Eutingen · Transportgewerbe: Gegen Abfall und Laternenparker

Die Baustelle am Postfrachtzentrum in Eutingen könnte in nächster Zeit fertiggestellt sein, die Parkfläche genutzt werden.
Alexandra FeinlerAufatmen bei den Anwohnern und Gewerbetreibenden in den Eutinger Gewerbegebieten „Neuer Bahnhof“ und „Dorfwiesen“? Die stark zugeparkten Straßen könnten die Tage eine Entlastung erfahren, denn die Post will beim Postfrachtzentrum die neue Einfahrt und den neuen Fernfahrer-Ruheplatz noch diese Woche
freigegeben.
Wer in den vergangenen Monaten per Fahrrad oder zu Fuß am Eutinger Frachtzentrum vorbeikam, konnte die Baumaßnahmen nicht übersehen. Seit März dieses Jahres lässt die Post im Bereich Richtung Nabu-Gelände Abstellplätze aus Beton für die Wechselcontainer bauen und erweitert damit das Außengelände.
Marc Mombauer von der Deutschen Post DHL Group hatte bereits erklärt: „Die Baumaßnahmen sind nötig geworden, weil die gestiegenen Verkehrsmengen eine Kapazitätserweiterung erforderlich gemacht haben.“ Weiter sagte er im Juli: „Coronabedingt verzeichnen wir weiterhin sehr hohe Verkehrsmengen im Paketzentrum Eutingen. Aktuell sind es täglich mehrere hunderttausend Pakete.“ Das sei mehr als doppelt so viel wie 1995, als das Postzentrum Eutingen in Betrieb ging.
Daher wurde der bisherige Parkplatz im Ostbereich des Geländers, in Richtung Fluggelände, zu einem zweispurigen Einfahrtsbereich aus Beton umgestaltet. Da dieser eine gewisse Durchtrocknungszeit brauche und diese wetterabhängig sei, konnte der Bereich erst ab dem 16. November belastet werden. „Darüber hinaus müssen unter anderem auch noch Schilder, Zäune und Tore aufgebaut sowie Anschlussarbeiten für Licht getätigt werden“, erklärt Mombauer.
Über die neu angelegte Einfahrt gelangen Lastwagen zum Übergabe- und zum Abstellplatz für Wechselbehälter. Ortsfeste Rangierer nehmen die Container auf und bringen sie an die Tore des Frachtzentrums. Die neuen Möglichkeiten schaffen Flexibilität und verringern die Standzeiten der Lastwagen, womit die Transportlogistik effizienter und für die Fahrer stressärmer gestaltet werde, hieß es.
Mehr Ruheplätze für Lastwagen
Im Zuge der Baumaßnahmen wurden 33 Ruheplätze mit einer Sanitäranlage geschaffen. „Es wird künftig doppelt so viel Ruheplätze wie vorher geben“, erklärt Mombauer. Für die umliegenden Nachbarn wie auf dem Fluggelände und im Gewerbegebiet dürfte diese
Information wichtig sein, leiden sie doch derzeit unter parkenden Lastwagen (wir berichteten mehrfach).
Um den Flugbetrieb aufrechtzuerhalten, ließ die Gemeinde einst Steine entlang des Feldweges im Bereich der Start- und Landebahn platzieren. Dort hatten immer wieder unerlaubt Fahrzeuge geparkt. Weil sich auf der Zufahrt zum Fluggelände und aufgrund der Baustelle kein Abstellplatz mehr fand, sahen Gewerbetreibende in beiden Eutinger Gewerbegebiete „Neuer Bahnhof“ und „Dorfwiesen“ immer wieder Post-Lastwagen parken. Nun hoffen die Betroffenen, dass auch Anlieferer des Frachtzentrums aus dem Gelände parken dürfen. Mombauer bestätigt das: „Bei den Fahrzeugen handelt es sich um Lastwagen die im sogenannten Hauptlauf nachts ankommen.“ Fahrer von Fremdunternehmen müssen scheinbar nicht außerhalb des Frachtgeländes warten, auch sie dürfen künftig ihre Fahrzeuge auf den Postflächen abstellen.
In den Hecken am Fluggelände finde sich immer Abfall in großen Mengen. Darauf weisen Mitglieder der Luftsportgruppe hin; sie entsorgten den Müll immer wieder, kommen aber nicht hinterher. Auch dafür hat die Post scheinbar eine Lösung: „Es werden ein Fernfahrer-WC und ein Müllentsorgungsplatz eingerichtet, die selbstverständlich auch genutzt werden sollen.“ Nun hoffen alle Betroffenen, dass die Maßnahmen greifen und die Erneuerung bald spürbar wird.