Gefeiert wie noch nie: Dettensee bejubelt drei Tage lang ausgiebig 1200. Geburtstag

D er gemischte Chor des Dettenseer Gesangverein „Liederkranz“ unter der Leitung von Dirigent Anatolij Aniskewitz hatte nach einem Blick auf die Welt zwei Lieder des Medleys „Melodien zum Verlieben“ als Hommage auf Dettensee abgeändert.
Nicht gesetztUnter dem Motto „Ein Dorf feiert sich selbst“ wollte Dettensee von Freitag bis Samstag deutlich machen, wer man war und wer man ist. Dass die „Dätsailer“ in der Zeit von über tausend Jahren unterschiedlichster Herrschaftsverhältnisse vornehmlich von der Zeit unter hohenzollerischer Herrschaft sich einen eigenständigen und liebenswerten Charakter zulegten, ist in der Region nicht verborgen geblieben.
Open-Air-Konzert ein
früher Höhepunkt
Erstmals deutlich wurde dies am Freitagabend nach dem Open-Air-Konzert „Movie meets Musical“, als sich die Besucher nach dem Konzert auf dem historischen „Schlosshof“-Festplatz zwischen dem Schloss (Vogtei), Rathaus und dem Feuerwehrmagazin zusammensetzten und bis lange nach Mitternacht in verbindender Eintracht noch gemeinsam Lieder sangen. Eine weitere Dettenseer Besonderheit waren auch die zu jedem Festtag anders lautenden Menü-Angebote – wobei man natürlich auch den jüngeren Generationen gerecht wurde.
Den Programmauftakt machten am Freitag die in Dettensee nicht unbekannten Tanja und Ines mit ihrem Open-Air-Konzert. Kräftig unterstützt wurden sie an diesem Abend durch die Dettenseer Thomas Fischer als Moderatoren-Neuentdeckung und Andre Baum, dem die effektvolle Bühnenausleuchtung oblag. Die Vier sind seit ihren gemeinsamen Zeiten und Fernsehauftritten mit dem Gotthilf-Fischer-Fernsehchor befreundet.
Tanja Böhler und Ines Amanovic sind ausgebildete Sängerinnen und feierten letztes Jahr ihr zehnjähriges Bühnenjubiläum. Sie sind beide anderweitig berufstätig und nutzen ihr Hobby als zweites berufliches Standbein. Außerdem ist für dieses Jahr noch ein neues CD-Projekt in Aussicht gestellt.
Bei ihrem Auftritt in Dettensee bestachen die beiden Akteurinnen erneut durch eine unwahrscheinliche Kondition und Standfestigkeit ihrer Stimmen in dem zwei Stunden dauernden Konzert. Zudem waren sie nicht nur im ersten Teil des in zwei Blöcken servierten Programms durch den mannigfachen Kostümwechsel eine besondere Augenweide. Während die eine sang, wechselte die andere in die nächste Robe.
Der zweite Teil des Konzerts führte über den unvergesslichen Edith-Piaf-Chanson (Rien de rien), von Ines gesungen, zum Konzert-Höhepunkt mit der legendären schwedischen Popgruppe „Abba“ und einem Medley von Liedern aus dem Musical „Mamma Mia“. Mit einem Medley aus dem Repertoire von Helene Fischer klang das Konzert aus – natürlich nicht ohne die geforderte Zugabe. Letztlich war das Konzert nach Meinung vieler Zuhörer bereits der vorweggenommene Höhepunkt der 1200-Jahr-Feier.
A u ch der zweite Festtag begann mit Musik. Der gemischte Chor des Dettenseer Gesangverein „Liederkranz“ unter der Leitung seines Dirigenten Anatolij Aniskewitz hatte nach einem Blick auf die Welt zwei Lieder des Medleys „Melodien zum Verlieben“ als Hommage auf Dettensee abgeändert, wies Sabine Raible bei der Liedvorstellung die Besucher hin. Hierüber freute sich nicht nur Ortsvorsteherin Ute Albers, wie sie beim anschließenden Festakt bekundete.
Nach einem kurzen Abriss der Dettenseer Geschichte bedankte sie sich bei allen Mitwirkenden, die dazu beitrugen, „dass wir das Jubiläum von Dettensee mit einem so umfangreichen Programm feiern können“. Letztlich galt ihr Gruß neben den Bürgerinnen und Bürgern allen Gästen, die Dettensee während des Festwochenendes besuchen. Insbesondere alle ehemaligen „Dätsailer“, die aus diesem Anlass wieder einmal „zu Hause“ waren.
Herz tickt weiterhin
hohenzollerisch
Thomas Mattes als ehrenamtlicher OB-Vertreter überbrachte hernach die Grußworte der Stadt. Der am 1. Dezember 1971 nach Horb eingemeindete Teilort habe seinen Charakter erhalten. Das Herz des dadurch vorderösterreichisch gewordenen Fleckens ticke aber weiterhin weit mehr hohenzollerisch, ging auch Mattes kurz auf die Ortsgeschichte ein. Allerdings nicht zum Nachteil, wie der Zusammenhalt im Flecken vermuten lasse. Im Anschluss attestierte er Ortsvorsteherin Ute Albers beim Fass-Anstich, die mit drei satten Schlägen den Spunden problemlos eintrieb.
Den weiteren Abend bestritten die „F-Town Allstars“, Musiker die allesamt aus der Region stammen. Sie boten eine ausgesprochen energiegeladene Live-Show aus Funk, Rock, Soul, Pop und Dance Songs.
Der Sonntag als Haupt-Tag des Festes begann mit einem Ökumenischen Gottesdienst vor dem Frühschoppen mit der Musikkapelle Wiesenstetten. Der Nachmittag setzte sich mit einer Darbietung des Kindergartens Dettensee fort und beschloss programmseitig mit einem Kinder-Flohmarkt. Dazwischen erfolgte eine vielbesuchte historische Feuerwehrübung. Den ganzen Nachmittag über gab es Wildbienen-Information, bevor Alleinunterhalter Martin Pfeffer gegen Abend die 1200-Jahr-Feier ausklingen ließ.
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