Gymnasium Freudenstadt: Campus Schwarzwald: Jugendliche entwickeln spannende Geschäftsideen

Die Teilnehmer des Wettbewerbs für junge Talente im Campus mit den Organisatoren und Jurymitgliedern.Bilder: Stadt Freudenstadt
Nicht gesetztWas macht das Leben der Menschen einfacher, komfortabler und besser? 28 Freudenstädter Gymnasiasten brüteten im Campus Schwarzwald einen Tag lang darüber nach - und lieferten außergewöhnliche Ideen am Fließband ab.
Im Forum des Zentrums für Digitalisierung, Führung und Nachhaltigkeit herrschte schöpferisches Chaos. In Kleingruppen arbeiteten die Jugendlichen aus Stichwortkärtchen, die sie aus dem Topf zufällig gezogen hatten, Konzepte und Argumente für Geschäftsideen aus. Anschließend stellten sie ihr Ergebnis in einem „Pitch“ der Jury vor.
Ins Rennen gingen Schüler der Eingangsstufe am Kepler-Gymnasium und des beruflichen Gymnasiums der Eduard-Spranger-Schule. Sie alle waren Teilnehmer des eintägigen „Innovation Workshop & Pitch“ der Landeskampagne „Start-up BW“ des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg. Rund 75 solcher Kurse gibt es landesweit. Der Workshop im Campus war wieder von der Wirtschaftsförderung der Stadt Freudenstadt organisiert und vom Steinbeis-Transferzentrum für Unternehmensentwicklung in Pforzheim begleitet worden. Steinbeis-Mitarbeiterin Sandra Grimm äußerte sich mehr als zufrieden mit dem Kurstag und den Ideen, die die Gymnasiasten entwickelt hatten. „Es ist schon toll, was die Jugendlichen erarbeitet haben, und macht sich sicher gut in jeder Bewerbung. Wir begleiten 35 solcher Workshops landesweit. Aber das Forum im Campus ist wahrscheinlich der großartigste Raum“, so Grimm. Auch Jasmin Schmieder von der städtischen Wirtschaftsförderung zog am Ende eine rundum positive Bilanz: „Die Jugendlichen sind förmlich aufgegangen in ihrer Rolle.“ Kurz vor dem Finale hatte Oberbürgermeister Adrian Sonder die Teilnehmer im Campus willkommen geheißen. „Es ist nie zu früh dafür, sich mit eigenen Ideen zu beschäftigen und neue Techniken zu lernen. Ich hoffe, viele von Euch gründen irgendwann ihre eigene Firma“, so Sonder. Aber ob Unternehmernatur oder nicht, alle Teilnehmer des Kurses würden profitieren: „Ein eigenes Konzept zu entwickeln und es bei der Vorstellung in kurzer Zeit auf den Punkt zu bringen, das nutzt in jeder Lebenslage.“
Auf die Sekunde genau drei Minuten lang hatten die Gruppen Zeit, die Jury von sich und ihrer Idee zu überzeugen. Die Kommission setzte sich zusammen aus Elke Latscha und Ralf Bohnet, den Wirtschaftsbeauftragten der Stadt und des Landkreises Freudenstadt, sowie Stefan Nafziger, Leiter Projektmanagement Office am Campus. Im Nachgang erklärten sie den Gymnasiasten, was ihnen an der Idee und der Vorstellung besonders gut gefallen hatten und was sie noch verbessern könnten.
Auf Platz eins landete am Ende die Idee eines Handschuhs für Menschen, die etwa nach einem Schlaganfall ihre Hände nicht mehr bewegen können. Das Hilfsmittel überträgt die „Befehle“ des Gehirns als Elektroimpulse an die Muskeln. Den zweiten Platz vergab die Jury an die Idee für eine Medikamentenbox für Senioren, die vom Arzt oder der Pflegekraft digital überwacht werden kann und die zum richtigen Zeitpunkt die jeweils richtigen Medikamente ausgibt. Der Patient wird mit einem vibrierenden Armband daran erinnert, dass es Zeit ist, die Tabletten einzunehmen.
Das Siegerteam hat nun die Möglichkeit, sich für den landesweiten „Pitch“ zu bewerben. Im Finale treten zwölf Teams aus ganz Baden-Württemberg an.