Gäubahn: Manche streiken, andere bauen

Arbeiter werkeln an den Gleisen bei Ihlingen. Bis Ende Februar soll hier auf zwei Gleisen gefahren werden.
Karl-Heinz KuballD ie Zeichen stehen auf Streik: Die Bahngewerkschaft GDL hat von Mittwoch, 15. November, 22 Uhr bis Donnerstag, 16. November 18 Uhr einen flächendeckenden Streik angekündigt. „Die DB hat für den Fernverkehr einen Notfahrplan mit einem stark reduzierten Angebot an Fahrten erarbeitet“, erläutert eine Sprecherin der Deutschen Bahn. Auch im Regionalverkehr sei es das Ziel, ein deutlich reduziertes Angebot zu fahren - sofern möglich. Das sei je nach Region unterschiedlich.
Welche Zügen fahren, sei seit Mittwochfrüh in der Fahrplanauskunft einzusehen. Die Sprecherin bittet Reisende, sich vor Fahrtantritt zu informieren. Immer aktuell sei die Website: Bahn.de/aktuell.
Ein Blick auf den Fahrtenplaner zeigt: Von Horb nach Nagold, Rottenburg, Tübingen, Stuttgart oder Pforzheim geht oft nur per Bus, S-Bahn, oder mit den Fahrzeugen des Schienenersatzverkehrs. Die Sprecherin der Deutschen Bahn empfiehlt, auf „nicht unbedingt notwendige Reisen mit der DB“ zu verzichten oder sie zu verschieben. Es gebe eine Streikhotline, die den Kunden dabei helfe, ihre Reise zu verschieben oder ihr Ticket später zu nutzen, Sitzplatzreservierungen sind kostenlos. Auch die Zugbindung sei aufgehoben, sofern die Fahrt denselben Zielort ansteuert.
Unter Strom
N icht im Streik, sondern unter Strom ist ab Freitag, 17. November, die neue Oberleitung zwischen Horb und Sulz. Sie aktivieren Mitarbeiter der DB um 17 Uhr. Die Deutsche Bahn warnt: „Ab diesem Zeitpunkt steht der Fahrdraht unter einer Spannung von 15000 Volt.“ Unbefugtes Betreten kann übel ausgehen: „Bereits ein Abstand von weniger als 1,5 Meter zur Oberleitung und ihrer Aufhängung kann zu einem tödlichen Stromschlag führen.“ Daraus folgt: Niemand sollte dort mit Luftballons wandeln, Drachen steigen lassen oder mit Wasserschläuchen spielen.
Fü r die Gäubahn sind das gute Neuigkeiten: Denn ab Freitag, 24. November, fahre sie wieder, vorerst eingleisig. Doch die Strecke wird, so die Bahnsprecherin, zwischen dem 8. Januar und dem 29. Februar 2024 „für ein ganzes Bündel an Baumaßnahmen erneut gesperrt“.
Zu den Arbeiten für den Digitalen Knoten Stuttgart gehört der Einschub beim Würmviadukt und Projekte rund um Horb. Die Sprecherin versichert: „Die Gesamtinbetriebnahme des zweigleisig ausgebauten Streckenabschnitts zwischen Horb und Neckarhausen sowie des neuen elektronischen Stellwerks in Horb ist für Ende Februar 2024 vorgesehen.“
Hier wird am Wochenende gebaut
Im Rahmen des zweigleisigen Ausbaus zwischen Horb und Neckarhausen erneuert die Deutsche Bahn das Bahngleis – zwischen Isenburg und Neckarhausen. Und zwar jeweils nachts zwischen 18 und 3 Uhr, teilt die Stadt in einer Pressemitteilung mit. Sie begannen am Dienstag, 14. November, und arbeiten bis zur Nacht auf den Samstag, 18. November. Die direkten Anwohner würden durch den Lärm von Schüttgutwagen und Schottermaschine, beeinträchtig, so die Stadt. Beide verteilen und verdichten Schotter im Gleisbett, der dann planiert wird.
Am Wochenenden darauf: Auch am Sonntagen, 19. November, gibt es von 7 bis 18 Uhr Arbeiten zwischen Ihlingen und Neckarhausen. Die Stadt teilt mit, dass es für die Anwohner „nach Bewertung eines unabhängigen Schall- und Baulärmgutachters zeitweise zu etwas erhöhten Geräuschentwicklungen“ komme. Zwischen Ihlingen und Dettingen werde an Stützwänden und der Gleisentwässerung gearbeitet. In Dettingen werden die Steine für die Stützwände verladen. Zwischen Dettingen und Neckarhausen finden, mit Bagger und Lastwagen, Arbeiten an einer weiteren Stützwand statt. Die Stadt teilt mit, dass sie versuche, die Störungen gering zu halten, ausschließen ließen diese sich nicht.
