Empfingen · Coronabekämpfung: Wo das Ehrenamt Schwein hat

Peter Kreth (rechts) und Markus Eggenweiler eröffnen heute ein Schnelltestzentrum in der Haigerlocher Straße 2 in Empfingen.
Volker SchmidÄlteren fällt dabei bestimmt Robert Lembke ein. „Welches Schweinderl hätten S‘ denn gern“ fragte der Quizmaster einst in der Ratesendung „Was bin ich?“. Und diese Frage dürfen von heute an auch alle Testwilligen im neuen Testzentrum in der Haigerlocher Straße 2 beantworten. Denn pro Test - egal ob positiv oder negativ - bekommen die Getesteten einen Euro auf die Hand und dürfen diesen als Spende in das vorbereitete Sparschweinchen des Vereins ihrer Wahl werfen. Rund 30 Sparkässle für Vereine aus der ganzen Gemeinde stehen hierfür parat.
Das neue Testzentrum wird vom Medizintechnik-Unternehmen „Mahe Medical“ aus Emmingen-Liptingen bei Tuttlingen und mit durchaus lokalem Bezug betrieben: Peter Kreth ist der Leiter des Testzentrums - und damit hat er Erfahrung, denn er ist auch für das Testzentrum im Sulzer Café „Rebstöckle“ zuständig. Den Sulzer kennen Fußballbegeisterte auch als Vertriebsleiter des Zweitligisten SV Sandhausen.
Und Kreth kennt Empfingen ziemlich gut, denn er ist im Flecken aufgewachsen: „Ich hab hier meine schöne Kindheit verbringen dürfen“, sagt er und fügt an: „Ich bin ein Empfinger Junge!“ Unterstützt wird Kreth von einem weiteren Sulzer: Der Immobilienmakler Markus Eggenweiler leitet die Organisation des Testzentrums und hatte auch die Idee mit der Spende für die Vereine.
Die Firma „Mahe Medical“ betreibt aber nicht nur Testzentren, sondern testet mit einer mobilen Station auch in Betrieben. Und das Unternehmen stellt medizinische Produkte selbst her, beispielsweise Masken. Wichtig ist Kreth aber, dass im Empfinger Testzentrum Schnelltests verwendet werden, die auch bei der Omikron-Variante anschlagen: „Die wird von vielen Tests nicht richtig erkannt“, weiß er und sagt: „Die Qualität muss einfach stimmen!“
Sieben Testpersonen können sich gleichzeitig im großen Ladenlokal aufhalten, drei in den Test- und vier in den Wartebereichen. Am liebsten arbeitet Kreth mit der Corona-Warn-App: „Damit ist der Durchlauf viel schneller“, sagt er und rechnet beim Einsatz der Warn-App mit gerade mal einer Minute pro Test. Nach 15 Minuten gibt es das Testergebnis aufs Handy. Aber auch ohne Smartphone ist ein Test kein Problem - er dauert nur etwas länger.
Auch PCR-Tests sind möglich
Und sollte der Schnelltest positiv ausfallen, kann direkt ein PCR-Test gemacht werden. „Das ist ein großer Vorteil, denn die Labore sind total überrannt“, so Kreth. Die Tests werden dann abends nach Tuttlingen gefahren und dort ausgewertet. All das wird direkt kassenärztlich abgerechnet. Aber auch wer einen PCR-Test beispielsweise für eine Reise braucht, kann diesen in Empfingen machen - halt auf eigene Rechnung.
„Uns war es wichtig, nicht in einem Container zu testen“, betont Kreth und lobt das gute Verhältnis zu den Vermietern und auch den rund 90 Quadratmeter großen Raum, in dem zuvor die „Deutsche Vermögensberatung“ untergebracht war. „Die Lage ist entscheidend“, ist sich Kreth sicher und ergänzt: „Parkplätze gibt es genug, und wir haben den Vorteil, dass wir mitten im Ort sind.“
Aktuell rechnet Kreth mit 2000 bis 3000 Tests im Monat, auch wenn logistisch deutlich mehr möglich wäre. So dürfte durchaus ein ordentliches Sümmchen für die Vereine zusammenkommen. Die Spenden werden jeden Abend ausgezählt und monatlich an die Vereine überwiesen. „Damit wollen wir die Vereine anschieben, die in der Coronazeit auch leiden müssen“, erklärt Kreth.
„Wir rennen eigentlich immer hinterher“, sagt Peter Kreth nicht zuletzt angesichts der Omikron-Variante und zieht daraus seine Erkenntnis im Bezug auf das sinnvollste Mittel gegen die Pandemie: „Testen ist eigentlich das Beste. Da gibt man den Menschen auch ihre Eigenverantwortung wieder.“