zum Oldtimertreffen folgt.

Ab dem sonntäglichen Frühschoppen sorgten die Musikvereine aus Orsingen, Vimbuch und Marschalkenzimmern und die Jugendkapelle Grünmettstetten/Rexingen für den guten Ton zur gleichwertigen Bewirtung. Erst um 18 Uhr wich das Zeltpublikum dem aufziehenden Sturm.