Für eine bessere Wasserqualität
: Mähboot im Einsatz am Tälesee in Empfingen

Die Gemeinde Empfingen testet gemeinsam mit dem Fischerverein Anke den Einsatz eines Mähboots am Tälesee. Das Baden wird aufgrund der hohen Temperaturen nicht empfohlen.
Von
NC
Empfingen
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Mähboot Empfingen Tälesee

Ein Mähboot ist auf dem Empfinger Tälesee unterwegs.

Privat/Gemeinde Empfingen
  • Empfingen testet am Tälesee ein Mähboot, um Wasserqualität und Durchmischung zu verbessern.
  • Bearbeitet werden stark bewachsene Zonen mit Seerosen und Schilf – sensiblen Bereiche bleiben aus.
  • Ziel ist eine schonende Pflege statt großer Eingriffe, ein Ablassen des Sees soll vermieden werden.
  • Das Mähgut trocknet am Ufer ab und wird anschließend vom Bauhof entsorgt.
  • Baden ist derzeit wegen hoher Temperaturen nicht empfohlen, das Wasser wird fortlaufend geprüft.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Gemeinde Empfingen startete am Dienstag gemeinsam mit dem Fischerverein Anker einen weiteren Baustein zur ökologischen Entwicklung des Tälesees, heißt es in einer Pressemitteilung. In den nächsten Tagen kommt erstmals testweise ein spezielles Mähboot zum Einsatz, das ausgewählte Bereiche mit starkem Seerosen- und Schilfbewuchs bearbeitet. Ziel der Maßnahme ist es, die natürliche Durchmischung des Gewässers zu verbessern und damit langfristig zu einer Stabilisierung der Wasserqualität beizutragen.

Der Tälesee ist seit vielen Jahren ein wichtiger Bestandteil des Naherholungsangebots in Empfingen und zugleich ein wertvoller Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Wie viele flache Stillgewässer unterliegt auch er einem natürlichen Alterungsprozess. Durch den zunehmenden Bewuchs mit Wasserpflanzen und Röhricht sowie die damit verbundene Verlandung verschlechtern sich die Strömungsverhältnisse und der Sauerstoffaustausch innerhalb des Gewässers.

Verbesserung der ökologischen Situation

Insbesondere in den Sommermonaten kann dies zu einer geringeren Durchmischung des Wasserkörpers führen. Vor diesem Hintergrund haben sich die Gemeinde und der Fischerverein intensiv mit möglichen Maßnahmen beschäftigt. Der nun gestartete Versuch soll Erkenntnisse darüber liefern, ob eine schonende, punktuelle Entnahme von Seerosen und Schilf dazu beitragen kann, die ökologische Situation des Sees nachhaltig zu verbessern und gleichzeitig auf deutlich umfangreichere Eingriffe – insbesondere ein vollständiges Ablassen des Sees – möglichst verzichten zu können.

Mit der Durchführung wurde ein auf Gewässerpflege spezialisiertes Fachunternehmen beauftragt, das über die notwendige Erfahrung und Technik für derartige Arbeiten verfügt. Zum Einsatz kommt ein speziell für Gewässer entwickeltes Mähboot, das die Pflanzen gezielt aufnimmt und aus dem See entfernt. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem Natur- und Artenschutz.

„Echtes Kleinod in der Gemeinde“

Sämtliche Arbeiten werden naturschutzfachlich schonend durchgeführt. Es werden lediglich die hierfür vorgesehenen Bereiche bearbeitet; wertvolle Lebensräume sowie sensible Ufer- und Röhrichtzonen bleiben unangetastet. Ziel ist ausdrücklich keine großflächige Entfernung der Vegetation, sondern eine behutsame Pflege zur Unterstützung der ökologischen Entwicklung des Gewässers.

Bürgermeister Ferdinand Truffner betont in der Pressemitteilung: „Der Tälesee ist ein echtes Kleinod in der Gemeinde. Uns ist bewusst, dass wir hier Verantwortung für Natur, Artenvielfalt und Naherholung gleichermaßen tragen. Deshalb setzen wir bewusst auf einen schonenden Versuch und nicht auf einen massiven Eingriff. Wir möchten prüfen, ob wir die Gewässerqualität, welche mehrmals im Jahr beprobt wird und für sehr gut bewertet wird, mit möglichst schonenden Mitteln auch während der Hitzewelle Konstant zu halten.“

Erkenntnisse werden ausgewertet

Auch der enge Austausch mit dem Fischerverein spielt dabei, so Truffner weiter, eine wichtige Rolle. „Der Fischerverein kennt den Tälesee seit Jahrzehnten und begleitet seine Entwicklung mit großem Engagement. Dieses Wissen ist für uns äußerst wertvoll. Gemeinsam möchten wir Lösungen finden, die sowohl den ökologischen Anforderungen als auch den Interessen des Naturschutzes gerecht werden.“ Die Gemeinde weist ausdrücklich darauf hin, dass es sich um einen zeitlich begrenzten Testeinsatz handelt.

Nach Abschluss der Arbeiten werden die gewonnenen Erkenntnisse ausgewertet und das weitere Vorgehen gemeinsam bewertet. „Wir wollen nicht vorschnell handeln, sondern belastbare Erfahrungen sammeln. Wenn dieser Versuch dazu beiträgt, den See langfristig ökologisch zu stabilisieren und gleichzeitig auf ein Ablassen des Gewässers verzichten zu können, wäre das ein großer Gewinn – sowohl für die Natur als auch für die Menschen, die den Tälesee als Erholungsraum schätzen“, so Truffner.

Tälesee Baden

Baden im Tälesee ist auf eigene Gefahr. Aktuell wird aufgrund der hohen Temperaturen jedoch davon abgeraten.

Mira Bültel (Archiv)

Das am Uferrand abgelegte Mähgut wird in den kommenden Tagen durch den Bauhof abtransportiert. Durch die zwischenzeitliche Lagerung kann das Material noch abtropfen, und Kleinstlebewesen gelangen so wieder in den See zurück. Auch die Entsorgung wird dadurch wirtschaftlicher, da das Gewicht durch das ablaufende Wasser geringer wird, so Ortsbaumeister Jochen Seibold. Die Kosten für die Maßnahme belaufen sich auf einen oberen vierstelligen Betrag, der so Seibold, hoffentlich auch nachhaltig Erkenntnisse bringt und man von einer größeren Baumaßnahme abkomme.

Baden im Tälesee wird nicht empfohlen

Aktuell wird aufgrund der hohen Temperaturen seitens der Empfinger Gemeindeverwaltung und des Gesundheitsamtes das Baden im Tälesee nicht empfohlen. Es bestehen Gesundheitsrisiken. Das Wasser wird stetig geprüft und eine Entwarnung dann natürlich auch weitergegeben. Die Beschilderung ist entsprechend zu beachten.