Hebammen leisten weiterhin Geburtshilfe
: Rettung für den Kreißsaal in der Rottweiler Helios-Klinik

Acht der elf Beleghebammen wechseln in die Festanstellung. Im November hatte das komplette Team wegen des Hebammenhilfevertrags auf April gekündigt und so bundesweit für Aufsehen gesorgt.
Von
NC
Kreis Rottweil
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Stehen gemeinsam für die Geburtshilfe in Rottweil (von links): Dr. Markus Zenz (Chefarzt für Gynäkologie und Geburtshilfe), die Hebammen Dana Adam, Katrin Kleiner und Jessica Wenzler sowie der Geschäftsführer der Helios-Klinik Moritz Lang.

Stehen gemeinsam für die Geburtshilfe in Rottweil (von links): Dr. Markus Zenz (Chefarzt für Gynäkologie und Geburtshilfe), die Hebammen Dana Adam, Katrin Kleiner und Jessica Wenzler sowie der Geschäftsführer der Helios-Klinik Moritz Lang.

Helios-Klinik
  • Acht von elf Beleghebammen wechseln zum 1. April in Festanstellung.
  • Helios-Klinik Rottweil sichert damit die Geburtshilfe vor Ort ab.
  • Klinik sucht weitere Hebammen für den Kreißsaal; 800 Geburten jährlich.
  • Hintergrund: Neuer Hebammenhilfevertrag führte zur Kündigung zum 31. März.
  • Eilantrag gegen den Vertrag scheiterte; Verband sieht 20 % Einnahmeverlust.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Gute Nachrichten für alle Schwangeren in der Region: Nachdem die Rottweiler Beleghebammen aufgrund des neuen, Helios unabhängigen Hebammenhilfevertrags zum 31. März gekündigt hatten, wechseln nun acht von ihnen zum 1. April in die Festanstellung an der Rottweiler Klinik. Gleichzeitig suche die Klinik weitere Verstärkung für den Kreißsaal. Das verkündet die Klinik in einer Pressemitteilung.

Klinikgeschäftsführer Moritz Lang hatte die freudige Nachricht beim Kreißsaalabend persönlich an die Anwesenden überbracht. „Damit ist klar, dass Rottweil auch künftig ein Ort bleibt, an dem Kinder zur Welt kommen. Dass wir mit diesem Weg die Geburtshilfe vor Ort sichern können, ist ausdrücklich den Hebammen zu verdanken“, betonte Lang. „Sie haben Verantwortung übernommen und konstruktiv an Lösungen mitgearbeitet. Dafür danke ich ihnen. Mit der Festanstellung schaffen wir verlässliche Rahmenbedingungen – für die Teams und für werdende Familien in der Region.“

Auch aus Sicht der Hebammen sei die Entscheidung ein klares Bekenntnis zum Standort. „Viele von uns sind seit Jahren eng mit dem Kreißsaal in Rottweil verbunden. Die Festanstellung gibt uns Sicherheit und eine klare Perspektive. Wir freuen uns, die Geburtshilfe weiterhin auf gewohnt hohem Niveau fortzuführen und weiterzuentwickeln“, sagte Jessica Wenzler, Sprecherin des Rottweiler Hebammenteams. Mit der Festanstellung der Hebammen stelle die Helios-Klinik die Geburtshilfe für die Zukunft auf. Das Hebammenteam solle wachsen: „Wir freuen uns über Bewerbungen von Hebammen, die Teil eines engagierten Teams werden und die Geburtshilfe vor Ort aktiv mitgestalten möchten“, so Wenzler.

800 Geburten im Jahr

Über Jahre hinweg habe die Helios-Klinik Rottweil erfolgreich mit den Beleghebammen zusammengearbeitet, heißt es in der Mitteilung weiter. Rund 800 Geburten jährlich unterstrichen die Bedeutung des Kreißsaals für die Region. Aufgrund neuer Vergütungsregelungen, die vom GKV-Spitzenverband in Abstimmung mit dem Deutschen Hebammenverband festgelegt wurden, kündigten im November 2025 die Hebammen ihre Verträge. Sie stellten wiederholt klar, dass es hier einmal mehr um ihre Existenz geht: Schon die massive Erhöhung der Haftpflichtbeiträge im Jahr 2010 machte vielen Geburtshelferinnen zu schaffen. In den vergangenen Wochen suchten Klinik und Hebammen nun gemeinsam nach einer tragfähigen Lösung.

Frühzeitig habe die Helios-Klinik allen Beleghebammen den Wechsel in eine Festanstellung angeboten – jetzt nahmen acht der elf Hebammen das Angebot verbindlich an.

Eilantrag wurde abgelehnt

Ein Eilantrag des Hebammenverbands gegen den neuen Vertrag wurde Mitte Dezember 2025 vom Landessozialgericht Berlin-Brandenburg abgelehnt. Die Begründung: Es gebe keine Anhaltspunkte dafür, dass die Vergütung der Hebammen wirtschaftlich unangemessen festgesetzt worden sei. „Zahlen der Abrechnungszentrale für Hebammen (AZH) zeichnen jedoch ein anderes, eindeutiges Bild: Die finanziellen Einbußen für Beleghebammen durch den neuen Hebammenhilfevertrag liegen bei durchschnittlich 20 Prozent. Das zeigt eine Auswertung der Echtdaten über erbrachte Leistungen seit dem 1. November 2025“, so der Hebammenverband.

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