Großeinsatz in Horb: Es brennt in Rexingen – Feuerwehrleute müssen das Dach öffnen

Starke Rauchentwicklung erschwert den Einsatz der Feuerwehr in Rexingen. Zahlreiche Atemschutzträger sind im Einsatz, außerdem wird der Brand mit zwei Drehleitern bekämpft. Eine ist durch den Rauch im Hintergrund zu erkennen.
Lotta Bürker- In Rexingen (Horb) brennt ein Haus in der Freudenstädter Straße – starke Rauchentwicklung sichtbar.
- Feuerwehr und Rettungskräfte sind mit großem Aufgebot vor Ort, Einsatz läuft aktuell.
- Gebäude ist eingerüstet, vermutlich im Bau – ob Personen betroffen sind, ist noch unklar.
- Ortsdurchfahrt gesperrt, Umleitung über Rauhen Stich (B28) empfohlen.
- Einsatz erschwert durch Hanglage – mehrere Tanklöschfahrzeuge und Drehleiter im Einsatz.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wer sich Mittwoch auf den Weg nach Rexingen machte, entdeckte schon auf der Höhe von Ihlingen Rauchschwaden über dem Horber Teilort. Die Sirenen der Feuerwehrwagen waren nicht zu überhören. Wer die große graue Wolke nicht sah, der roch sie.
Der Alarm ging gegen 10.35 Uhr runter: In einem Haus an der Freudenstädter Straße kam es zu einer starken Rauchentwicklung. Flammen waren nicht zu sehen, aber der Rauch, der aus dem Dach quoll, breitete sich in dem Tal rasch aus. Auch die Feuerwehr sah den dicken Qualm bereits auf der Anfahrt nach Rexingen, wie Feuerwehrsprecher Jan Straub berichtete.
Wer den Ort durchqueren wollte, wurde schnell gestoppt. Denn: Die Ortsdurchfahrt an der Freudenstädter Straße war gesperrt. Ein Rexinger machte sich nützlich und leitete den Verkehr an der Kreuzung Kirchstraße um. Die Polizei sperrte schließlich großräumig ab.
Schaulustige waren nur vereinzelt vor Ort. In Whatsappgruppen und Facebookchats hatte die Nachricht längst die Runde gemacht. Wer doch neugierig war, dem bot sich der Anblick eines alten Hauses, um die Fassade ein Gerüst. Flammen waren von unten keine zu sehen, nur der Rauch. Und der schien gar nicht mehr aufzuhören. Zwischendurch war ein lautes Klirren zu hören – vermutlich hatten die Fenster der Hitze nicht mehr standhalten können.
Feuer bei Handwerksarbeiten ausgebrochen
Das Feuer fraß sich regelrecht durchs Dach, der starke Wind auf der Höhe fachte den Brand immer wieder an. Der Rauch war so dicht und dunkel, dass zeitweise keine 20 Meter Sicht mehr herrschten. Über Mittag schlug deshalb die Warnapp NINA an: Der Katastrophenschutz, angesiedelt beim Innenministerium, hielt Anwohner im gesamten Raum Horb, bis rauf nach Schopfloch und hinter bis Empfingen an, Fenster Türen geschlossen zu halten. In der Kernstadt schmeckte die frische Luft nach Holzkohle.
Wie die Polizei um kurz nach 12 Uhr auf Nachfrage der SÜDWEST PRESSE mitteilte, kam es wohl infolge von Handwerksarbeiten zu dem Feuer. Später am Nachmittag teilten Staatsanwaltschaft und Polizei nur knapp mit: „Die genauen Umstände der Brandentstehung sind Gegenstand der Ermittlungen.“ Menschen kamen nach Angaben der Polizei nicht zu Schaden, auch der Hund, der mit im Gebäude war, konnte sich rechtzeitig ins Freie retten.
Wind facht den Rauch immer wieder an
Die Feuerwehr Horb war über Mittag mit mehr als 70 Kräften im Einsatz, um den Brand zu löschen. „Weitere sind auf der Anfahrt“, sagte Straub. Die Sirenen der nachalarmierten Einheiten waren den ganzen Nachmittag über im Neckartal zu hören. Auch die Feuerwehren aus den umliegenden Gemeinden Eutingen und Empfingen unterstützten die Arbeiten.
Das sollte beileibe nicht reichen, wie sich später zeigte. Am späten Nachmittag waren laut Feuerwehrsprecher bis zu 140 Feuerwehrleute in Rexingen. Da hatten die Einsatzkräfte schon den hinteren Teil des Daches geöffnet und waren dabei, das glimmende Material aus dem Haus zu schaffen. Von der Freudenstädter Straße aus versuchten die Feuerwehrleute das Dach von den Drehleitern aus zu öffnen. Wie gut, dass Horb die neue Drehleiter schon einsatzbereit hat und die alte noch immer verfügbar ist.
Die Werksfeuerwehr von Bosch aus Reutlingen brachte einen großen Lüfter und eine weitere Drohne, die Hitze und Wärmeentwicklung im Dach des Hauses sehr präzise wahrnehmen kann. Bereits über die Mittagsstunden war eine Drohne aus Geislingen (bei Balingen) im Einsatz, die half Glutnester und Brandherde aus der Luft ausfindig zu machen.
Weil das Atemschutzgerät der hiesigen Wehren langsam aufgebraucht war, fuhr die Feuerwehr aus Tübingen ihren Abrollbehälter Atemschutz nach Rexingen. „Dankenswerterweise“, so Straub. Das THW unterstützte ab dem Nachmittag mit schwerem, technischen Gerät die Räum- und Bergungsarbeiten der Feuerwehr.
Feuer breitet sich über die Dämmung im Haus aus
Der Einsatz war, auch aufgrund der topografischen Lage – Rexingen liegt am Hang, die Nebenstraßen sind eng, die Bebauung ist dicht – nicht einfach. Zudem ist das Gebäude, in dessen Dachgeschoss der Brand ausbrach, direkt an ein weiteres Gebäude angebaut. Das galt es vor einem Übergriff des Brandes zu schützen.
Der Wind auf der Rexinger Höhe zog am Mittwoch immer wieder ordentlich durch, das erschwert die Löscharbeiten zusätzlich. Deshalb stellte die Feuerwehr weitere Einsatzkräfte in dem Nebengebäude ab, die dort den Brandschutz sicherten – und hätten eingreifen können. Zumindest hier konnte Jan Straub am späten Nachmittag eine gute Nachricht vermelden: „Das Nebengebäude konnte gehalten werden.“ Wie es am Nachmittag aussah, auch ohne allzu große Schäden.
Zur Schadenshöhe aber macht die Feuerwehr grundsätzlich keine Angaben. Und auch Polizei und Staatsanwaltschaft wollten sich während des laufenden Einsatzes nicht festlegen. „Zum Sachschaden können noch keine Angaben gemacht werden“, hieß in einer Mitteilung.
Löschwasserzufuhr von allen Seiten gesichert
So schwierig der Einsatz sich auch gestaltete: Die Wasserzufuhr immerhin war kein Problem. In Rexingen gibt es zwei unabhängige Hydrantennetze, wie der Feuerwehrsprecher erklärt – eines oberhalb, eines unterhalb der Einsatzstelle. Beide Netze versorgten die Einsatzkräfte mit ausreichend Löschwasser.
Vom Rettungsdienst waren Einsatzkräfte der Malteser Horb, vom DRK Schopfloch und natürlich vom örtlichen DRK Rexingen-Bittelbronn im Einsatz. Sie sicherten die Feuerwehrleute ab und sorgten für deren Verpflegung. Wie Lasse Schröder von der Rettungswache Horb berichtete, hatte das DRK die Drohne aus Geislingen mitgebracht und steuerten diese.
Um 17 Uhr war noch immer nicht abzusehen, wann der Einsatz beendet sein wird. Die Feuerwehr stellt sich auf weitere Stunden ein.










