Einkaufszentrum
: Kommen jetzt die Billiganbieter?

Wer statt Charles Vögele in die Horber Neckar-Arkaden einzieht, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Im Gespräch sind Kik und Tedi.
Von
Dagmar Stepper
Horb

.

Nicht gesetzt

Da s Horber Einkaufszentrum scheint unter keinem guten Stern zu stehen. Zwar wächst es momentan flott in die Höhe, aber nun ist die Zukunft eines der wichtigsten Ankermieter ungewiss. Die Modekette Charles Vögele sollte der Besuchermagnet für Textilien im mittleren Preissegment werden. Mit über 720 Quadratmetern stand er nach Rewe und Drogeriemarkt Müller auf Platz drei der Größenordnung. Doch das ist nun Vergangenheit. Denn Charles Vögele gibt es bekanntlich nicht mehr. Das Schweizer Unternehmen wurde im September vergangenen Jahres an den italienischen Modekonzern OVS verkauft (wir berichteten).

Bis jetzt war unklar, welche Auswirkungen dieser Geschäfts-Deal auf die Filialen von Charles Vögele haben wird. Nun wurde bekannt, dass der größte Teil des Filialnetzes an die Textil-Discounter der Tengelmann-Gruppe Tedi, Kik und Woolworth geht. Ein paar Filialen will der Modekonzern OVS behalten und unter seiner Tochter Upim laufen lassen.

Noch ist offen, welche Kette den Platz von Charles Vögele im geplanten Horber Einkaufszentrum einnehmen wird. Doch eins ist sicher: Es ist ein herber Rückschlag. Denn die Namen, die nun im Gespräch sind, sind alle im unteren Preissegment angesiedelt. Genau das, was niemand wollte. Hans-Jürgen Birk, Geschäftsführer des Investors Activ-Group, sagt zum jetzigen Zeitpunkt nicht viel. „Ich weiß nicht mehr, als die aktuellen Presseinformationen“, sagte er gestern auf Anfrage der SÜDWEST PRESSE. Der Modekonzern werde jetzt die Standorte überprüfen und bewerten, wer als möglicher Nachmieter in Frage komme. „Das sind Entscheidungen, mit denen wir nichts mehr zu tun haben“, betont er. Über seinen Favoriten hält er sich aus verständlichen Gründen bedeckt. Er will es sich mit seinem künftigen Ankermieter nicht verscherzen.

Horbs Wirtschaftsförderer Axel Blochwitz ist dagegen gesprächiger. „Wir sind natürlich nicht begeistert“, tut er offen kund. Charles Vögele stand für Mode im mittleren Preissegment, sprich genau das Richtige für die Neckar-Arkaden. Was man von den Alternativen, die nun im Gespräch sind, nicht unbedingt sagen könnte.

Blochwitz nennt die Gründe: „Für Woolworth sind nur Städte mit einem Einzugsgebiet von 50000 Einwohnern interessant.“ Was Horb nicht bieten könne, daher sei Woolworth eher unwahrscheinlich. Den Billiganbieter Kik sieht der Wirtschaftsförderer eher problematisch. In der Neckarstraße gibt es mit NKD nicht nur fast das Pendant dazu, sondern es gibt auch einen Kik in Empfingen.

Mit dem Sonderpostenmarkt Tedi kann er sich auch nicht anfreunden: „Tedi gleicht Thomas Philipps. Und das haben wir bereits in Horb“, meint Blochwitz. Bleibt noch Upin: „Von den Genannten verkauft Upin noch die meiste Bekleidung“, sagt er. Das spricht für die Firma. Denn im neuen Einkaufszentrum soll sich ja neben Lebensmittelmarkt und Drogerie auch Mode ansiedeln.

Von Seiten der Stadt würde man jetzt die Flächen im Einkaufszentrum überprüfen. Denn für jedes Segment wurden Obergrenzen festgelegt. Eventuell käme einer der Anbieter nicht mehr in Frage. Aber auch bei der Stadt heißt es – wie beim Investor – jetzt erst einmal abwarten.