Gemeinderat Horb
: Der Horber OGL-Stadtrat Wolf Hoffmann legt sein Amt nieder

Wolf Hoffmann (73) legt sein Amt im Horber Stadtrat nieder. Jetzt, da es darum gehe, die Energiewende voranzubringen und zugleich die Natur zu schützen, sollen bei der Offenen Grünen Liste jüngere Räte Entscheidungen treffen, sagt er. Anna-Lena Asprion ist erste Nachrückerin.
Von
Marike Schneck
Horb am Neckar
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Wolf Hoffmann

OGL-Stadtrat Wolf Hoffmann legt sein Amt im Horber Gemeinderat nieder. Er werde jetzt 74, schreibt er, und wolle Platz für Jüngere machen.

Dagmar Stepper
  • OGL-Stadtrat Wolf Hoffmann (73) legt sein Amt im Horber Gemeinderat aus Altersgründen nieder.
  • Hoffmann war 45 Jahre in Horb für Umweltschutz, soziale Gerechtigkeit und Demokratie aktiv.
  • Anna-Lena Asprion, Juristin in Ausbildung, ist erste Nachrückerin für das Gemeinderatsmandat.
  • Hoffmann betont, sein Rücktritt habe private Gründe, nicht den Bürgerentscheid zur Windkraft.
  • Die OGL will weiter die Energiewende fördern und zugleich die Natur bestmöglich schützen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Nachricht trudelte am späten Abend nach dem Bürgerentscheid Windkraft ein: Wolf Hoffmann, langjähriger Stadtrat der Offenen Grünen Liste (OGL) in Horb, legt sein Mandat nieder. Das eine habe aber nichts mit dem anderen zu tun, macht Hoffmann deutlich, seine Entscheidung habe ausschließlich private Gründe. „Im Dezember werde ich 74 Jahre alt“, schreibt er. „45 Jahre habe ich mich in Horb für Umweltschutz, soziale Gerechtigkeit und Demokratie eingesetzt.“

1980 und 2016 war Hoffmann Landtagskandidat der Grünen im Kreis. 18 Jahre war er gewählter Vertreter im Kreistag von Freudenstadt und saß mehr als sechs Jahre für die OGL im Horber Gemeinderat. „Es ist an der Zeit, Verantwortung in jüngere Hände zu übergeben“, schreibt Hoffmann. „Ich habe Herrn Oberbürgermeister Keßler deshalb mitgeteilt, dass ich mein Amt im Gemeinderat aus Altersgründen niederlegen möchte.“

Wer rückt für Hoffmann nach?

Mit Anna-Lena Asprion stünde eine Juristin in Ausbildung und mit Patrick Djuga ein erfahrener Betriebswirt und Windkraftprojektierer für die Nachfolge bereit, so Hoffmann und wünscht Erfolg und Durchhaltevermögen. „Mein Rücktritt hat ausschließlich persönliche Gründe, da ich von Anfang an einen Wechsel während der Legislaturperiode hin zu einer jüngeren Generation im Sinn hatte, denn es war damals in den 1980er-Jahren mein erster Gedanke als Neuer im Kreistag: Wo ist hier eigentlich die junge Generation?“

Die demokratische Notwendigkeit, sich einzumischen, sei immer der Grundgedanke seines Engagements gewesen: „Die oft gehörte Aussage: ‚Eine Kandidatur für den Gemeinderat tue ich mir nicht an' ist der kleine Bruder von ‚Die da oben machen ja doch was sie wollen'. Das gräbt an den Wurzeln der Demokratie, deren typisches Zeichen die mühsame Suche nach einem Kompromiss ist.“

Energiewende und Naturschutz

Hoffmann weiter: „Die Sehnsucht nach einem starken Mann und einfachen Lösungen, die ins Verderben führen, hatten wir schon einmal. Lasst uns weiter entschieden gegen die angeblichen Biedermänner im rechten Gewand eintreten, die es nicht einmal fertigbringen, die Brandstifter aus ihren Reihen auszuschließen.“

Freudenstadt 28.07.2025  
Landratswahl im Kongresszentrum, 1. Wahlgang; 
Anna - Lena Asprion (Gruene) bei der Stimmabgabe
FOTO: Pressefoto ULMER / Markus Ulmer
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Anna-Lena Asprion, hier bei der Wahl des neuen Landrats, holte bei der Kommunalwahl für den Horber Gemeinderat nur 128 Stimmen weniger als Wolf Hoffmann und wäre erste Nachrückerin. Dann säße sie sowohl im Kreistag als auch im Horber Stadtparlament.

Markus Ulmer

Und dann schlägt Wolf Hoffmann doch noch den Bogen zum Bürgerentscheid: „Der Gemeinderat ist nach dem Ergebnis des Bürgerentscheids wichtiger denn je. Den Großen Hau – wie von der OGL beantragt – nicht als Windkraftstandort zu nutzen, wird offensichtlich von einer Mehrheit der Bürger gewünscht“, schreibt er. „Gleichzeitig müssen wir die Energiewende voranbringen und erneuerbare Energien auf geeigneten kommunalen Flächen nutzen. Aufgabe der OGL sollte bleiben, dafür zu sorgen, dass die Natur bestmöglich geschützt wird.“

Die OGL im Horber Gemeinderat

Die Offenen Grüne Liste sicherte sich bei der jüngsten Kommunalwahl 24.112 Stimmen (9,56 Prozent) und ist seither mit zwei Räten im Horber Gemeinderat vertreten: Winfried Asprion und Wolf Hoffmann. Anna-Lena Asprion, Tochter von Winfried Asprion, holte bei der Wahl nur 128 Stimmen weniger als Hoffmann und ist mit 2322 Stimmen die erste Nachrückerin. Sollte es Hinderungsgründe geben, würde Patrick Djuga nachrücken, auf ihn entfielen bei der Wahl im Juni vergangenen Jahres 2096 Stimmen.