Gäubahn: Projektpartner wollen Gäubahn-Kappung verschieben

Der Intercity der Gäubahn bei der Einfahrt in Horb.
Karl-Heinz Kuball (Archiv)- Gäubahn-Projektpartner wollen die Kappung verschieben; Entscheidung wird geprüft.
- Abgeordneter Karrais fordert, Gäubahn bis zum Hauptbahnhof zu führen.
- Alternative: Umleitung über Renningen, schnell und kostengünstig.
- Staatssekretärin Zimmer: Ergebnisse der Prüfung bis Ende Juli.
- Hintergrund: Kappung und S-Bahn-Sperrung ab 2026; Pendler betroffen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Rottweiler FDP-Landtagsabgeordnete Daniel Karrais hat das Thema der Gäubahn erneut auf die Tagesordnung im Landtag gesetzt, was zu einer intensiven Debatte mit mehreren Abgeordneten und dem Verkehrsministerium führte. Im Rahmen der parlamentarischen Fragestunde äußerte sich das Verkehrsministerium unter anderem zur drohenden Kappung im April 2026 und den angekündigten Sperrungen der S-Bahn-Stammstrecke.
„Es ist desaströs, wenn die Gäubahn in Vaihingen gekappt wird, aber dann nicht mal der versprochene Umstieg auf die S-Bahn möglich ist“, betont Karrais, der im Landtag den Kreis Rottweil vertritt. Deshalb müsse die Gäubahn so lange wie möglich in den Hauptbahnhof fahren.
Verschiebung der Kappung wird geprüft
Elke Zimmer, Staatssekretärin im Ministerium für Verkehr, führte aus, dass die Projektpartner Landeshauptstadt Stuttgart, Verbandregion Stuttgart sowie das Land Baden-Württemberg in der vergangenen Lenkungskreis-Sitzung die Deutsche Bahn aufgefordert haben, die Kappung auf Ende 2026 zu verschieben. Deren Vorstand Berthold Huber kündigte nach der Sitzung an, dass man eine Verschiebung der Kappung nun „ergebnisoffen“ prüfe.
Alternative wäre eine Umleitung über Renningen
Karrais begrüßt diesen Schritt: „Es ist erfreulich, dass sich die Projektpartner dafür aussprechen, die Kappung zu verschieben. Jetzt gilt es, alle Optionen prüfen, damit dies gelingen kann“. Eine mögliche Alternative sehe der FDP-Politiker in einer Umleitung der Gäubahn über Renningen. Die vorhandene Trasse lasse sich durch den Einbau einer Weiche mit überschaubarem baulichem Aufwand nutzen. „Das ist kostengünstig und schnell umsetzbar. Züge müssen dann nicht ohne S-Bahnanschluss in Vaihingen enden, sondern können in den Hauptbahnhof einfahren, mit direkter Umsteigemöglichkeit“, so der Rottweiler Abgeordnete.
Zimmer sagte zu, dass diese Option ebenfalls geprüft wird. Sie verwies auf die nächste Sitzung des Lenkungskreises Ende Juli. Dann werde die Deutsche Bahn die Ergebnisse dieser ergebnisoffenen Prüfung vorlegen. Man werde als Land in der Zwischenzeit alles daransetzen, die Bahn dazu zu bringen, die Kappung möglichst weit nach hinten zu schieben.
Prozess weiter kritisch begleiten
Karrais versprach, diesen Prozess weiter zu kritisch zu begleiten und sich weiterhin dafür einzusetzen, dass die Kappung der Gäubahn verschoben wird und es adäquate Kompensationsmaßnahmen gibt.
Hintergrund zur Gäubahn-Debatte
Seit Längerem müssen Anrainer damit rechnen, dass die Gäubahn ab April 2026 in Stuttgart-Vaihingen endet. Wie jüngst bekannt wurde, wird nun auch die S-Bahn-Verbindung an den Hauptbahnhof wegen Bauarbeiten für Stuttgart 21 im Sommer 2025, 2026 und 2027 für mehrere Monate gesperrt. Pendlerinnen und Pendler wären dann auf Stadtbahn oder Busse angewiesen, um ins Stadtzentrum und den Hauptbahnhof zu gelangen.