Fasnet
: 100 Jahre Narrenzunft Horb: 2024 geht es rund

Die Planungen für das Jubiläum laufen auf Hochtouren: Ringtreffen, TV-Premiere und so viel mehr. Zum runden Geburtstag gibt’s auch einen Blick zurück.
Von
NC
Horb

Die Stäpfeleshopfer sind das Markenzeichen der Narrenzunft Horb. Bilder: Narrenzunft Horb

Nicht gesetzt

Genau genommen werden die Horber Narren im kommenden Jahr bereits 101 Jahre alt - die Gründung war im Jahr 1923 erfolgt –, aufgrund der Pandemie und der fehlenden Planungssicherheit zum Jahreswechsel 2021/22 entschied man sich in der Neckarstadt jedoch frühzeitig für eine Verschiebung um ein Jahr. So wollte man sicherstellen, dass das Jubiläum ohne coronabedingte Einschränkungen stattfinden kann. Seither bereitet sich die Narrenzunft, der aktuell rund 800 Mitglieder in sechs Maskengruppen angehören, in mehreren Arbeitsgruppen intensiv auf das Großereignis vor und berichtet darüber nun in einer Pressemitteilung.

Ringumzug wird live übertragen

Während sich der Narrenrat und das Eventteam bereits seit Monaten mit den organisatorischen Fragen der Durchführung eines Ringtreffens mit 26 Zünften sowie mehreren tausend Hästrägern und Zuschauern an drei Tagen beschäftigen, ist das Werbungs- und Marketing-Team aktuell mit der Sponsorensuche und Werbestrategie der Veranstaltung beschäftigt. Auf den Social-Media-Kanälen ist die Bewerbung des Jubiläums bereits Anfang des Jahres angelaufen und sie gibt in verschiedenen Kategorien einen Einblick in die Geschichte und Besonderheiten der Horber Fasnet. Diese wird während des Jubiläums 2024 auch deshalb besonders im Fokus stehen, weil der Große Ringumzug am Sonntag, 28. Januar 2024, live vom Südwest-Rundfunk (SWR) übertragen wird - ein Novum in der 100-jährigen Geschichte der NZH.

Die Sommermonate 2023 sollen in den Arbeitsgruppen dazu genutzt werden, die Vorbereitungen weiter voranzutreiben, da das große Wochenende mit jedem Tag ein kleines Stückchen näher rückt. „Wir sind meiner Meinung nach auf einem guten Weg, haben aber noch viel Arbeit vor uns, um das Jubiläumswochenende getreu dem Motto „Tradition gemeinsam feiern“ zu einem einmaligen Erlebnis zu machen“, wird Narrenrat Gerd Munding zitiert, der sich in der Öffentlichkeitsarbeit engagiert. Entscheidend werde auch sein, so viele Mitglieder und Freunde der NZH wie möglich zu motivieren, sich bei Vorbereitung oder Durchführung des Jubiläums zu beteiligen. Die Anfänge der Zunft waren im Gegensatz zu diesen Planungen eher bescheiden.

Aus den Geschichtsbüchern

Die erste urkundliche Erwähnung der Fasnet findet sich laut Stadtarchiv Horb bereits im Jahr 1449 (damals noch unter der Bezeichnung „Faßnacht“) - die erste Faßnachtsordnung stammt aus dem Jahr 1550. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Fasnet in Horb dann zunächst von verschiedenen Vereinen und Privatleuten organisiert. Zwischen den Jahren 1915 und 1923 fand wegen des Ersten Weltkriegs, der anschließenden Revolution sowie der Wirtschaftskrise keine Fasnet in Horb statt. Als die Narrenzunft Horb am 9. Januar 1923 offiziell gegründet wurde, bestand sie zunächst aus einer überschaubaren Anzahl an Narren, die - ähnlich wie im rheinischen Karneval - von einem Elferrat geführt wurden, an deren Spitze Prinz Karneval stand.

Nach einigen Jahren in Entwicklung, gingen die 1930er Jahre auch an der Horber Fasnet nicht spurlos vorbei. So wurden die Veranstaltungen und Umzüge der Narrenzunft von den neuen Machthabern instrumentalisiert, um die rassistische und menschenverachtende NS-Ideologie auch auf diese Weise in die Bevölkerung zu tragen. Im Januar 1939 legten mehrere Mitglieder des Elferrats ihr Amt nieder, sodass von 1939 bis 1949 keine Umzüge mehr in Horb stattfanden.

Sechs Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Narrenzunft Horb im Gasthaus „Schwarzer Adler“ neugegründet, ein Jahr später erfolgte mit den Horber Kropfern die Gründung der ersten Maskengruppe, die bis heute besteht. Im Jahr 1960 kam mit den Horber Hexen eine weitere Maskengruppe hinzu, die aktuell zu den größten Gruppen der NZH gehört und unmittelbar vor der Pandemie ihr 60-jähriges Bestehen feierte.

Treffen alle zwei Jahre

Seit dem Jahr 1968 besteht der Närrische Freundschaftsring Neckar-Gäu, welchem die Narrenzunft Horb als eine von acht Gründungszünften angehört. Seit 1978 trifft sich der Ring alle zwei Jahre zu einem Ringtreffen bei einer seiner Mitgliedszünfte. Die Entscheidung über Neuaufnahmen in den Ring trifft dabei die 1980 ins Leben gerufene Brauchtumskommission.

Dass Brauchtum bei der Narrenzunft Horb seit nunmehr 100 Jahren großgeschrieben wird, soll vom 26. bis 28. Januar 2024 unter Beweis gestellt werden. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren.