Empfingen beauftragt Ingenieurbüro
: KfW fördert Nahwärmekonzept in Wiesenstetten mit 35.000 Euro

Im Mai wurde ein Antragsstopp für das Förderprogramm bekanntgegeben. Doch jetzt hat die Gemeinde Empfingen die Zusage erhalten. Das Quartierskonzept soll nun ausgearbeitet werden.
Von
NC
Empfingen/Wiesenstetten
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Wiesenstetten Empfingen Bittelbronn Ortsschild

Wiesenstetten könnte zukünftig Nahwärme aus Bittelbronn erhalten.

Emil Henger (Archivfoto)
  • KfW bewilligt über 35.000 Euro für ein Quartierskonzept in Wiesenstetten.
  • Die Gemeinde beauftragt die IBS Ingenieurgesellschaft mit der Ausarbeitung.
  • Ziel ist die Prüfung eines Nahwärmenetzes – Technik, Wirtschaftlichkeit und Varianten.
  • Nach Antragsstopp im Mai herrschte Sorge, die Zusage kam am 23. Juni.
  • Über 60 Prozent der Eigentümer zeigten Interesse, die Gemeinde will früh einbinden.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Gemeinde Empfingen hat die Förderzusage der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) für die Erstellung eines integrierten energetischen Quartierskonzepts für den Ortsteil Wiesenstetten erhalten. Damit ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einem möglichen Nahwärmenetz erreicht, teilt die Gemeindeverwaltung in einer Pressemitteilung mit. Die KfW fördert die Konzepterstellung im Rahmen des Programms „Energetische Stadtsanierung“ mit einem Zuschuss in Höhe von mehr als 35.000 Euro. Dies entspricht 75 Prozent der förderfähigen Gesamtkosten von rund 47.000 Euro. Die Förderzusage ging der Gemeinde am 23. Juni zu.

Auf Grundlage dieser Bewilligung hat die Gemeinde nun die IBS Ingenieurgesellschaft mit der Erstellung des Quartierskonzepts beauftragt. Das Ingenieurbüro hatte bereits die Vorbereitungen für den Förderantrag begleitet und verfügt über umfangreiche Erfahrung im Bereich kommunaler Wärmeplanung und Nahwärmekonzepte.

Planungssicherheit dank Förderzusage

„Mit der Förderzusage haben wir nun Planungssicherheit und können den nächsten Schritt gehen“, freut sich Bürgermeister Ferdinand Truffner laut Pressebericht. „Das Quartierskonzept liefert die fachliche Grundlage, um die technische und wirtschaftliche Machbarkeit eines Nahwärmenetzes für Wiesenstetten fundiert zu bewerten. Erst auf dieser Basis können belastbare Aussagen zu Investitionskosten, Anschlussmöglichkeiten und Wirtschaftlichkeit getroffen werden.“

Das Thema Nahwärme beschäftigt Wiesenstetten bereits seit mehr als einem Jahr. Nachdem die BioEnergie Bittelbronn ihre Überlegungen vorgestellt hatte, stieß das Vorhaben bei einer Informationsveranstaltung auf großes Interesse. Nach Angaben der Genossenschaft signalisierten mehr als 60 Prozent der angeschriebenen Hauseigentümer grundsätzliches Interesse an einem Anschluss. Gleichzeitig wurde deutlich, dass für die weitere Planung zunächst eine Machbarkeits- beziehungsweise Quartiersstudie erforderlich ist.

Die Freude über die Bewilligung ist umso größer, da zwischenzeitlich Unsicherheit über den Fortbestand des Förderprogramms herrschte. Ende Mai hatte die KfW aufgrund der ausgeschöpften Bundesmittel einen sofortigen Antragsstopp für das Programm „Energetische Stadtsanierung“ bekanntgegeben. Bereits eingegangene Anträge sollten zwar weiterhin bearbeitet werden, allerdings nur, soweit noch Bundesmittel zur Verfügung stehen.

Sorge nach Antragsstopp

Entsprechend groß war auch bei der Gemeinde Empfingen die Sorge, dass der bereits gestellte Förderantrag trotz fristgerechter Einreichung nicht mehr berücksichtigt werden könnte. Umso erfreulicher ist nun die vorliegende Förderzusage, die der Gemeinde die notwendige Planungssicherheit für die nächsten Schritte gibt.

„Mit der Förderzusage haben wir nun Planungssicherheit und können den nächsten Schritt gehen. Nach dem überraschenden Antragsstopp des Förderprogramms hatten auch wir die berechtigte Sorge, dass unser Antrag leer ausgehen könnte. Umso mehr freuen wir uns, dass die KfW unseren Antrag positiv beschieden hat. Das Quartierskonzept liefert nun die fachliche Grundlage, um die technische und wirtschaftliche Machbarkeit eines Nahwärmenetzes für Wiesenstetten fundiert zu bewerten“, freut sich Bürgermeister Ferdinand Truffner.

Ingenieurbüro untersucht Potenziale

Auch im Gemeinderat wurde die Finanzierung der Studie im Vorfeld bereits intensiv diskutiert. Im April hatte das Gremium darüber beraten, ob die Gemeinde den erforderlichen Eigenanteil in Höhe von rund 12.000 Euro vorfinanzieren soll. Während einzelne Gemeinderäte das finanzielle Risiko hinterfragten, überwog letztlich die Einschätzung, dass die Gemeinde ein zukunftsweisendes Infrastrukturprojekt aktiv begleiten sollte. Der Gemeinderat sprach sich deshalb mehrheitlich dafür aus, den Förderantrag zu stellen und die Studie – vorbehaltlich einer positiven Förderentscheidung – in Auftrag zu geben.

Mit der nun vorliegenden Förderzusage ist diese Voraussetzung erfüllt. In den kommenden Monaten wird die IBS Ingenieurgesellschaft gemeinsam mit der Gemeinde die energetischen Potenziale des Quartiers untersuchen, den künftigen Wärmebedarf analysieren und verschiedene technische Versorgungslösungen bewerten. Darüber hinaus werden Wirtschaftlichkeitsberechnungen erstellt und mögliche Umsetzungsvarianten aufgezeigt.

„Die Studie ist ein wichtiger Baustein für die zukünftige Wärmeversorgung des Ortsteils“, so Truffner. „Sie schafft eine belastbare Entscheidungsgrundlage – sowohl für die Gemeinde als auch für die Bürgerinnen und Bürger.“

Gemeinde will Bürgerschaft einbinden

Ob und in welcher Form ein Nahwärmenetz letztlich umgesetzt werden kann, werde das Quartierskonzept aufzeigen, stellt Bürgermeister Ferdinand Truffner in der Pressemitteilung klar. Die Gemeinde werde die Öffentlichkeit auch während der Konzeptphase regelmäßig über den Projektfortschritt informieren und die Bürgerinnen und Bürger frühzeitig in den weiteren Prozess einbinden.