Hanna Schiebel ist Lehrling des Monats: Ausbildung zur Konditorin – diese Weitingerin bekommt einiges gebacken

Hanna Schiebel präsentiert Teegebäck, eine der süßen Köstlichkeiten, die die Auszubildenden im Rahmen des zweiwöchigen Projekts "Azubi-Filiale" in Eigenregie herstellen.
Handwerkskammer- Hanna Schiebel ist Lehrling des Monats Mai bei Bäcker Saur in Horb.
- Sie wird zur Konditorin ausgebildet und hat ihre Zwischenprüfung mit einer Eins bestanden.
- Das Projekt "Azubi-Filiale" übernimmt sie im Mai, mit Fokus auf Produktion und Verkauf.
- Ihr Ziel ist die Weiterbildung zur Konditormeisterin.
- Bäckerei Saur bildet seit Jahren erfolgreich Lehrlinge aus und hat 16 Standorte.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wer Hanna Schiebel kennt, hat sich nicht gewundert, dass die Weitingerin in der Backstube landete. Denn das Backen und insbesondere das Kreieren von Kuchen, Torten und anderen Köstlichkeiten hat ihr schon immer Spaß gemacht, verrät die junge Frau. Bevor sie aber ihre Leidenschaft zum Beruf machte, schaute sie sich in drei Betrieben um, wie dort die Profis arbeiten. „Nach den Praktika war mir klar: Das will ich machen“, sagt Schiebel. Und im Mai 2025 zeichnete die Handwerkskammer die 19-Jährige als Lehrling des Monats aus. Sie wird bei der Bäckerei Saur zur Konditorin ausgebildet. Ihren Ausbildungsbetrieb fand sie während der Praktika. „Das Praktikum dort hat mich begeistert. Da war es dann entschieden“, so die Auszubildende.
Matthias Saur, in der Geschäftsführung für den Verkauf zuständig, gibt das Lob gerne zurück: „Hanna bringt neben ihrem Interesse ein außergewöhnliches Talent für den Beruf mit. Sie liebt, was sie tut, und geht in der Arbeit auf. Sie arbeitet außerdem zuverlässig und ist hilfsbereit.“ Und nicht nur im Betrieb wisse Schiebel zu überzeugen, betont der Bäckermeister und Betriebswirt, sondern auch an der Berufsschule und in den überbetrieblichen Ausbildungslehrgängen, die sie in Stuttgart absolviert. Ihre Zwischenprüfung legte die Auszubildende mit einer Eins vor dem Komma ab. Als Lehrbetrieb hat die Bäckerei Saur bereits mehr als 100 junge Menschen ausgebildet. Der Familienbetrieb mit Stammsitz in Horb unter Leitung von Seniorchef Hans-Peter Saur und den Söhnen Matthias und Alexander als Geschäftsführern ist mittlerweile an 16 Standorten in den Landkreisen Freudenstadt, Tübingen und Zollernalb vertreten. Gebacken werde ausschließlich in handwerklicher Tradition, ohne den Einsatz von Fertigmischungen und Teiglingen.
Torten erfordern Kreativität
Was gefällt Schiebel besonders am Arbeitsalltag? „Wir stellen hauptsächlich Kuchen und Torten her. Die Arbeit ist vielseitig. Eintönig wird es nie. Und ich kann immer wieder auch eigene Ideen einbringen“, beschreibt die 19-Jährige. Das gelte besonders für Torten, die auf Kundenwunsch produziert werden und bei denen Kreativität gefragt ist. Schiebel liebt solche Herausforderungen. „Es ist einfach schön, mit seiner Arbeit anderen eine spezielle Freude bereiten zu können“, freut sich die junge Frau. Das mache sie stolz.
Im Mai steht die nächste Sonderaufgabe an. „Azubi-Filiale“ heißt das Projekt der Bäckerei, das seit einigen Jahren läuft. Rund zwei Wochen übernehmen Auszubildende die Filiale am Freudenstädter Marktplatz – und zwar die Produktion, den Verkauf und alles, was dazu gehört. Zur Aufgabenstellung gehört die Entwicklung und Umsetzung von Marketingmaßnahmen. So gestalten die Auszubildenden unter anderem Plakate, um „ihre Filiale“ bekannter zu machen.
Der Meister ist ihr nächstes Ziel
Im Sommer wird Schiebel dann ihre Ausbildung mit der Gesellenprüfung abschließen. Die Weitingerin hat konkrete Vorstellungen, wie es danach weitergehen soll. Erstmal Berufserfahrung sammeln. Gerade erwägt sie, sich vielleicht zur Chocolatière zu qualifizieren. Fest eingeplant hat sie die Weiterbildung zur Konditorenmeisterin, die sie in den nächsten Jahren in Angriff nehmen möchte. Wenn sie von der Arbeit kommt, schaltet sie beim Tanzen oder dem Training im Fitnessstudio ab. Und natürlich backt sie zu Hause noch weiter.
Wie wird man Konditor, und wie kann man sich weiterbilden?
Die Ausbildung zur Konditorin dauert drei Jahre. Voraussetzung ist mindestens der Hauptschulabschluss (Berufsreife). Gute Konditoren oder Konditorinnen sind laut einigen Berufsbeschreibungen kreativ, sorgfältig und gewissenhaft. Außerdem sollten sie gerne im Team arbeiten und den Kontakt zu Kunden mögen. Sie können sich zu Verkaufsleitern im Lebensmittelhandwerk, zu Meistern im Konditorenhandwerk oder zum Betriebswirt nach der Handwerksordnung fortbilden. Als Auszubildende erhalten Konditoren laut dem Sprecher der Handwerkskammer Reutlingen die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung. Im ersten Ausbildungsjahr 682 Euro, im zweiten 805 und im dritten 921 Euro (alle Zahlen brutto). Als Gesellen erhalten Konditoren, zumindest wenn die Betriebe der Tarifempfehlung des Landesinnungsverbands des Konditorenhandwerks Baden-Württemberg folgen, einen Stundenlohn von 14,10 Euro. Ab vier Jahren Berufserfahrung steigt der auf 15 Euro, ein Meister verdient 18 Euro pro Stunde. (luc)