Eutingen · Schlachtplatte: Erfolg dank guter Vorbereitung

Bei der ersten Sichelhenke mit Drive-in am Sonntag achtete die Narrenzunft Eutingen sehr auf die Sicherheitsvorkehrungen.
Alexandra FeinlerVor einer Woche hatte die Bestellfrist geendet, damit die Narrenzunft Eutingen und die örtliche Metzgerei Odermatt planen konnten. Etwa 150 Vorbestellungen für die Schlachtplatte, Bratwürste mit Kraut und Wurstsalat waren aus bis zu 20 Kilometern Umkreis per Telefon und E-Mail eingegangen - vor allem für die Schlachtplatte. Die bekannten NZE-Pfannebeetle konnten aus zeitlichen und technischen Gründen genauso wenig angeboten werden wie Schnitzel mit Pommes. Auch ein Kuchenpaket und die Auswahl vor Ort waren dieses Jahr nicht möglich.
Umso mehr freuten sich die NZE-Verantwortlichen über die gute Resonanz. Der Verein hatte in Abstimmung mit der Gemeinde ein aufwendiges Hygienekonzept erarbeitet: Unter der Woche wurde das Gelände gemäht. Tage zuvor die Küche vorbereitet und alles eingekauft. Am Sonntagmorgen um 9 Uhr trafen sich die ersten Helfer. Die Absperrung wurde aufgebaut und alles im Schuppen für den drei Stunden dauernden Verkauf hergerichtet.
„Aufwand und Ertrag darf man nicht gegenüberstellen, man muss auf das Vereinsleben schauen und den Menschen etwas bieten“, erklärt die NZE. Die Vorschriften galten für alle Besteller - auch für die Nachbarn vom Alten Bahnhof in zwei Fußminuten Entfernung: Selbst sie mussten ihre Bestellung mit dem Auto abholen. Bereits von Weitem war der Sauerkrautgeruch vom Narrengelände zu riechen. An dessen Eingang erhielten alle Abholer Instruktionen: Die Einfahrt führt über den Hof, vorbei am Gitter. Wo sonst der Erntewagen stand, hatte Nadine Krauß ein Ernte-Wägele geschmückt. Äpfel, Kürbisse, Kartoffeln, Zwiebeln, Stroh und vieles mehr sollten an die Tradition der Sichelhenke erinnern. Zudem wäre es, wie ein NZE-Mitglied sagte, schade um die Sachen gewesen, die das ganze Jahr über im Garten gegossen und gepflegt wurden.
Lohn der Mühen
Die Mühen kamen bei den Bestellern gut an. „Wir haben es wegen dem Verein bestellt. Corona geht uns auf die Nerven, aber man muss halt aufpassen“, erklärt Ramona, die mit Mundschutz in ihrem Auto vorfuhr. Aus dem zweiten Fenster des Narrenheims streckte Doris Klaussner eine Kasse an einem langen Stiel heraus, so dass jeder Besteller kontaktlos bezahlen konnte –am besten passend, darauf hatte die NZE hingewiesen. Einige Gäste wollten den Verein, dem schon die Sonnwendfeier im Juni ausgefallen war, unterstützen.
Mit Bedacht und Disziplin
Die NZE-Mitglieder wirkten beim Drive-in mit Mundschutz, Handschuhen und Haube mit - selbst im Kassenbereich. Anhand der Helferliste können alle Namen im Fall einer Infektion nachvollzogen werden. Im Narrenschuppen wurden die Portionen vorbereitet, das Kraut gekocht und das Essen portioniert. „Wir haben in der ersten Schicht schon 28 Portionen Kraut verarbeitet“, erklärte das Team. Mehr als 30 würden noch vor ihnen liegen. Die Abholer seien pünktlich und diszipliniert gewesen, sodass das Team alles problemlos vorbereiten konnte.
Brot wurde in Tüten verpackt, die warmen Spesen, kamen in Thermobehälter mit unterschiedlichen Vertiefungen. Das Kraut und die Wurst waren so getrennt. Beim Wurstsalat wurden Käse und Schwarzwurst in unterschiedliche Vertiefungen gelegt. „Nicht jeder mag Schwarzwurst“, wusste das Team. Über einen umfunktionierten Sensen-Stil wurde das in eine Papier-Tüte verpackte Essen an den Autofahrer gegeben. So hielt Alexandra Pusch auch im Essensbereich den Abstand gut ein. Kreativ zeigte sich die NZE und überließ nichts dem Zufall. „Ich habs für meine Familie und meine Leute bestellt“, erklärte ein Göttelfinger. Mancher Autofahrer hatte extra einen Korb auf den Beifahrer-Sitz gestellt, um schnell weiterfahren zu können und das Auto nicht zu beschmutzen.
Die Einweiser dankten den Autofahrern, wünschten einen schönen Tag und zeigten auf die Ausfahrt. Besonders freute sich die NZE, dass alles Vorbestellte abgeholt wurde. Was mit dem Erlös geschieht, will die Zunft in den kommenden Tagen beschließen.