Für die medizinische Versorgung
: Empfingen bekommt 250.000 Euro an ELR-Förderung

Im Rahmen des „Entwicklungsprogramms Ländlicher Raum“ soll der Neubau einer interdisziplinären Arztpraxis in Empfingen gefördert werden.
Von
Mira Bültel
Empfingen
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Neubau Arztpraxis Tillwich Empfingen

Bei der Julius-Bauser-Straße, im Gebiet Schießrain, ist der Neubau einer Arztpraxis geplant.

Mira Bültel
  • Empfingen erhält 250.000 Euro ELR-Förderung für eine neue interdisziplinäre Arztpraxis.
  • Der Neubau bei der Julius-Bauser-Straße soll die hausärztliche Versorgung sichern.
  • Geplant sind moderne Strukturen für Teamarbeit – attraktiv für jungen ärztlichen Nachwuchs.
  • Perspektivisch sollen fachärztliche Angebote entstehen, auch für Kinder- und Jugendmedizin.
  • Bürgermeister: Projekt stärkt die regionale Versorgung und schafft qualifizierte Arbeitsplätze.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

In Empfingen entsteht der Neubau einer interdisziplinären Arztpraxis. Dies war bereits im Gemeinderat Thema. „Das geplante Vorhaben besitzt für unsere Gemeinde sowie für die umliegende Region eine außerordentlich hohe strukturelle, gesundheitspolitische und gesellschaftliche Bedeutung“, verkündet die Verwaltung in einer Pressemitteilung. Die Sicherung der wohnortnahen medizinischen Versorgung zählt laut Bericht zu den zentralen Zukunftsaufgaben des ländlichen Raums. Bereits heute sei die hausärztliche Versorgungssituation in der Region Empfingen und Horb angespannt. Aktuell seien im Versorgungsgebiet mehrere Hausarztsitze unbesetzt, gleichzeitig stehe aufgrund der Altersstruktur vieler niedergelassener Ärztinnen und Ärzte eine weitere deutliche Verschärfung der Versorgungslage bevor.

Nach aktuellen Erhebungen, so die Verwaltung weiter, sind nahezu die Hälfte der Hausärzte im Landkreis Freudenstadt über 60 Jahre alt. „Vor diesem Hintergrund stellt der geplante Neubau einer modernen, interdisziplinären Arztpraxis ein herausragendes Zukunftsprojekt für die Gemeinde Empfingen und die gesamte Region dar. Das Vorhaben geht weit über eine reine Baumaßnahme hinaus. Es handelt sich um eine langfristige Investition in die medizinische Daseinsvorsorge und damit unmittelbar in die Lebensqualität und Zukunftsfähigkeit des ländlichen Raums“, heißt es weiter.

Hausärztliche Versorgung wird gestärkt

Besonders hervorzuheben sind aus Sicht der Gemeinde einige Aspekte.

  • Sicherung der hausärztlichen Grundversorgung: Mit dem Neubau entsteht ein moderner und dauerhaft angelegter Praxisstandort, der gezielt auf die Stärkung der hausärztlichen Versorgung ausgerichtet ist. Dadurch wird die medizinische Betreuung der Bevölkerung vor Ort nachhaltig gesichert und drohenden Versorgungslücken aktiv entgegengewirkt. Gerade für ältere Menschen, Familien sowie weniger mobile Bürgerinnen und Bürger ist eine wohnortnahe medizinische Versorgung von elementarer Bedeutung. Ergänzend zur Praxis Dr. Corina Schiletz am Weiherplatz wird so die Gesundheitsversorgung gestärkt.
  • Zukunftsfähige Praxisstrukturen und Attraktivität für ärztlichen Nachwuchs: Die ambulante medizinische Versorgung befindet sich bundesweit in einem tiefgreifenden Strukturwandel. Junge Ärztinnen und Ärzte bevorzugen zunehmend kooperative und interdisziplinäre Praxisformen mit modernen Arbeitsbedingungen und flexiblen Arbeitszeitmodellen. Die klassische Einzelpraxis verliert dagegen zunehmend an Bedeutung. Das geplante Projekt trägt dieser Entwicklung in vorbildlicher Weise Rechnung und schafft genau jene Strukturen, die künftig erforderlich sind, um Ärztinnen und Ärzte langfristig für den ländlichen Raum zu gewinnen und zu halten.
  • Stärkung der medizinischen Infrastruktur im ländlichen Raum: Die neue Praxis wird nicht nur die hausärztliche Versorgung stärken, sondern darüber hinaus Möglichkeiten schaffen, zusätzliche fachärztliche Angebote zu integrieren. Besonders bedeutsam ist hierbei laut Gemeinde auch die Perspektive, die zuletzt deutlich geschwächte kinder- und jugendärztliche Versorgung zu verbessern. Die Versorgungssituation im kinderärztlichen Bereich ist landesweit angespannt und stellt insbesondere Familien im ländlichen Raum vor erhebliche Herausforderungen.
  • Regionale Strahlkraft über die Gemeinde hinaus: Das Projekt dient nicht allein der Gemeinde Empfingen, sondern entfaltet eine erhebliche Bedeutung für das gesamte Umland. Die Praxis wird eine wichtige Versorgungsfunktion für die umliegenden Städte und Gemeinden übernehmen und damit einen zentralen Beitrag zur Stabilisierung der medizinischen Infrastruktur im nördlichen Landkreis Freudenstadt leisten.
  • Sicherung und Schaffung qualifizierter Arbeitsplätze: Mit dem Vorhaben entstehen moderne und zukunftsfähige Arbeitsplätze im medizinischen Bereich. Bereits zum Start sind mehrere ärztliche Arbeitsplätze vorgesehen; perspektivisch ist ein deutlicher Ausbau geplant. Auch für medizinische Fachangestellte werden attraktive Beschäftigungsmöglichkeiten geschaffen. Damit stärkt das Projekt den Arbeitsstandort Empfingen nachhaltig und leistet einen wichtigen Beitrag zur regionalen Wertschöpfung.
  • Nachhaltige und langfristige Strukturwirkung: Die Investition ist ausdrücklich langfristig angelegt und verfolgt das Ziel, die medizinische Versorgung dauerhaft an den Standort Empfingen zu binden. Gerade im ländlichen Raum sind solche nachhaltigen Infrastrukturprojekte von unschätzbarem Wert. Die Gemeinde sieht in dem Vorhaben einen entscheidenden Baustein zur Sicherung gleichwertiger Lebensverhältnisse und zur Vermeidung weiterer Abwanderungstendenzen.

Für eine bessere Lebensqualität

Die Gemeinde Empfingen betrachtet dieses Projekt daher laut der Pressemitteilung als ein Leuchtturmvorhaben mit erheblicher regionaler Bedeutung. Es verbinde medizinische Daseinsvorsorge, moderne Arbeitswelten, nachhaltige Strukturentwicklung und die Zukunftssicherung des ländlichen Raums in vorbildlicher Weise. Das Vorhaben entspreche in besonderem Maße den Zielsetzungen des „Entwicklungsprogramms Ländlicher Raum“, insbesondere im Förderschwerpunkt „Arbeiten“, und besitze eine außergewöhnlich hohe strukturelle Relevanz.

Bürgermeister Ferdinand Truffner sagt dazu: „Die ELR-Förderung in Höhe von 250.000 Euro ist ein starkes Signal für den Gesundheitsstandort Empfingen. Mit diesen Mitteln kann der Neubau einer modernen Arztpraxis mit Kardiologie und Hausarztpraxis realisiert werden. Damit investieren wir gezielt in eine wohnortnahe medizinische Versorgung und schaffen ein Angebot, das weit über die Gemeindegrenzen hinaus von großer Bedeutung ist. Solche Zukunftsinvestitionen stärken die Lebensqualität im ländlichen Raum und machen Empfingen auch langfristig attraktiv. Und: Vielleicht bekommen wir es ja noch hin, dass sich dann in der neuen Arztpraxis mal noch ein Kinderarzt anstellen lässt.“

Insgesamt 20,2 Millionen Euro Förderung bewilligt

Das „Entwicklungsprogramms Ländlicher Raum“ unterstützt unterjährig die Umsetzung von 259 Projekten in Dörfer und ländlichen Gemeinden, in den Bereichen Wohnen, Unternehmen und Nahversorgung. Für das unterjährige Programm wurden insgesamt 20,2 Millionen Euro bewilligt. Weitere Informationen unter www.mlr-bw.de/elr.