Freudenstadt · Schwimmbad
: Eltern haben Aufsichtspflicht

Das Personal des Panoramabads weist daraufhin, dass Kinder innerhalb einer Minute ertrinken können.
Von
NC
Freudenstadt

Marketingleiter Christian Schebetka (von links), Geschäftsführer Tobias Degout und Leiter Schwimmhalle/Garderobe Maximilian Hog weisen mit Plakaten und Flyern auf die Kampagne hin.

Stadtwerke

In Deutschland gab es im Jahr 2021, nach Angaben der DLRG, 139 Todesfälle durch Ertrinken. Darunter waren 17 Kinder im Alter bis 10 Jahre. Weitere 30Opfer gab es in der Altersspanne 11 bis 20 Jahre. Kinder ertrinken bereits innerhalb von 30 bis 60 Sekunden. Sie verfallen dabei typischerweise in eine Schockstarre, überstrecken den Hals und schnappen nach oben um Luft. Die Kinder können dabei oft nicht mal mehr um Hilfe rufen, da sich die Stimmritzen verschließen.

„Dies muss nicht sein“, sagt Tobias Degout, Geschäftsführer des Panorama-Bads Freudenstadt. Was deutschlandweit und auch im Panorama-Bad Freudenstadt beobachtet werden kann, ist, dass Eltern ihrer Aufsichtspflicht nicht ausreichend nachkommen. „Der Blick liegt leider immer öfter auf dem Smartphone statt bei den Kindern“, so Degout. „Auch halten wir es für unverantwortlich, nicht schwimmfähige Kinder ohne Schwimmhilfe ins Wasser zu lassen.“

Im Panorama-Bad Freudenstadt werden durch eine Plakatkampagne im Schwimmbad und Kassenbereich die Eltern und Begleitpersonen der Kinder auf das Problem der mangelnden Aufsicht aufmerksam gemacht. „Denn die Badeaufsicht entbindet die Erziehungsberechtigten in keiner Weise von ihrer Aufsichtspflicht“, erklärt Degout.

Zwar seien alle Abläufe im Schwimmbad so optimiert, dass eine größtmögliche Sicherheit gegeben sei. Für die Bemessung der Zahl der Aufsichtskräfte gibt es jedoch keine normativen Vorgaben im Sinne einer Kennzahl „Aufsichtskräfte je Becken oder Quadratmeter Wasserfläche“. Eine Richtlinie der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen fordert lediglich, dass „die Beaufsichtigung des Badebetriebs personell ausreichend ausgestattet und den Gegebenheiten des Bades angepasst sein muss“. Diese Festlegung ist immer von den örtlichen Bedingungen im Schwimmbad abhängig.

Die Mitarbeiter der Stadtwerke fordern nicht nur Eltern oder Begleitpersonen von Kindern auf aufzupassen, sondern bitten alle Badegäste um gegenseitige Aufmerksamkeit. So könne jeder Badegast auf andere achten und das Bäderpersonal im Ernstfall um Hilfe rufen.

Der beste Schutz gegen das Ertrinken ist, dass Kinder frühzeitig das Schwimmen erlernen, sagt Degout. Im Panorama-Bad Freudenstadt werden Kurse ab sechs Jahren angeboten. „Unsere Erfahrung zeigt, dass es vorher für die Kinder wenig Sinn macht.“ Viele Kinder seien einfach noch nicht aufnahmefähig und ein Schwimmererfolg wäre somit überschaubar. Ab sechs seien die Erfahrungen sehr gut, was sich in der hohen Erfolgsquote niederschlage. So könnten sich rund 90 Prozent aller Schwimmkurskinder angstfrei und sicher auch im tiefen Wasser bewegen. Das Panorama-Bad bietet laufend Kurse an.

Mehr Infos unter www.panorama-bad.de.