Gewerbe
: Gemeinsam gegen Kreuzweh

Die AHG-Gruppe und AOK Nordschwarzwald starten gemeinsam ein Projekt für ganzheitliches und nachhaltiges Gesundheitsmanagement. Die besondere Herausforderung dabei ist die Unternehmensstruktur der Autohandelsgesellschaft.
Von
NC
Horb

.

Nicht gesetzt

Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) vereinfacht sich, wenn alle Mitarbeiter eines Unternehmens am selben Ort arbeiten. Sind aber 1700 Mitarbeiter auf mehr als 30 Betriebe im gesamten Südwesten der Republik verteilt, wird das Thema schon deutlich komplexer. Erschwerend hinzu kommt die Unterschiedlichkeit der Berufsbilder, wie es sie bei der Autohandelsgruppe gibt. Das Horber Unternehmen stellt sich nun aber der Herausforderung, ihren Angestellten strukturiert bei der Erhaltung ihrer Gesundheit zu helfen. Der ideale Partner dazu sei, so betont die AHG selbst, die Gesundheitskasse AOK, mit deren Experten im Nordschwarzwald, nun auch vertraglich besiegelt, eine daraufhin angelegte Kooperation startet.

„Ein eigenes Fitnessstudio oder ein eigener Betriebskindergarten – so etwas funktioniert für uns nicht“, sagte Rolf Heinzelmann, Geschäftsführer der AHG-Gruppe am Rande der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages, in dem die Zusammenarbeit nach einem Dreivierteljahr der Vorbereitung festgeschrieben und definiert ist. Zentral dabei: Zunächst gibt es für die verschiedenen betrieblichen Bereiche fundierte Arbeitsplatzanalysen, die in die Arbeit eines Projekt-Lenkungskreises, besetzt mit Mitarbeitern der AHG und Experten der AOK, einfließen. In diesem Gremium werden anhand der gewonnenen Erkenntnisse sinnvolle, auf Nachhaltigkeit orientierte Prozesse definiert und in der Praxis umgesetzt. Angelegt ist die Zusammenarbeit, von der alle Mitarbeiter der AHG-Gruppe profitieren sollen, zunächst auf drei Jahre.

Warum die AHG dies macht: „Als ich vor mehr als 30 Jahren mit dem Unternehmen gestartet bin, gab’s gar keinen Computer. Heute laufen bei uns rund 100 EDV-Systeme parallel. Unsere Welt hier im Autohaus ist komplexer geworden, und damit hat auch der Stress deutlich zugenommen“, sagt Rolf Heinzelmann, der hinzufügt, dass auch in der Werkstatt die Belastung der Mitarbeiter tendenziell angestiegen sei. Heinzelmann sieht das Unternehmen gefordert, die Mitarbeiter an die Hand zu nehmen und sie dahingehend zu begleiten, dass sie trotz der hohen Belastung gesund bleiben. Eine weitere Motivation: Im Wettbewerb der Suche nach guten Facharbeitern können solche Programme wie dieses mit der AOK entscheidende Vorteile bringen.

Ziel ist klar, Weg noch offen

„Seit Jahrzehnten kümmern wir uns um die Gesundheit und nicht nur um die Krankheit“, sagte Hartmut Keller, Geschäftsführer der AOK Nordschwarzwald. Die Gesundheitskasse kooperiert bereits mit vielen anderen Firmen; ein BGM für ein Unternehmen mit der Struktur der AHG-Gruppe sei aber auch für sie neu und für seine Mitarbeiter eine Herausforderung. Nach der Sondierungsphase und der Entwicklung Standort-orientierter Maßnahmen im Nordschwarzwald soll das Konzept auf alle Betriebe ausgeweitet werden – was sich dank der AOK-Struktur grundsätzlich auch gut umsetzen lässt. Die AOK verspricht sich aus der Zusammenarbeit auch wertvolle Erkenntnisse für BGM in kleineren und mittel-großen Betrieben sowie ähnlich dezentral strukturierten Unternehmen wie der AHG-Gruppe.

Das Ziel ist klar, der Weg dorthin noch offen: Gemeinsam möchte die AHG-Gruppe die Mitarbeiter, die durch ein solches Angebot auch zusätzliche Wertschätzung erfahren, gesund erhalten und so auch abseits ihrer Arbeit zu einem Gewinn an Lebensqualität beitragen. Was dazu für welches Berufsbild im jeweiligen Betrieb das richtige Mittel ist, das gilt es in der ersten Phase der Kooperation zu ermitteln. „Diese Standortbezogenen Maßnahmen zu ermitteln, wird die große Kunst dieses Projekts sein“, sagt Gerd Grossmann, Themenfeldmanager Gesundheitsförderung bei der AOK Nordschwarzwald, der das Projekt zusammen mit Kollegen eng begleiten wird. Gewiss lässt sich jetzt schon für beide Seiten festhalten: Es wird eine spannende, aber eine gute Sache.